NRW streicht schrittweise die PTA-Landesförderung

„Schnelle Lösung muss her“

Apotheken im HSK brauchen Fachkräfte, dafür muss die Ausbildung gewährleistet sein. Foto: Marco Petig/pixelio.de

Arzneimittel herstellen, prüfen und an die Patienten verkaufen – Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) haben einen verantwortungsvollen Beruf mit guten Zukunftsaussichten.

Im HSK bildet nur die PTA-Lehranstalt in Olsberg neue Assistenten aus. Bislang wurde die Ausbildung durch das Land NRW gefördert. Das ändert sich ab August, die Zahlungen werden schrittweise eingestellt. Was bedeutet das für die PTA-Ausbildung im Sauerland?

Von Stefanie Reinelt

Obwohl sich die Apothekenzahlen seit 2002 nicht verändert haben, ist die Nachfrage nach Pharmazeutisch-technischen Assistenten in den letzten zehn Jahren um 35 Prozent gestiegen. Das liegt zum einen an den geänderten ganztägigen Öffnungszeiten von Apotheken, zum anderen an den zusätzlichen Aufgaben der Assistenten wie Betreuung von Heimen und Beratung.

In die Pharmazeutisch-technische Lehranstalt Olsberg gehen zurzeit etwa 50 Schüler. Die Kapazität reicht aber für 76 Schüler, die dort ihre zweijährige Ausbildung mit anschließendem halbjährigen Praktikum absolvieren können. „98 Prozent der PTA sind Frauen“, sagt die Leiterin der PTA-Lehranstalt in Olsberg, Monika Kierdorf-Witte. „Der Vorteil des Berufs ist die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit. Familie und Karriere sind dadurch gut zu vereinbaren.“

Bislang wurde ein großer Teil der Ausbildung durch das Land finanziert. NRW zahlt 73 Euro für jeden Schüler pro Monat. Diese Förderung soll aber ab Beginn des neuen Schuljahres im August schrittweise eingestellt werden. Die Schüler, die ihre Ausbildung zu diesem Zeitpunkt beginnen, erhalten kein Geld mehr. Das bedeutet ein Ausfall von etwa 13.000 Euro in diesem Jahr, 34.000 Euro im kommenden Jahr und der komplette Ausfall von 47.000 Euro ab 2015. „Eine schnelle Lösung muss her“, sagt Monika Kierdorf-Witte.

Gespräche mit Apothekern im März

Der Kreis als Träger der Lehranstalt in Olsberg beginnt bereits mit den Verhandlungen. „Es gibt rund 180 Apotheken in der Region“, so der Fachsbereichsleiter für Schulen und Jugend im HSK, Martin Stolte.. „Zum Förderverein der Lehranstalt gehören etwa ein Drittel. Im März wird es Gespräche geben, ob sich nicht weitere Apotheken dem Verein anschließen wollen.“ Des Weiteren verhandele der Kreis mit Apothekerkammern und -verbänden um höhere Beiträge. „Für die Apotheker wird es ansonsten problematisch neue Fachkräfte zu finden.“ Eine letzte Option wäre, das Schulgeld der Auszubildenden von derzeit 120 Euro um die fehlenden 73 Euro zu erhöhen.

In anderen Gebieten in NRW laufen derweil Aktionen, die PTA-Ausbildung an den Berufsschulen anzubieten. Die Schule unterliegt dem Schulministerium, das Fahrkosten und Schulgeld übernimmt. Für die Lehranstalt hingegen ist das Gesundheitsministerium zuständig. „Ich denke nicht, dass sich dieser Lösungsvorschlag durchsetzen wird“, so die Leiterin der PTA-Lehranstalt. Momentan bezahle der Kreis als Träger die Lehrer. An Berufsschulen müsse das Land für das Lehrpersonal aufkommen. Im Endeffekt sei das für NRW viel teurer als bisher. „Die Ausbildungsstätte wird nicht leichtfertig geschlossen. Ich bin optimistisch, dass eine Lösung gefunden wird.“

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