Jeden Samstag eine andere Sichtweise

"Respekt"-Kampagne: Das sagen die Gleichstellungsbeauftragte und eine Fußball-Schiedsrichterin

Kreis Olpe/Hochsauerland. Der SauerlandKurier und der Bundesverband deutscher Anzeigenblätter (BVDA) stellen das Wort "Respekt" im Jahr 2019 in den Mittelpunkt. In einer gemeinsamen Kampagne präsentieren wir unseren Lesern jede Woche eine andere Sichtweise.

Ein bisschen mehr Respekt gegenüber anderen

Meine Online-Suchanfrage ergab als ersten Treffer: "Respekt, Substantiv, maskulin [der], 1. auf Anerkennung, Bewunderung beruhende Achtung „[großen, keinen, einigen] Respekt vor jemandem, etwas haben“, 2. vor jemandem aufgrund seiner höheren, übergeordneten Stellung empfundene Scheu, die sich in dem Bemühen äußert, kein Missfallen zu erregen „sich Respekt verschaffen“"

Respekt habe ich im Sinne der ersten Erläuterung ganz plakativ vor besonderen Leistungen oder Fähigkeiten anderer, mögen sie nun persönlicher oder sportlicher Art sein. Denn dann sage ich auch: „Respekt!“ Mit dem zweiten Suchergebnis kann ich hingegen wenig anfangen. Scheu und Angst davor, Missfallen zu erregen sind eine schlechte Basis für Respekt. Ich bin da mehr für „sich Respekt verdienen“.

Doch das wäre zu kurz gesprungen: Deshalb finde ich, ein bisschen mehr Respekt gegenüber anderen stünde uns allen gut zu Gesicht. Sich intensiv auseinandersetzen, zu diskutieren bis die „Köpfe rauchen“, ohne zu verletzen, ins Persönliche abzudriften, in der Sache zu bleiben, das ist mir wichtig. Fair zu bleiben, nicht nachzutreten, wertschätzend miteinander zu kommunizieren. In meinem beruflichen Kontext ist ein respektvoller Umgang miteinander für mich das A & O. Offen zu sein für andere Lebensentwürfe, Sichtweisen, Anforderungen, das gehört für mich dazu.

Und diesen Respekt wünsche ich mir auch von meinem Gegenüber!

Karin Schüttler-Schmies, Gleichstellungsbeauftragte des Hochsauerlandkreises

„Fairplay“ ist gelebter Respekt! 

„Wird eine Frau als Schiedsrichterin in der Männerdomäne Fußball überhaupt respektiert?“ Diese Frage wurde mir schon häufiger gestellt. Ich kann nur aus meiner persönlichen Erfahrung sagen: „Ja, ich habe tatsächlich viel Respekt erfahren, von wenigen Ausnahmen abgesehen.“

Eine gewisse Achtung gilt wohl meinem Mut, überhaupt die Schiedsrichterrolle zu übernehmen. Letztlich muss ich aber auf dem Platz überzeugen und mir in jedem Spiel den Respekt neu erarbeiten. Da ist meine Leistung, aber auch das Auftreten entscheidend. Mir ist wichtig, nicht arrogant rüberzukommen, sondern offen zu sein – auch für Kritik. Die meisten Menschen wissen das zu schätzen, so dass gegenseitiger Respekt wachsen kann.

Trotz ein paar Negativerfahrungen ist mein persönliches Fazit positiv. Das liegt vor allem daran, dass ich in den vergangenen sechs Jahren tolle Menschen kennenlernen durfte, die mich begleitet oder mir bei verschiedenen Begegnungen gezeigt haben, was „Fairplay“ bedeutet, nämlich gelebter Respekt!

Judith Hacker, Fußballschiedsrichterin

„Respekt!“ ist eine Kampagne des SauerlandKurier in Kooperation mit dem Bundesverband deutscher Anzeigenblätter (BVDA). Mit diesen redaktionellen Initiativen berichten die im Verband organisierten Wochenblätter verlagsübergreifend mit eigenem lokalem Fokus über relevante Themen, die Menschen in ganz Deutschland bewegen.

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