Bürgerinitiative informiert über Situation

Windkraft rund um Elpe

Rund 200 Bürger ließen sich von den örtlichen Experten zum Thema Windenergie rund um Elpe informieren. Foto: Leske

Die industrielle Windenergie rund um Elpe wurde am Donnerstag von der Bürgerinitiative „Windflut Elpe“ und dem Verein für Umwelt- und Naturschutz aus Schmallenberg in der örtlichen Schützenhalle thematisiert.

Didi Burmann begrüßte die rund 200 interessierten Bürger bevor die Bauingenieurin Bettina Knoche die aktuelle Situation in Ortsnähe erklärte.

Die Städte Winterberg und Schmallenberg weisen in Altenfeld und bei Bödefeld Vorrangflächen für je vier Windkraftanlagen aus. Auch von der Stadt Bestwig könnten noch Flächen zur Windenergieerzeugung an der Ortsgrenze hinzu kommen. Mit den in Olsberg geplanten, wären das dann 25 neue Windkraftanlagen, zu den drei bereits vorhandenen. Diese Situation sei nicht tragbar und die Bürgerinitiative Elpe will informieren und sich wehren.

Georg Wüllner, Physiotherapeut aus Bödefeld, referierte als nächstes über die bereits oft diskutierten gesundheitlichen Fakten. Es gibt bisher keine einheitlich festgelegten Abstandsrichtlinien zu Wohngebieten. Georg Wüllner findet es „krank“ und gegen das Grundgesetz, dass die Abstände an Ballungsgebieten höher gesetzt werden als an kleineren Orten.

Christian Müller, Präsident des Landgerichts Arnsberg a.D. nahm, wie bereits auf der Versammlung in Gevelinghausen, Stellung zu den rechtlichen Fragen und erklärte die Nachteile der Windvorrangflächen. Der Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Karl-Heinz Weigand, spricht sich für Windenergie aus, da andere Energiequellen wie Atomkraft, Braunkohle oder Gas auf Dauer keine Alternativen seien. Über die Auswirkungen auf die Bereiche Tourismus, Natur referierte Ing. Martin Peters. Als Vorsitzender des Vereins für Umwelt- und Naturschutz Schmallenberg hatte Martin Peters vor einigen Jahren gesagt, „Lieber Windräder als ein Atomkraftwerk im 100 Kilometer Umkreis.“ Diese Meinung habe sich durch seine zusammengetragenen Informationen in „Wir sollen das gänzlich lassen!“, geändert. „Ebenso sehen die Perspektiven für unsere Kinder nicht gut aus.“ Leer stehende Häuser, Bauruinen und leere Kindergärten sind seiner Ansicht nach die Zukunft. Der Tierschutz wird höher bewertet als das Wohl der Bürger, ärgert er sich. Jürgen Schröder stellte als Energietechniker im Anschluss die Wirtschaftlichkeit der Windenergie aus seiner Sicht dar. Die angegebene Nennleistung von WKAs würde im Sauerland nicht erreicht, da die benötigten Windgeschwindigkeiten gar nicht, oder nur sehr selten vorhanden seien. Laut seiner Aussage ist es auch technisch nicht möglich, die Energie aus Windkraft und Photovoltaik zu speichern. Ferner würden 200.000 Anlagen der 4 MW Klasse benötigt, um Deutschland zu 100 Prozent mit Strom zu versorgen. Jürgen Schröder macht sich zusätzlich Sorgen was mit ausgedienten Windrädern passiert, wenn die Betreiber aufgrund der Unwirtschaftlichkeit Insolvenz anmelden müssen. Die dafür vorgesehenen Rücklagen der Betreiber für den Rückbau seien nicht insolvenzsicher, der Rückbau damit nicht gesichert und später blieben die Ruinen in der Gegend stehen. Die Insolvenzgefahr untermauerte er weiter mit den nur sehr wenigen Wind-Stunden im Jahr. Für einen wirtschaftlichen Betrieb seien 2.500 Stunden im Jahr nötig, im Sauerland könnten aber nur rund 1.500 Stunden erreicht werden.

Genau abwägen

Karl Josef Steinrücken, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Olsberg, meldete sich zu Wort und erklärte, dass der Rat mit den Eingaben der Bürger und den gesammelten Erkenntnissen sehr genau abwägen wird, ob die Änderung des Flächennutzungsplans erfolgt oder auch nicht. Er betonte, dass Bürgermeister Wolfgang Fischer sehr gut beraten ist, sich während des laufenden Verfahrens neutral zu verhalten, um Rechtsvertretern beider Seiten keine Klage zu ermöglichen. Martin Peters vermisst allerdings genau diese Positionierung und fordert die Sauerländer Bürgermeister auf, geschlossen nach Berlin zu fahren um dort den Unmut über eine übervoreilige Energiewende zu verdeutlichen. Dirk Kreutzmann zeigte zum Abschluss einen Film des Autors Jacques Berndorf über den Windpark im Soonwald. (Von Jörg Leske, olsberg@sauerlandkurier.de)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare