Trotz seiner 74 Jahre noch kein bisschen leise

Weltstar Albert Hammond im Interview: "Die Musik hält mich jung"

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„Ich fühle mich fit, hab noch viele Pläne und Ideen“ – ans Aufhören denkt Albert Hammond auch mit 74 Jahren noch lange nicht.

Olsberg. Albert Hammond ist trotz seiner einzigartigen Erfolgsgeschichte bodenständig und bescheiden geblieben – angesichts von 360 Millionen verkaufter Platten weltweit und mehr als 30 Top 40 Hits sowie der Aufnahme in die ruhmreiche Songwriter Hall Of Fame sicherlich keine Selbstverständlichkeit. Doch der Sänger, Songwriter und Entertainer weiß auch nach über 50 Jahren im Musikgeschäft noch genau, wem er dieses Glück zu verdanken hat – nämlich seinen Fans. Diese können den heute 74-Jährigen im Rahmen seiner „Songbook Tour“ am Donnerstag, 22. November, in der Konzerthalle Olsberg live erleben. Im Interview mit Kurier-Redakteur Lars Lenneper und René Possekel berichtet der Weltstar, warum sein Sohn ihn zu einem Bühnencomeback nach über 30 Jahren verholfen hat, wie viel ihm seine Songs bis heute bedeuten und was seine Fans in Olsberg erwarten dürfen.

Herr Hammond, Ihre aktuelle „Songbook-Tour“ führt Sie durch Deutschland, Belgien und die Schweiz. Also ist die erste Frage recht simpel: Wo erreichen wir Sie gerade?

Albert Hammond: Im Moment bin ich in den USA, und zwar in Los Angeles.

Das viele Reisen und die Tourneen sind doch bestimmt sehr anstrengend für Sie. Wie halten Sie sich im zarten Alter von 74 Jahren noch fit?

Hammond: Naja, Stress ist das nicht für mich – die Bühne und die Musik, das ist mein Leben und das hält mich jung. Es macht mir einfach Spaß, vor Publikum zu spielen. Ich möchte den Menschen etwas von dem Glück, was ich durch Sie erfahren habe, zurückgeben. Zusätzlich versuche ich, jeden Tag zu laufen.

Trotz Ihres großen Erfolges haben Sie sich nach Ihrem letzten Solo-Album „Somewhere in America“ im Jahr 1982 dazu entschieden, sich ein Stück weit aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Was war der Grund dafür?

Hammond: Meine Familie! Ich wollte gerne meinen Sohn aufwachsen sehen und dabei sein und nicht ständig unterwegs sein. Jetzt macht er selbst erfolgreich Musik. Als ich eine Show von ihm besuchte, da merkte ich wie sehr mir die Bühne fehlte und so hab ich dann wieder angefangen.

Also war er (Albert Hammond Jr.) es, der Sie nach über 30 Jahren Pause 2013 zum Bühnencomeback bewegte?

Hammond: Ich habe Anfang der 80er Jahre aufgehört auf der Bühne zu spielen, um für meine Familie da zu sein. Als meine beiden Töchter geboren wurden, habe ich den Fehler begangen, auf Tour und Promotion zu gehen, das heißt, ich konnte nicht viel Zeit mit ihnen verbringen. Als Albert jr. geboren wurde, da habe ich begonnen, dies zu verändern und wirklich als Vater da zu sein und es hat unglaublich viel Spaß gemacht, ihn aufwachsen zu sehen. 30 Jahre später spielte mein Sohn mit seiner Band „The Strokes“ im Madison Square Garden in New York und ich war beeindruckt – ein glücklicher Moment und ich sagte mir: Da möchte ich auch wieder hin, auf die Bühne zu meinen Fans, die Songs und das Publikum spüren.

„Meine Songs sind wie meine Kinder“

Denken Sie denn auch über eine musikalische Zusammenarbeit mit Ihrem Sohn nach?

Hammond: Das haben wir schon gemacht. Auf der Platte „Legend 1“ singen wir einen Song zusammen, den ich mit Annette Humpe geschrieben habe. Natürlich ist es etwas Besonderes, wenn der Sohn auch Musik macht.

Statistisch gesehen wird alle zwei Minuten irgendwo auf der Welt ein Lied von Ihnen gespielt. Bedeutet Ihnen das heute auch noch etwas oder wird so etwas zur Routine?

Hammond: Ja, das ist schon ein besonderes Glück und für mich keine Selbstverständlichkeit. Meine Songs sind wie meine Kinder, ich liebe sie alle und wenn sie heute noch gespielt und gehört werden, macht mich das natürlich stolz.

Also gibt es auch keinen Song, den Sie selbst so gar nicht mehr hören mögen?

Hammond: Nein, warum auch? Wie gesagt, das sind meine Kinder. Natürlich habe ich dem einen oder anderen Song mehr zu verdanken, aber ich liebe sie alle und spiele sie auch alle gerne.Sie bedeuten alle etwas für mich.

Vom legendären Johnny Cash über Joe Cocker bis hin zu modernen Popstars wie Duffy haben Sie als Produzent mit zahlreichen Superstars zusammengearbeitet. Was ihr ihr Erfolgsgeheimnis?

Hammond: Ja, da bin ich wirklich etwas Besonderes, weil ich mit so vielen großartigen Musikern arbeiten durfte – auch Musikern aus unterschiedlichen Bereichen. Aber einen Masterplan dafür hat es nie gegeben.

Sie sprachen eingangs bereits davon, dass Ihr Sohn Sie ein Stück weit zum Bühnencomeback gebracht hat. Wie fühlt es sich an, nach über 30 Jahren wieder live vor Publikum aufzutreten?

Hammond: Es ist einfach großartig. Und es ist einfach toll. Ich bin sehr glücklich, wieder spielen zu dürfen und freue mich immer auf mein Publikum.

„Ich möchte den Fans etwas zurückgeben“

Angesichts Ihres Erfolges und Ihres Ansehens überrascht es schon ein wenig, dass Sie bei Ihrer aktuellen Songbook-Tour hauptsächlich die eher kleinen Städte und Hallen ansteuern. Was machen gerade diese Lokalitäten für Sie so besonders?

Hammond: Ja, gerade in diesen Städten bekommen wir ein gewaltiges Feedback von den Fans, sie freuen sich, dass ich zu ihnen komme – in ihre „kleine Stadt“. Es wäre leicht auch in Berlin, Frankfurt, München oder Hamburg zu spielen, aber gerade die mittelgroßen Städte machen einen Unterschied. Es gibt hier eine unglaubliche Herzlichkeit vom Publikum, daher habe ich meine erste Live-CD überhaupt auch der Stadt Wilhelmshaven zugeschrieben. Meine Show in Wilhelmshaven war einfach einhundert prozentig. Eine Stadt, die wahrscheinlich nicht viele Leute kennen, aber es war ein unvergleichbares Erlebnis dort gewesen zu sein. Wir freuen uns, gerade in diesen Städten spielen zu dürfen.

Eine dieser kleinen Städte ist zweifellos auch Olsberg, wo sie am 22. November in der Konzerthalle gastieren.Was dürfen Ihre Fans im Sauerland von Ihnen erwarten?

Hammond: Ich habe einen unvergleichbaren Schatz an Liedern, auf die ich zurück greifen kann, Meine Band und ich haben eine Show, die das Publikum mitnimmt auf eine Zeitreise durch die Musik, meine Musik. Und ich hoffe, dass es mir gelingt, mein Publikum zwei Stunden in eine andere Welt zu entführen. Ihnen etwas zurück zu geben von dem Glück, das ich ihnen zu verdanken habe.

Und wie lange werden wir noch das Vergnügen haben, Mr. Albert Hammond live on stage zu erleben?

Hammond: Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Ich fühle mich fit, habe noch viele Ideen und Pläne – warum sollte ich da aufhören? Ich möchte meinem Publikum treu bleiben so lange es geht – und ich hoffe, sie mir auch!

Vielen Dank für das Gespräch.

Wer live dabei sein möchte, der bekommt Tickets für das Konzert am 22. November in Olsberg auch auf den Portalen Eventim und Reservix im Internet sowie an der Abendkasse.

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