Bezirksregierung lehnt Antrag ab

Luftrettung Sauerland setzt sich weiter für Transport-Hubschrauber ein

Auch nach dem Ablehnungsbescheid setzen sich die Initiatoren weiter für die Verbesserung der notfallmedizinischen Versorgung des Sauerlands ein.

Schmallenberg/Hochsauerland. Auch nach dem Ablehnungsbescheid auf den ersten Antrag der Luftrettung Sauerland gGmbH zur Zulassung eines Intensivtransport-Hubschraubers in Meschede in dieser Woche setzen sich die Initiatoren weiter für die Verbesserung der notfallmedizinischen Versorgung des Sauerlands ein.

Die strukturellen Gegebenheiten ermöglichten der Bevölkerung in weiten Teilen der Region vor allem nachts keinen national vergleichbaren Zugang zur medizinischen Maximalversorgung, so Notärztin Dr. Bettina Siepe: „Die Herausforderung im ländlichen Raum besteht darin, trotz der sich verändernden Krankenhauslandschaft Leitlinienempfehlungen zur notfallmedizinischen Versorgung der Bevölkerung umzusetzen.“

Die Begründung für den Ablehnungsbescheid der Bezirksregierung Münster, es bestünde kein Bedarf und die Einsatzzahlen in der Luftrettung seien rückläufig, können die Initiatoren nicht nachvollziehen: „Betrachtet man die Entwicklung der Einsatzzahlen der Luftrettungsmittel in NRW, so ergibt sich eine Zunahme von über 30 Prozent in 2013 gegenüber 2002.“, so Rettungsassistent Stefan Schulte. „Ein neustationierter Hubschrauber verändert –und dies ist auch ausdrücklich unser medizinisches Ziel – selbstverständlich die Versorgungslandschaft. Sie verändert sie aber nicht zum Nachteil anderer Hubschrauberstandorte, da es klare gesetzliche Vorgaben zur Alarmierung eines Rettungs- beziehungsweise Intensivtransport-Hubschraubers gibt. Wir kämen dann zum Einsatz, wenn ein Intensiv- oder Notfallpatient dringend notärztliche Hilfe oder einen schnellen Verlegungstransport in ein Zentrum benötigt, andere Rettungsmittel jedoch nicht oder nicht schnell genug zur Verfügung stehen.“, so Schulte.

Rechtliche Schritte werden geprüft

Die Etablierung eines eignen Luftrettungsmittels im Hochsauerland dürfe daher nicht zu einem Politikum gemacht werden, sondern müsse den Notfallpatienten und dessen Überlebensqualität in den Mittelpunkt stellen.

Von der Politik erhoffen sich die Initiatoren der Luftrettung Sauerland in der Sache mehr Unterstützung. Für die Krankenhäuser, Kreise und Krankenkassen würde das Konzept der Luftrettung Sauerland gGmbH auch aus gesundheitsökonomischer Sicht viele Vorteile mit sich bringen: So könnten regionale Netzwerkstrukturen von Verbundkrankenhäusern noch besser genutzt und Ressourcen optimaler eingesetzt werden. Zusätzlich stünde den Kreisen ganztägig ein weiterer Notarzt zur Verfügung, ohne dass sie eigene finanzielle Mittel aufwenden müssten.

Die Gesamtbehandlungskosten eines Notfallpatienten könnten in bestimmten Fällen sogar gesenkt werden, da er vor allem nachts schnell und unmittelbar der definitiven medizinischen Versorgung zugeführt werden könne, was für den späteren Gesundheitszustand und die Lebensqualität des Patienten ganz entscheidend sein kann, erklärt Schulte.

Aktuell prüft die Luftrettung Sauerland gGmbH rechtliche Schritte gegen den Ablehnungsbescheid. „Wir wussten von Beginn an, dass dieser Weg sehr steinig werden wird. Doch wir haben eine Vision und dieser bleiben wir treu, da wir für sie sehr gute medizinische Gründe haben“, so Schulte.

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