Leben der Menschen im Valme- und Elpetal geprägt

Wesen und die Bedeutung des Erzbergbaus: Neue Schautafeln aufgestellt

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Die neuen Schautafeln veranschaulichen das Wesen und die Bedeutung des Erzbergbaus. Die Helfer präsentieren eine der Bergbautafeln in Heinrichsdorf

Elpe/Heinrichsdorf – Im Leader-Projekt „Darstellung historischer Bergbauanlagen“ sind vier Schautafeln im Elpetal, in Heinrichsdorf und bei Fort Fun aufgestellt worden.

Ziel der Anbringung der historischen Schautafeln soll es sein, das Wesen und die Bedeutung des Erzbergbaus, der jahrhundertelang das Leben der Menschen im Valme- und Elpetal und darüber hinaus entscheidend geprägt hat, in sachlicher und verständlicher Form zu veranschaulichen. Die Tafeln stehen jetzt kurz hinter Wiggeringhausen an der Kreisstraße nach Gevelinghausen, an der „Plästerlegge“ beim Elper Wasserfall, mitten in Heinrichsdorf und in Wasserfall unterhalb des Ferienparks Fort Fun. 

Neben dem SGV Elpe als Träger mit seinem Vorsitzenden Willy Judith war auch der Heimatverein Elpe maßgeblich am Projekt beteiligt. Der Förderverein des Sauerländer Besucherbergwerks in Ramsbeck erklärte sich bereit, die Infos zum Bergbauwanderweg zu ergänzen. 

Für Elpe stellt der Bergbau über Jahrhunderte eine besondere Bedeutung dar. Die Tafeln zeigen die großen Schwierigkeiten, die Unfallgefahren und die erheblichen gesundheitlichen Schäden, die die Arbeit mit sich brachte. Auch die meist überaus langen Wege, die der Bergmann noch weit bis ins 20. Jahrhundert zu Fuß oder teils mit dem Fahrrad zurücklegen musste. Die Bergleute kamen aus Elpe, Altenfeld, Gevelinghausen, Brunskappel, Wulmeringhausen, sogar aus Bruchhausen, Bigge und Helmeringhausen. Sie gingen im Dunkeln zur Arbeit und kamen im Dunkeln wieder nach Hause. Viele Bergleute wurden nicht einmal 40 Jahre alt. Heinrichsdorf und Andreasberg nannte man im Volksmund „Witwendörfer“. 

Der Ursprung des Ortes Heinrichsdorf ist eng mit dem Ramsbecker Bergbau verbunden. In der Mitte des 19. Jahrhunderts sollten die Ramsbecker Blei- und Zinklagerstätten zum größten Industriezentrum Europas ausgebaut werden. Es sollten tausend Bergleute angelockt werden. Ende Oktober 1854 zogen die ersten Bewohner in das neue Heinrichsdorf ein. 

"Bereicherung für die Stadt Olsberg"

Die Bergleute kamen vornehmlich aus dem Erzgebirge und der Gegend von Zwickau, Schneeberg und Freiberg in Sachsen. Die Bergmannsfamilien wohnten sehr beengt und führten ein recht bescheidenes, teils ärmliches Leben. Jeder Wohnung waren ein Stall für Ziegen, Schweine und Hühner und für die Lagerung von Futtervorräten sowie ein Schuppen für die Gartengeräte und Brennmaterial zugeordnet. Das Trinkwasser schöpfte man aus einem Ziehbrunnen außerhalb des Hauses. Auch die Toiletten lagen draußen. Die Bergleute, die größtenteils unter Tage arbeiteten, erhielten einen kärglichen Lohn. Da die Renten der Witwen sehr gering waren, schickten die Witwen ihre Jungen täglich in die sogenannten „Pochbuden“ (pochen = schlagen), um dort das Erz vom erzfreien Gestein zu trennen. Im Jahre 1954 waren noch 46 Personen aus Elpe und Heinrichsdorf im Ramsbecker Revier beschäftigt, bis 1974 die Zeche endgültig geschlossen wurde. 

Elisabeth Nieder, allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters in Olsberg, zeigte sich erfreut über das gelungene Werk: „ Die Bergbautafeln stellen eine Bereicherung für die Stadt Olsberg dar, durch die sie die lange Bergbaugeschichte des Elpetals für die Menschen in Gegenwart und Zukunft lebendig macht. Besonderer Dank geht an Willi Judith, der sich mit Herz und Leidenschaft für dieses Projekt eingesetzt hat.“

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