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Tierarzt-Familie geschockt: Trächtiges Schaf getötet

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Auch Waldschaf Emilia und ihr Lämmchen Rabana gehören in den Bestand von Kristin Kruse, deren trächtiges Tier "Sina" auf der Weide den Vandalen zum Opfer fiel. Foto:SK
Auch Waldschaf Emilia und ihr Lämmchen Rabana gehören in den Bestand von Kristin Kruse, deren trächtiges Tier "Sina" auf der Weide den Vandalen zum Opfer fiel. Foto:SK

Mutmaßliches Täter-Trio hinterließ eine Spur der Verwüstung

Elleringhausen.(akj)

Vandalismus, Sachbeschädigung und offensichtlich auch massive Tierquälerei mit Todesfolge haben sich vergangene Woche auf einer Schafweide in Elleringhausen ereignet. Die Obduktionsergebnisse des Veterinäruntersuchungsamts liegen den Besitzern noch nicht schriftlich vor. Sicher ist, dass das trächtige Schaf grausam verendet ist. Die Halter sind fassungslos. Ein Täter ist bereits gefasst, zwei weitere Tatverdächtige wurden ausfindig gemacht.Eine Tierarzthelferin machte den grausamen Fund: Sie fand das verendete Tier — Schaf Sina — mitten auf der Weide "Am Knochen", verdeckt von einer Heuraufe, die aus dem Stall entwendet wurde. "Wir waren geschockt", erklärt Tierärztin Kristin Kruse, der die Schafe gehören. "Es ist unfassbar. Insgesamt sind nun drei Tiere tot, Sina hätte im März zwei Lämmchen bekommen", so die Besitzerin. "Der genaue Obduktionsbericht liegt mir noch nicht in Schriftform vor, aber Sina hatte Trümmerfrakturen im Gesichtsbereich", berichtet die Tierärztin.

Bei Sina handelte es sich um ein Waldschaf, eine hier im Land seltene Rasse: "Davon gibt es nur gut 1000 Tiere in Deutschland", erklärt Kristin Kruse, die die genügsame Rasse züchtet und auf ihrer Internetpräsenz http://www.waldschaf.com vorstellt. "Sonst stehen die Schafe außerhalb des Ortes, wir haben sie extra nach Elleringhausen geholt, weil sie trächtig sind. Und dann passiert so etwas", die Familie ist entsetzt. Die Zauntore waren ausgehängt, so dass die Schafherde entlaufen konnte. Alle Schafe außer Sina sind entkommen.

Zudem haben die Vandalen die Bremse eines Pferdanhängers gelöst, so dass dieser bergab rollte und im Zaun hängen blieb. Auch die Futterkrippen wurden vom eigentlichen Standort entfernt und umgeworfen.

Spur der Verwüstung

zog sich weiter

Die Spur der Verwüstung zog sich auch über den Wald- beziehungsweise über den Radweg in Elleringhausen: Ein herausgerissenes Straßenschild, auf den Weg gelegte Baumstämme, eine abgebrochene Schranke sowie ein zerstörter Zaun am Feuerlöschteich der Stadt Olsberg stehen zu Buche. Ein Hochsitz fiel den Vandalen zum Opfer, zudem suchten sie einen Pferdestall heim. Hier wurden Scheiben sowie Zäune und Absperrungen demoliert. Die dort untergebrachten Pferde wirkten zwar verstört, blieben aber unverletzt.

Ein 21-jähriger Mann wurde stark alkoholisiert in Tatortnähe aufgefunden. Eine Spaziergängerin entdeckte den unterkühlten Elleringhausener und alarmierte die Rettungskräfte, die ihn zur Intensivstation ins Olsberger Krankenhaus transportierten. Hier wurde der Mann von der Polizei aufgesucht: Seine Hände waren verdreckt und blutverschmiert. Die Beamten stellten Proben zur Beweisführung sicher, ihm kann die Tat zugeordnet werden.

Hinweise aus der Bevölkerung hatten ergeben, dass zur Tatzeit drei junge Männer auf dem Weg gesehen wurden. Zwei weitere Tatverdächtige wurden ausfindig gemacht. Die Beamten in Olsberg schließen nicht aus, dass das Trio weitere Sachbeschädigungen in Elleringhausen begangen hat.

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