Nur ein Schulstandort für Ellering- und Bruchhausen

Grundschulen in der Diskussion — Wiemeringhausen zu Olsberg

Olsberg. (tomo)

Bürgermeister Elmar Reuter brachte es auf den Punkt: "Uns fehlen die Kinder." Nicht erst seit Dienstag diskutiert der Bildungs-Ausschuss der Stadt Olsberg daher das "Szenario über die Zukunft der Schulstandorte in der Stadt Olsberg". Wesentlicher Gegenstand der Diskussionen: die Grundschulen Wiemeringhausen und Elleringhausen/Bruchhausen. Die Zahl der Schulanfänger sinkt landesweit, in Olsberg überdurchschnittlich. Nicht nur deshalb kommen gerade die Dorfschulen in die Bredouille, Jahr für Jahr ausreichend Erstklässler zu gewinnen. Der Wegfall der Grundschulbezirke und damit unvorhersehbare Anmeldezahlen hätten das Problem noch verschärft, so Reuter. "Möglichst lang dezentral, möglichst hohe Qualität", hat Reuter als Devise für die Zukunft der Standorte Elleringhausen/Bruchhausen sowie Wiemeringhausen ausgegeben.

Laut Schulamt des Hochsauerlandkreises sei die Zukunft der Grundschule Elleringhausen mit dem Teilstandort Bruchhausen aufgrund der Geburtenzahlen gesichert. Ebenso sicher sei aber auch, dass die Unterrichtsverteilung auf ebendiese zwei Standorte langfristig nicht tragbar ist. Nur wenn ab dem Schuljahr 2010/2011 der Unterricht an einem Standort zusammengelegt werde, führe die Lehrer-/Schülerkombination nicht zu einer Lehrerunterversorgung. Bei jahrgangsübergreifendem Unterricht (der schon jetzt in den Klassen eins und zwei praktiziert wird) an einem Standort sei dieses Verhältnis wesentlich günstiger und führe sogar ab dem Schuljahr 2012/2013 zu einem Plus von 14 Lehrerstunden, die für weiterführende Angebote genutzt werden könnten.

Wiemeringhausen behält erste Klasse

Der Ausschuss teilte die Ansicht des Schulamtes, dass es "zwingend erforderlich sei", eine Lösung zu finden, die die Bildung von vier Klassen an einem der beiden Standorte vorsieht.

Der HSK rät der Stadt als Schul- und Entscheidungsträger zu dem Standort Bruchhausen. Erste Rechenbeispiele unterstrichen diese Tendenz. So seien zum Beispiel die Beförderungskosten für die Kinder über vier Jahre beim Standort Elleringhausen rund 44.000 Euro teurer als beim Standort Bruchhausen (123.208,24 zu 79.424 Euro). Die CDU-Fraktion gab aber zu bedenken, dass sowohl nachvollziehbare Qualitätsmerkmale als auch ein vollständiges und schlüssiges Finanzkonzept noch nicht vorlägen. Der Ausschuss und Bürgermeister Elmar Reuter waren sich einig, dass eine objektive Entscheidung erst nach ausführlicher Recherche und Gesprächen mit Schulkonferenzen erfolgen könne. Dies soll bis Ende des Schuljahres passieren.

Konkreter sind die Pläne für den Standort Wiemeringhausen. Der Ausschuss für Bildung empfiehlt dem Rat einstimmig, die Grundschulen Olsberg und Wiemeringhausen zum Schuljahr 2008/2009 zu einem Schulverbund zusammenzufassen. Wie die Verteilung der Klassen auf die "Stammschule" Olsberg und den "Teilstandort" Wiemeringhausen aussehen werde, ist noch zu klären. Kommt der Verbund, sei es sehr wahrscheinlich, so der bei der Stadt zuständige Johannes Axmann, dass in Wiemeringhausen im Schuljahr 2008/2009 eine erste Klasse eingerichtet und auch künftig ein erstes und zweites Schuljahr unterrichtet würden.

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