Wiemeringhausen plant Montessori-Schule ab 2014

Schule privat betreiben

Idyllisch am See liegt die Grundschule in Wiemeringhausen. Die Dorfgemeinschaft möchte sie ab 2014 als private Montessori-Schule weiterführen.

Nein, allein als Dorftreff oder Heimatstube möchte die Dorfgemeinschaft das Haus zukünftig nicht nutzen.

Seit dem Frühsommer stellt sich für die Wiemeringhauser die Frage: Wie geht es weiter mit dem Gebäude, wenn die Grundschule zum Ende des laufenden Schuljahres ihre Pforten schließt? Nach einigen Gedankenspielen hat sich ein Projektteam gefunden, das sagt: „Wir suchen nicht mehr nach einem alternativen Verwendungszweck. Wir führen die Schule in privater Trägerschaft weiter.“

Zum gerade begonnenen Schuljahr kam wegen zu geringer Anmeldezahlen keine erste Klasse mehr zustande (SauerlandKurier berichete). Überhaupt wurde die Schule in den vergangenen Jahren nur erhalten, weil sie 2008 ihre Eigenständigkeit aufgab und als Teilstandort der städtischen Kardinal-von-Galen-Schule in Olsberg geführt wurde. Bis zum Sommer 2014 wird die vorhandene zweite bis vierte Klasse noch in Wiemeringhausen unterrichtet. Dann ziehen die Schüler und Lehrer zum Hauptstandort nach Olsberg um. „Wir möchten einen unmittelbaren Übergang schaffen“, sagt Jürgen Winzer, der in Wiemeringhausen die Gründung der neuen Schule mit vorbereitet. Somit bleiben dem Projektteam zehn Monate Zeit, um die Pläne in die Tat umzusetzen – und im Idealfall nach den Sommerferien 2014 die neue Schule zu eröffnen.

Die Voraussetzungen dafür stimmen: Das Schulgebäude ist in gutem Zustand. Dazu gehört auch eine gut ausgestattete Sporthalle. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Montessori-Kindergarten, wie die Grundschule ebenfalls in Trägerschaft der Stadt. Aber auch er kämpft angesichts des demografischen Wandels seit einigen Jahren mit zurückgehenden Belegungszahlen.

26 Kinder braucht die Schule mindestens

„Indem wir die neue Schule als Montessori-Schule konzipieren, möchten wir den Bildungsstandort Wiemeringhausen nicht nur retten, sondern weiter ausbauen“, sagt Jürgen Winzer. „Wir möchten Eltern ein Komplettangebot für Kinder von zwei bis zehn Jahren machen. Die Montessori-Pädagogik wird unser Alleinstellungsmerkmal.“ Wegen der günstigen Lage des Ortes an der Bundesstraße 480 ergibt sich ein großes Einzugsgebiet: Eltern aus Olsberg, Winterberg, Brilon, Medebach, Willingen und Schmallenberg kommen als Zielgruppe in Betracht.

Dass noch eine Menge Arbeit vor ihnen liegt, wissen die Mitglieder des Projektteams, zu dem auch die Leiterin des Montessori-Kindergartens, Anne Cramer, Ortsvorsteher Talat Durguter und alle vier Ratsmitglieder aus Wiemeringhausen gehören, die hier parteiübergreifend zusammenarbeiten. Ein Trägerverein muss gegründet, Anträge müssen gestellt und Lehrer gefunden werden, mit der Stadt Olsberg muss über die Anmietung des Schulgebäudes und die Kooperation mit dem städtischen Montessori-Kindergarten gesprochen werden. Zum Start der neuen Grundschule müssen mindestens 26 Kinder angemeldet sein.

Dass private Schulträger starke Nerven brauchen, zum Beispiel weil Genehmigungen manchmal erst am letztmöglichen Tag vor Beginn eines Schuljahres erteilt werden, wissen die Wiemeringhäuser aus Gesprächen mit anderen privaten Schulträgern, die Montessori-Grundschulen betreiben. Über die Finanzierung macht sich das Team die geringsten Sorgen: „Ist die Genehmigung da, wird ein Großteil der Kosten vom Land erstattet“, weiß Winzer. Aktuell gesucht wird ein Lehrer, der das Vorhaben pädagogisch vorantreibt und sich um das schriftliche Konzept für den Antrag kümmert. Darüber hinaus sucht das Projektteam motivierte und engagierte Menschen, die das Bildungskonzept dauerhaft begleiten möchten.

Für alle Interessierten hat das Projektteam zur Kontaktaufnahme eine E-Mail-Adresse eingerichtet: montessori@wiemeringhausen-live.de. Sobald das Grundkonzept steht, wird das Projektteam die Öffentlichkeit zu einer Informationsveranstaltung einladen.

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