Aus Maria-Kahle- soll nun die Josef-Rüther-Straße werden

Umbenennung der Straße

Neuer Name für eine „alte“ Straße: Die Stadt Olsberg schlägt dem Stadtrat vor, die Maria-Kahle-Straße umzubenennen.

Hintergrund: Neuere Forschungen und bislang nicht bekannte Archivquellen haben die geistige Nähe der 1891 geborenen Schriftstellerin zum nationalsozialistischen Terrorregime deutlich gemacht.

Olsberg.

Maria Kahle lebte mit ihrer Familie seit 1908 in Olsberg, wo sie auch 1975 verstarb. Neben religiöser und Naturlyrik beschäftigte sie sich in ihren Schriften auch mit völkisch-nationalen und antidemokratischen Gedanken. Mehr als das: Aktuelle Forschungsergebnisse hätten die aktive Unterstützung des NS-Regimes klar herausgestellt, so Bürgermeister Wolfgang Fischer. Unter anderem hätte Maria Kahle das verbrecherische „Ostsiedlungsprogramm“ und eine „Kriegführung bis zum letzten Blutstropfen“ propagiert. Ein solches Gedankengut habe in der Stadt Olsberg keinen Platz, unterstreicht Fischer: „Auch nicht in Form von Straßennamen.“

Die Stadt Olsberg schlägt deshalb vor, die Verbindungsstraße zwischen Stehestraße und Bigger Platz in Josef-Rüther-Straße umzubenennen. Der gebürtige Assinghauser Josef Rüther (1881 bis 1972) war Heimatforscher, Publizist und Mundartdichter. Als katholischer Pazifist war er im Heimatbund deutscher Katholiken aktiv und litt unter der Verfolgung des NS-Regimes. „Schon früh hat Josef Rüther die völkischen und nationalistischen Inhalte im Werk Maria Kahles angegriffen“, so Wolfgang Fischer.

Die Anlieger der bisherigen Maria-Kahle-Straße hat die Stadt bereits über den Vorschlag informiert. „Sie haben viel Verständnis für den Vorstoß gezeigt“, so Bürgermeister Fischer. Zur Entscheidung steht die Umbenennung in der Sitzung des Stadtrates, die am kommenden Donnerstag, 21. Februar, um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses beginnt. Die Zusammenkunft ist öffentlich. Wolfgang Fischer: „Ich setze auf eine breite politische Zustimmung zu diesem Vorhaben.“

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