Jeden Samstag eine andere Sichtweise

"Respekt"-Kampagne: Das sagen eine Hausmeisterin und eine Kabarettistin

Kreis Olpe/Hochsauerland. Der SauerlandKurier und der Bundesverband deutscher Anzeigenblätter (BVDA) stellen das Wort "Respekt" im Jahr 2019 in den Mittelpunkt. In einer gemeinsamen Kampagne präsentieren wir unseren Lesern jede Woche eine andere Sichtweise.

Ich bewundere Menschen auf der Flucht für ihren Mut

Respekt ist ein wichtiges Thema in der heutigen Zeit. Ich habe Respekt vor den Menschen, mit denen ich tagtäglich in den Unterkünften zu tun habe. Sei es aus West- und/oder Ostafrika, wo in den letzten Jahren ein Umdenken stattfindet, indem Frauen mit ihren Töchtern vor Jahrhunderte lang gelebten Traditionen wie der Beschneidung und Verstümmelung kleiner Mädchen fliehen. Diese machen sich lieber auf eine beschwerliche, manchmal Jahre andauernde Reise in ferne Länder, ungewiss, was die Zukunft bringt, als sich von den eigenen Familien unterdrücken zu lassen. 

Großen Respekt zolle ich den Menschen, die in Indien, Pakistan oder Sri Lanka in Armut und Elend leben, obwohl sie für reiche Unternehmen zu einem Hungerlohn bis zu 16 Stunden am Tag unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen arbeiten müssen. Viele verlassen ihre Familien aufgrund von Verfolgung und den damit verbundenen Konsequenzen. Ich bewundere diese Menschen für ihren Mut. Sie fliehen, um ihre Familien zu schützen, in der Gewissheit, diese niemals wiedersehen zu können. 

Ich zolle allen Menschen Respekt, die sich beruflich oder auch ehrenamtlich engagieren, um diesen geflohenen Menschen unter die Arme zu greifen, damit sie in diesem für sie unbekannten Land schneller und besser Fuß fassen können.

Manuela Zacher, Facility Manager (Hausmeisterin) einer Asylbewerberunterkunft der Stadt Arnsberg

Respekt – eine Frage des Gebens oder Bekommens

Respekt, dieses Wort ist ein bisschen zu einem Modewort geworden. Vielleicht, weil in jedem von uns in Zeiten der Social Media und des ruppigen Umgangstons dort und allgemein in unserer Gesellschaft, die Sehnsucht nach Rückkehr zu diesen „altmodischen“ Werten groß ist. 

Ich persönlich benutze sehr gerne auch das Wort „Achtung“ oder „Hochachtung“. Und wie in allen Belangen des Lebens gehe ich davon aus, dass ich gebe, was ich haben möchte. In meinem Beruf als Kabarettistin bedeutet das, jedes Mal, wenn ich auf der Bühne stehe, mit großem Respekt vor meinem Publikum dort stehe. Sie haben sich auf den Weg gemacht, um eine gute Zeit zu erleben, also ist es für mich Ehrensache, dass ich mit einem Höchstmaß an Konzentration und Liebe an die Arbeit gehe. 

Andererseits gibt es Menschen, die im Großen oder ganz Kleinen einen immensen Aufwand betreiben, um einer Sache oder den Menschen zu dienen. Meine Lieblingsheldin diesbezüglich ist derzeit die 15-jährige Schwedin Greta Thunberg, die mit ihrer zutiefst berührenden Rede auf dem Weltklimagipfel uns Erwachsenen klargemacht hat, was Respekt vor unserer wunderschönen Erde wirklich bedeutet! 

Lioba Albus, Kabarettistin

„Respekt!“ ist eine Kampagne des SauerlandKurier in Kooperation mit dem Bundesverband deutscher Anzeigenblätter (BVDA). Mit diesen redaktionellen Initiativen berichten die im Verband organisierten Wochenblätter verlagsübergreifend mit eigenem lokalem Fokus über relevante Themen, die Menschen in ganz Deutschland bewegen.

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