Jeden Samstag eine andere Sichtweise

"Respekt"-Kampagne: Das sagen ein Bergwerkbetreiber und ein Beratungslehrer

Kreis Olpe/Hochsauerland. Der SauerlandKurier und der Bundesverband deutscher Anzeigenblätter (BVDA) stellen das Wort "Respekt" im Jahr 2019 in den Mittelpunkt. In einer gemeinsamen Kampagne präsentieren wir unseren Lesern jede Woche eine andere Sichtweise.

Respekt heißt, persönliche Distanz zu wahren

Das Wort „Respekt“ hat für mich mehrere Bedeutungen: Zum einen gebietet es mir, die Distanz im zwischenmenschlichen Miteinander zu wahren, dem Anderen zuzuhören und ihn auch ausreden zu lassen. Respekt heißt, eine andere Meinung zu akzeptieren und die persönliche Distanz zu wahren. 

Respekt gebührt in meinem Leben auch den Menschen, die etwas Besonderes geleistet haben und dabei viele unterschiedliche Erfahrungen im Leben sammeln konnten, gerade auch in Grenzsituationen. 

Respekt habe ich vor Menschen, die extremen Hobbys nachgehen und dabei oft auch ihr Leben riskieren. Wenn ich im Fernsehen Basejumper sehe, die mit ihren Wingsuits pfeilartig an schroffen Felsformationen vorbeifliegen, gefriert mir das Blut in den Adern. Manchmal wünsche ich mir, solche Menschen näher kennenzulernen, um deren Beweggründe für so ein gefährliches Hobby zu erfahren. 

Große Achtung bringe ich den Tauchern entgegen, die bei uns in Nuttlar im Schieferbergwerk über Stunden unterwegs sind – in bis zu 40 Metern Tiefe, in totaler Finsternis in einem Labyrinth aus Gängen und Hallen, ohne „mal eben“ auftauchen zu können... egal was passiert.

Rainer Mengelers, Schieferbau Nuttlar

Respekt als Grundlage unseres Handelns

„Lass das sein!“, „Warum machst du das?“, „Lass sie doch mal in Ruhe!“ – immer wieder erheben Schüler ihre Stimme, wenn Unrecht geschieht. Gerade gegenüber Gleichaltrigen oder Älteren für andere einzutreten ist nicht leicht. Wenn dies geschieht, dann verlangt mir das meinen Respekt ab. 

Dies bekommen wir im Beratungsteam an der St.-Franziskus-Schule in Olpe oft mit. Wir werden aber auch mit Problemen und Sorgen unser Schüler konfrontiert. Im Beratungsteam habe ich vor allem erlebt, dass das Thema Respekt eine große Rolle spielt. 

Zum einen haben wir große Achtung gegenüber den Betroffenen und ihren jeweiligen Situationen. Im Alltag sehen wir manchmal nicht, welchen (Leidens-)Druck junge Menschen mit sich herumtragen. Was hier ausgehalten wird, ist enorm. 

Umso wichtiger ist es gute Lösungen zu finden. Wir haben aber auch Achtung vor denen, die über die Stränge schlagen. Hier ist es wichtig deutlich zu machen: wir haben Respekt vor dir als Person, aber nicht für deine Tat. Eine Grundlage unseres Handelns in der Schule ist und bleibt: Respekt. 

Christoph Scheppe, Lehrer für Kath. Religion und Deutsch am St.-Franziskus-Gymnasium/Beratungslehrer an der St.-Franziskus-Schule Olpe

„Respekt!“ ist eine Kampagne des SauerlandKurier in Kooperation mit dem Bundesverband deutscher Anzeigenblätter (BVDA). Mit diesen redaktionellen Initiativen berichten die im Verband organisierten Wochenblätter verlagsübergreifend mit eigenem lokalem Fokus über relevante Themen, die Menschen in ganz Deutschland bewegen.

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