Wandern ohne Hindernis

Ein neuer Wanderweg für alle, egal ob mit oder ohne Rollstuhl: Am vergangenen Freitag eröffnete Olsbergs Bürgermeister Wolfgang Fischer zusammen mit den Projektbeteiligten die 'Große Freiheit Siebenstern'.

Ein kurzer Schnitt mit der Schere, schon war das symbolische Band durchtrennt und die Wanderer zu Fuß und im Rollstuhl machten sich zum ersten Mal gemeinsam auf den Weg. Am vergangenen Freitag eröffneten die beteiligten Projektpartner zusammen mit Olsbergs Bürgermeister Wolfgang Fischer den neuen Wanderweg namens "Große Freiheit Siebenstern" am Langer Berg.

Das Besondere an diesem neuen Angebot: Der Weg mit seinen fünf Erlebnisstationen ist fast vollständig barrierefrei. "Angesprochen sind neben Menschen mit Behinderung auch Familien mit Kindern in Kinderwagen, ältere Menschen und Besucher der Reha-Einrichtungen in Olsberg", sagte Bürgermeister Fischer in seinem Grußwort.

Der gut zwei Kilometer lange Weg beginnt und endet am Wanderparkplatz auf dem Langer Berg, dem so genannten Tor zur Waldroute. Die Strecke führt über einen Teil der Waldroute und des Kneippwegs. "Die Stationen am Wegesrand machen den neuen Wanderweg zu einem echten Walderlebnispfad", sagt Mechthild Funke von der Olsberg Touristik. Unter anderem gibt es ein Baumtelefon, ein Klangspiel aus Baumstämmen und ein Hochsitz, der auch mit dem Rollstuhl, dem Rollator oder dem Kinderwagen befahren werden kann.

Ehrenamtlich Stationen gebaut

Gebaut haben diese Stationen die angehenden Werker in der Forstwirtschaft des Josefsheims Bigge und ihr Ausbilder Achim Beule. Der Werker in der Forstwirtschaft ist seit knapp vier Jahren im Ausbildungsangebot des Berufsbildungswerks im Josefsheim. Knapp 100 Arbeitsstunden haben die Auszubildenden am Langer Berg geleistet, um die Stationen zu planen und zu bauen. Sie haben ihre Arbeitsleistung kostenfrei in das Projekt eingebracht.

Ebenfalls ehrenamtlich waren Menschen mit Behinderung aus dem Josefsheim schon im Frühjahr auf dem Langer Berg unterwegs. Sie haben den neuen Wanderweg auf Barrierearmut getestet und ihre Erfahrungen in die Entwicklung einfließen lassen. Finanziell unterstützt wurde das Projekt von der Volksbank Sauerland, RWE und dem Förderverein der Schule an der Ruhraue in Bigge.

Die "Große Freiheit Siebenstern" steht nun - rechtzeitig zu den Sommerferien - der Öffentlichkeit zur Verfügung. Der "poetische Name", wie Bürgermeister Fischer bei der Eröffnung sagte, setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Die "Große Freiheit" weist auf die Barrierearmut des Weges und der Stationen hin. Und der Siebenstern ist eine bodennah wachsende Blume aus der Familie der Primeln, die auf dem Langer Berg entlang des neuen Wanderweges besonders häufig vorkommt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare