Ein aufregendes Jahr

Milena Hoffmann (l.).

Milena Hoffmann ausSchmallenberg nahm im April in Laatzen (Hannover) erstmals an Deutschen Meisterschaften im Parabadminton teil, wo sich ausschließlich behinderte Sportlerinnen und Sportler qualifizieren konnten.

Vor dem ersten Spiel stand die Klassifikation an, das heißt, die Einteilung in eine der möglichen Klassen in Abhängigkeit der Behinderung. In Laatzen gingen die Sportlerinnen und Sportler in insgesamt 14 verschiedenen Leistungsklassen an den Start. Neben Kleinwüchsigen gab es mehrere Klassen für Rollstuhlfahrer und Aktive mit Beinprothesen.

Milena Hoffmann startete im Einzel in einer Vierergruppe, gemeinsam mit ihrer kleinwüchsigen Trainingskollegin Daria Lüttig aus Dortmund und zwei weiteren Aktiven aus der Klasse der Fußgänger mit Behinderung. Leider knickte sie im wichtigen letzten Spiel gegen ihre Dortmunder Sportkollegin um, konnte aber trotzdem noch zu Ende spielen. Am folgenden Tag standen die Doppeldisziplinen auf dem Programm.

Hier gab es einen 3. Platz im Doppel gemeinsam mit der ihr zugelosten Janina Mohr vom Radebeuler Badminton-Verein. Abschließend errang sie noch einen 4. Platz im Mixed gemeinsam mit Peter Schnitzler vom Badminton-Verband Rheinland.

Übertroffen wurde dieses Erlebnis von der Teilnahme an den Internationalen Deutschen Meisterschaften im Parabadminton im Juni in Dortmund. Unter dem Motto "Nichts hindert Dich!" gingen in diesem Turnier, das alle zwei Jahre stattfindet und bereits zum zehnten Mal ausgetragen wurde, insgesamt 56 Aktive aus 24 Ländern an den Start. Nicht nur Teilnehmer aus Europa waren angereist, sondern sogar aus Australien, Brasilien und Hongkong waren Sportler gekommen, denn dieses Turnier gilt neben den Weltmeisterschaften als das wichtigste und sportlich wertvollste.

Insgesamt gab es zwölf verschiedene Klassen, in denen heftig um die Meisterehren gekämpft wurde. Milena Hoffmann und ihre Dortmunder Freundin Daria Lüttig trafen im Einzel auf fünf weitere kleinwüchsige männliche Sportler, darunter der Titelverteidiger Andrew Martin aus England. Milena Hoffmann und Daria Lüttig wurden in verschiedene Gruppen ausgelost und schieden gegen die sehr athletischen Herren beide in der Vorrunde aus. Nach dem Einzel am Freitag folgte am Samstag das Doppel. Gemeinsam mit Daria Lüttig kämpfte Milena Hoffmann in ihrer Vorrundengruppe um den Einzug in die Hauptrunde. Sie starteten wiederum in einer Gruppe mit kleinwüchsigen Herren, dazu kamen Fußgänger mit Behinderung. Trotz guter Leistungen schafften sie den Einzug in die nächste Runde leider nicht. Zum Abschluss wurden am Sonntag die gemischten Doppel gespielt und die jeweiligen Partner zugelost. Auch hier wurde wieder gemeinsam mit stehenden Sportlern und kleinwüchsigen Herren gespielt.

Eventuell geht es zur EM

Milena Hoffmann bildete mit Andrew Martin ein Doppel und sie konnten sich einen hervorragenden zweiten Platz erkämpfen. Den sportlichen Abschluss fand das Jahr mit den Landesmeisterschaften NRW wiederum in Dortmund. Hier ging es unter anderem darum, Punkte zur Qualifikation für die Europameisterschaften 2012 zu sammeln, die in Dortmund stattfinden werden. Erstmals gelang es Milena Hoffmann, ihre Trainingskollegin und Dauerkonkurrentin Daria Lüttig in drei Sätzen zu besiegen. Gemeinsam konnten sie im Doppel den 3. Platz belegen. Damit dürfte ein Start bei den Europameisterschaften im Juni in Dortmund möglich sein.

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