Neues „Haus Olsberg“

Sozialwerk St. Georg bezieht ehemalige „Klinik am Stein“

In die ehemalige „Klinik am Stein“ in Olsberg kehrt wieder Leben ein: Holger Gierth, Elisabeth Hesse, Viktoria Kaulmann-Sirotkin und Mike Steinhanses (v.l.) vom Sozialwerk St. Georg stellten bei einem Rundgang das Wohnangebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen vor.
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In die ehemalige „Klinik am Stein“ in Olsberg kehrt wieder Leben ein: Holger Gierth, Elisabeth Hesse, Viktoria Kaulmann-Sirotkin und Mike Steinhanses (v.l.) vom Sozialwerk St. Georg stellten bei einem Rundgang das Wohnangebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen vor.

Olsberg – In die ehemalige „Klinik am Stein“ in Olsberg kehrt wieder Leben ein: Das Sozialwerk St. Georg hat das Hauptgebäude angemietet und wird das neue stationäre Wohnangebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen ab kommender Woche beziehen.

Das Sozialwerk St. Georg ist in Olsberg keine unbekannte Größe. Bereits seit 25 Jahren besteht ein Angebot für Menschen mit Assistenzbedarf in Olsberg. Rund 20 Menschen leben in Kleinstwohngruppen im gesamten Stadtgebiet. Im Außenwohnbereich Schmallenberg-Gellinghausen werden sogar seit 40 Jahren Menschen mit der Doppeldiagnose Sucht/ psychische Erkrankung unterstützt. Die dort lebenden Klienten werden nun nach Olsberg ziehen. Ein barrierefreier Umbau des Fachwerkhauses mit Einzelzimmern wäre zu teuer geworden. Das Gebäude wird nun zum Verkauf angeboten. 

In der ehemaligen „Klinik am Stein“ wurde eine passende Immobilie gefunden. Das Sozialwerk St. Georg hat den mittleren Hauptteil des Gebäudes langfristig angemietet. Es erfolgten umfangreiche Bauarbeiten zur Umsetzung eines neuen Brandschutzkonzeptes. Insgesamt wurden 590.000 Euro investiert, die sich in Umbau-, Ausstattungs- und Nebenkosten gliedern. Die Arbeiten wurden überwiegend von heimischen Handwerkern aus der Region ausgeführt. Die Bauphase betrug knapp fünf Monate. 

Das neue „Haus Olsberg“ bietet 24 barrierefreie Plätze in gemeinschaftlichen Wohngruppen. „Die Größe des Hauptgebäudes ist ideal“, so Geschäftsführer Holger Gierth beim Rundgang durch die neu gestalteten Räumlichkeiten. „Jeder Klient bekommt sein eigenes Zimmer mit Bad. Eine Terrasse oder Balkon teilt er sich mit seinen Nachbarn. So sorgen wir auch dafür, dass der Innenbereich rauchfrei bleibt.“ Die zukünftigen Bewohner dürfen ihre Zimmer selbst ausstatten. Auch die Dekoration der Klinik wird von ihnen mitgestaltet, sodass eine persönliche Atmosphäre entsteht. 

Ein eigenes Zimmer mit Terrasse oder Balkon: Die Klienten dürfen ihre Räumlichkeiten zukünftig selbst ausstatten und kreativ gestalten.

Das Gebäude besteht aus drei Etagen. In jedem Stockwerk ist eine Wohngruppe mit jeweils acht Klienten untergebracht. Erwachsene Menschen, die durch den früheren Konsum von Suchtmitteln psychisch erkrankt sind, erhalten hier nach ihrem Bedarf Unterstützung. „Die Kombination aus Sucht und psychischer Erkrankung und die daraus resultierende Vielschichtigkeit bedarf einer professionellen, auf die Person abgestimmten Assistenz“, erklärt Mike Steinhanses, Regionalleiter der Region Hochsauerland-Ost. Das Wohnkonzept sei darauf ausgerichtet, Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung und Suchtmittelabhängigkeit zu befähigen, so selbstbestimmt und selbstständig wie möglich zu leben und eine Verselbstständigung aus dem gemeinschaftlichen Wohnen zu erreichen. 

„Zum Erlangen der persönlichen Ziele bieten wir ausreichende Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung, das Erlernen von Alltagskompetenzen und Handlungsalternativen zum Konsum, das Erleben von Gemeinschaft sowie eine individuelle Freizeigestaltung“, ergänzt Fachleiterin Viktoria Kaulmann-Sirotkin. „Darüber hinaus erfahren Klienten, wie sie ihren Tagesablauf sinnvoll gestalten können, erhalten die Möglichkeit zur Teilhabe am Arbeitsleben und dem Sozialraum. Zur Umsetzung dieser verantwortungsvollen Aufgabe stehen erfahrene und kompetente Mitarbeiter den Klienten rund um die Uhr zur Verfügung.“ 

Der Umzug beginnt am kommenden Dienstag – natürlich unter Einhaltung der Corona-Vorschriften. Die Klienten werden bereits am Freitag die erste Nacht in ihren neuen Zimmern verbringen. In Gellinghausen waren die Bewohner gut in die Dorfgemeinschaft integriert. „Ich hoffe, dass wir das hier genauso hinbekommen“, wünscht sich Fachleiterin Elisabeth Hesse. Ein Kennenlernfest im vergangenen Jahr – vor Corona – stimmt die Mitarbeiter bereits positiv: „Unsere zukünftigen Olsberger Nachbarn haben uns willkommen geheißen, waren herzlich, offen und neugierig bei unserer Vorstellung.“ Sobald es wieder möglich ist, soll die Einweihungsfeier folgen.

Sozialwerk St. Georg

Das Sozialwerk St. Georg ist ein soziales Dienstleistungsunternehmen mit Angeboten für rund 4600 Menschen mit Assistenzbedarf in circa 5100 Assistenzverhältnissen in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens. Rund 2600 Mitarbeitende erbringen Dienstleistungen zum Beispiel für Menschen mit geistiger Behinderung, psychischer oder Sucht-Erkrankung.

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