Windkraft in Olsberg

Die grün gekennzeichneten Flächen bieten die besseren Voraussetzungen für einen eventuellen Windpark im Olsberger Stadtgebiet.

Der Olsberger Ratssaal war gefüllt, als die CDU-Ortsunion Bigge-Olsberg zur Diskussion zum Thema "Windkraftanlagen in der Stadt Olsberg" einlud.

Der Windkrafterlass des Landes NRW gibt vor, bis zum Jahr 2020 15 Prozent des Strombedarfs durch Windkraft zu decken. Um dieses Ziel zu erreichen, gilt es zum einen bestehende Windparks zu modernisieren und die Anlagen durch neuere und leistungsfähigere zu ersetzen. Zum anderen sind aber auch neue Windparks zu schaffen. Welche Flächen dafür im Stadtgebiet Olsberg in Frage kommen, erläuterte Hubertus Schulte, Stadt Olsberg, Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung, anhand einer Tabuflächenstudie.

Windhöffigkeit (Ertrag), Wasserschutzfunktionen, Geländeneigung und Platzbedarf (circa 50 Hektar für vier Drei-Megawatt-Anlagen) sind die Kriterien, anhand derer potenzielle Flächen ermittelt wurden (siehe Karte). Als zusätzliches Kriterium ist der Einfluss auf das Landschaftsbild zu nennen. Dieses wurde in der Karte mit einer Ampel dargestellt. Die grün gekennzeichneten Flächen bieten die besseren Voraussetzungen. Die komplette Studie kann unter olsberg.de eingesehen werden.

Ob aber jemals auf diesen Flächen Windparks realisiert werden, hängt nun vom Interesse der Investoren und der Bereitschaft der Grundstückseigentümer ab, ihre Flächen zur Verfügung zu stellen. Konkrete Immissions- und Artenschutzgutachten sind ebenfalls noch erforderlich.

Elmar Reuter vom Regionalrat der Bezirksregierung wies darauf hin, dass die Festlegung von Flächen für Windparks auch zwischen den Kommunen abgestimmt werden müssten, denn "wer schaut schon gerne auf den Windpark des Nachbarn". Um die Vorgaben von Bund und Land zu erfüllen, reicht es aber nicht aus, die Windräder aufzustellen. Es müssen auch neue Netztrassen gebaut und Speichermöglichkeiten geschaffen werden. Um regional eine größere Wertschöpfung zu erreichen, können Bürgerwindparks eine interessante Alternative zu Großinvestoren darstellen.

15 bis 20 Anlagen erforderlich

Als dritter Redner stellte Thomas Hachmann, Vorsitzender des Bundesverbands WindEnergie, Regionalverbund Südwestfalen und selbst Betreiber von Windkraftanlagen, seine bisher realisierten Projekte in Madfeld, Bleiwäsche, Jöhstadt und Engelsberg vor. Er zeigte die Entwicklung der Windkraft-Technologie und rechnete vor, dass 15 bis 20 Anlagen erforderlich wären, um den gewünschten Anteil des Olsberger Strombedarfes abzudecken. Solche Anlagen haben eine Höhe von ungefähr 180 Meter.

Alle Redner sprachen sich für eine intensive Bürgerbeteiligung aus.

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