Birgit Sippel: „EU schreibt keine Eingleisigkeit vor“

Vorwurf schnell entkräftigt

In der Diskussion ist der Tunnel zwischen Elleringhausen und Brilon-Wald, der eingleisig werden könnte.

Dass sich die Gemeinde Bestwig für eine zweigleisige Sanierung der Tunnel der Oberen Ruhrtalbahn einsetzt, wurde im vergangenen Monat bekannt. Die Deutsche Bahn AG hatte vor geraumer Zeit angekündigt, dass sie eine Erneuerung des Glösinger, Freienohler und Elleringhauser Tunnels plane. Die DB stellt dabei unter anderem dar, dass zweigleisige Tunnelröhren über 1.000 Meter nicht mehr gebaut werden dürften.

Derzeit gibt es schon ein Begegnungsverbot für zwei Züge im rund 1.400 Meter langen Elleringhauser Tunnel zwischen Olsberg und Brilon- Wald. So schreibt die Europaabgeordnete Birgit Sippel in einer Pressemitteilung. „Es war gerüchteweise zu vernehmen, dass ein solches Begegnungsverbot für zwei Züge in Tunneln über 1.000 Metern Länge von der EU vorgeschrieben werde. Das ist aber nicht der Fall“, stellt die südwestfälische Europaabgeordnete klar. Auf Nachfrage bei der Europäischen Kommission habe ihr diese bestätigt: „Die für Eisenbahn-Tunnel relevante ‚Technische Spezifikation für die Interoperabilität – Sicherheit in Eisenbahntunnel (TSI – SRT)‘ schreibt kein Begegnungsverbot beziehungsweise ein Verbot für ein gleichzeitiges Befahren mehrerer Züge in Tunneln über 1.000 Metern vor.“ Die Spezifikation, so Sippel weiter, verlange allerdings die Aufstellung eines Tunnelnotfallplans, aufgrund dessen eine Beschränkung auf einen eingleisigen Verkehr erforderlich oder als sinnvoll erachtet werden könne. „Eine direkte Vorschrift für ein Begegnungsverbot kann allerdings nicht aus der Technischen Spezifikation abgeleitet werden“, betont Birgit Sippel. „Eine maßgebliche technische Vorschrift für Tunnel über 500 Metern Länge ist dagegen die Richtlinie des deutschen Eisenbahn-Bundesamts ‚Anforderungen des Brand- und Katastrophenschutzes an den Bau und den Betrieb von Eisenbahntunnel‘, die unter anderem Vorgaben zu Fluchtwegen, Rettungsschächten und Energie- und Löschwasserversorgung enthält“, weiß die SPD-Europaabgeordnete, die hierzu auch Kontakt zu einem Kollegen aus dem Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags hatte. „Die geplante Tunnelsanierung der Oberen Ruhrtalbahn ist wieder mal ein schönes Beispiel dafür, dass insbesondere bei kontrovers diskutierten Vorhaben und Maßnahmen die EU als ‚Sündenbock‘ herhalten muss. Dieser Vorwurf lässt sich aber auch hier ganz schnell entkräften“, so Sippel. „Um Gerüchten vorzubeugen, sollte die Deutsche Bahn daher stets mit offenen Karten spielen, was ihre Pläne für die Tunnelsanierung der Oberen Ruhrtalbahn anbelangt“, rät Sippel.

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