Aus für Schulstandort?

Leer könnten die Klassenräume in Wiemeringhausen schon eher als erwartet bleiben (Pixelio: Manfred Jahreis).

Die Hoffnungen in Wiemeringhausen scheinen sich zu zerschlagen. Zu wenig Grundschüler sind für das kommende Schuljahr angemeldet. Jetzt scheint es, als müsste der Teilstandort bereits 2014 geschlossen werden.

Die Hoffnungen in Wiemeringhausen scheinen sich zu zerschlagen: Zu wenig Grundschüler sind für das kommende Schuljahr bisher angemeldet. Jetzt scheint es, als müsste der Teilstandort bereits 2014 geschlossen werden und nicht wie erhofft erst 2015/2016.

Die Wiemeringhauser bangen derzeit um ihren Schulstandort. Bisher hatte es so ausgesehen, dass die ABC-Schützen hier bis 2015/2016 unterrichtet werden würden, in Form von "jahrgangsübergreifendem Unterricht". Die Planungen dafür liefen auf Hochtouren. Jetzt meldeten einige Eltern ihre Sprösslinge in Wiemeringhausen ab. Die verbleibenden fünf Schulanfänger reichen nicht für die geplante Einstiegsklasse. Die endgültige Entscheidung wird nach den Osterferien getroffen. Alle Grundschulen im Stadtgebiet Olsberg haben mit dem demographischen Wandel zu kämpfen. Die Zahl der Erstklässler sinkt von Jahr zu Jahr. So wurde die Grundschule in Wiemeringhausen vor fünf Jahren schon in die Kardinal-von-Galen Grundschule als Teilstandort integriert, um den Fortbestand des Standortes in Wiemeringhausen zu ermöglichen. In dieser Zeit begannen mehr als 100 Kinder aus Wiemeringhausen und den benachbarten Orten Assinghausen, Wulmeringhausen und Brunskappel ihre schulische Laufbahn in Wiemeringhausen. Als für die Eingangsklasse in diesem Jahr am Standort Wiemeringhausen nur noch acht Kinder angemeldet wurden, wurde deutlich, dass weitere Maßnahmen notwendig wurden. Mit dem angestrebten Konzept des „jahrgangsübergreifenden Unterrichtes“ war die Möglichkeit gegeben, auch die Eingangsklassen 2013/14 und 2014/15 noch in Wiemeringhausen einzuschulen. Für diesen Konzeptvorschlag hatte die Schulleitung schon signalisiert, dass in einem großen Teil der Fächer zwei Lehrer die Klasse gemeinsam unterrichten sollten. Außerdem würden nach wie vor separate Klassenräume genutzt. "Alle Beteiligten, das heißt Stadt Olsberg, Schulleitung und Lehrerkollegium der Kardinal-von-Galen Grundschule, die Kommunalpolitik und das Schulamt sahen hierin die Möglichkeit, bewährte Arbeit an einem guten Standort möglichst lange zum Wohl der Schüler fortsetzen zu können." So teilt es Jürgen Winzer in einer Pressemitteilung mit. Bei einem Treffen des Arbeitskreises „Schulstandort Wiemeringhausen“ der Dorfgemeinschaft Wiemeringhausen habe man Mitte Februar noch aufgeatmet, als alle Beteiligten sich für das Konzept des „jahrgangsübergreifenden Unterrichtes“ ausgesprochen hätten. Beim Schnuppernachmittag für die angemeldeten Erstklässler seien weitere Informationen gegeben und für den 6. März sei zu einer weiteren Informationsveranstaltung durch die Schulleitung geladen worden. Bei dieser Veranstaltung wollten sowohl Schulleitung, Lehrerkollegium als auch Verwaltung der Stadt Olsberg und Schulrätin Nolte detaillierte Informationen zu dem Konzept geben. Wenige Tage zuvor nahmen jedoch einige nicht Wiemeringhauser Eltern ihr Recht auf freie Schulwahl in Anspruch und meldeten ihre Kinder vom Teilstandort Wiemeringhausen ab und an einer anderen Grundschule an, sagt Winzer. So verbleiben momentan nur noch fünf Schulanfänger für die geplante Eingangsklasse im Schuljahr 2013/14 am Teilstandort Wiemeringhausen. Diese Zahl ist jedoch auch für das Konzept des „jahrgangsübergreifenden Unterrichtes“ zu gering, so dass es keine Eingangsklasse 2013 in Wiemeringhausen geben wird. Das bedeutet, dass die Erstklässler bereits in diesem Sommer zentral am Hauptstandort der Kardinal-von-Galen Schule in Olsberg eingeschult werden. Als „Dominoeffekt“ kann auch im Jahr 2014 keine Eingangsklasse mehr in Wiemeringhausen gebildet werden. Der Teilstandort hätte dann nämlich nur noch zwei Klassen und könnte nicht mehr sinnvoll bestehen. Er würde, statt wie erhofft erst 2015/16, schon 2014 geschlossen werden. Die endgültige Entscheidung hierzu wird nach den Osterferien getroffen. Die Eltern der betroffenen zweiten Klassen wird die Schulleitung der Kardinal-von-Galen-Schule bereits in der kommenden Woche über den aktuellen Stand informieren. Der Schulleitung der Kardinal-von-Galen Grundschule bittet alle betroffenen Eltern, weiterhin Vertrauen in die Fähigkeiten und die Einsatzbereitschaft der Lehrpersonen sowie in die Schulleitung zu haben. Auch wenn der Teilstandort Wiemeringhausen früher als geplant aufgegeben werden müsste, wird allen Kindern auch am Hauptstandort in Olsberg von einem engagierten Kollegium eine adäquate und teilweise schon bekannte, qualitativ hochwertige Struktur geboten werden. Für Wiemeringhausen selber wäre diese vorzeitige Schließung des Schulstandortes jedoch ein großer Verlust. Denn der Schulstandort Wiemeringhausen hat nicht nur für das Dorf Wiemeringhausen im Zusammenspiel mit dem örtlichen Montessori-Kindergarten hohe Bedeutung. Es hängen unter anderem auch fünf Teilzeitarbeitsplätze im Betreuungsbereich von diesem Standort ab, die nun vorzeitig gefährdet sind.

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