Zündende Ideen gefragt

Setzten sich an einen runden Tisch: Mieter, Vermieter, Bankvertreter, Stadtvertreter und die WG. Foto: Jana Sudhoff

Wer in Olsberg die Geschäfte entlang flaniert, der blickt vermehrt in leere Schaufenster. Sechs Leerstände sind es derzeit, drei davon in guter Lage am Markt. Für Helmut Schmücker, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Olsberg-Bigge, Alarmierende Zustände. Wo geht das Einkaufsverhalten hin? Was machen Handwerk und Einzelhandel vielleicht verkehrt? Wie können wir Olsberg als Einzelhandels-Standort attraktiver machen? Diese Fragen stellte der Friseurmeister am Montagabend zur Diskussion.

Für Schmücker ein Versuch, alle — Ladenbesitzer, Pächter, Stadt, Architekt und Banken — an einen Tisch zu bekommen. Rund 25 Gäste waren der Einladung ins Rathaus gefolgt. "Wir können Riesen-Probleme nur lösen, indem wir Netzwerke aufbauen", sagte Bürgermeister Elmar Reuter, "in denen wir querbeet zusammenarbeiten und möglichst schonungslos und transparent Analyse betreiben." Der Bürgermeister bot vonseiten der Stadt an, auf Wunsch "zuzuarbeiten, zu recherchieren, Analyse zu betreiben, zu moderieren". Dabei müsse man den Mut haben, Schwerpunkte zu setzen, also bestimmte Standorte aufzuwerten, andere gegebenenfalls für den Einzelhandel aufzugeben.

"Ich wage zu behaupten, dass es an zu hohen Mietpreisen und zu langen, steifen Mietverträgen liegt", sagte Carola Kotthoff (Sinfonie Hausverwaltung Olsberg). Sie schlug geringere Einstiegsmieten und eine Staffelung der Vertragszeiten vor, um Menschen mit Geschäftsideen die Hemmschwelle zur Selbstständigkeit zu nehmen. Andere Vorschläge aus dem Plenum: jüngere Mode anbieten, ein Zugpferd nach Olsberg holen — "Etwas Besonderes, was man sonst nirgendwo hat." — oder frei werdende Objekte in einer gemeinsamen Datenbank einstellen.

Der Konsens des Abends: Man werde über die Gründung eines Arbeitskreises nachdenken. Schmücker zeigte sich zufrieden: "Wenn sich eine Gruppe bildet, hat sich der Abend schon gelohnt. Wenn mehrere zusammensitzen, multiplizieren sich die Ideen." Schließlich sei in Olsberg nicht tote Hose, sondern alle Kommunen hätten mit Leerständen zu kämpfen. "Grundsätzlich haben wir in Olsberg gute Chancen", schloss Schmücker.

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