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 Bürger wehren sich gegen Bauvorhaben in Grafschaft

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Von: Reinhold Beste

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Bei einer Infoveranstaltung am Montag, unter anderem mit Schmallenbergs Bürgermeister Burkhard König (Mitte), wurden die Bürger informiert.
Bei einer Infoveranstaltung am Montag, unter anderem mit Schmallenbergs Bürgermeister Burkhard König (Mitte), wurden die Bürger informiert. © Reinhold Beste

Mitten im Ort sollen in Grafschaft sechs Mehrfamilienhäuser mit Tiefgarage mit 48 Stellplätzen und Nebengebäude entstehen. Vorgesehen sind 57 Mieteinheiten bei 2.548 Quadratmeter umbauten Raum. Doch es regt sich Widerstand der unmittelbar betroffenen Anwohner. Aus diesem Grund fand im kleinen Saal der Stadthalle eine Informationsveranstaltung statt, bei der Bürgermeister Burkhard König und Klaus Schüßler vom Bauordnungsamt Rede und Antwort standen.

Grafschaft – Doch zunächst ein kurzer Blick zurück. Bis 2014 betrieb die Maritim Gesellschaft in Grafschaft ein Hotel. Das Hotel wurde verkauft und firmiert jetzt als Sauerland Alpin Hotel. Ein Teil des als Parkplatz genutzten Geländes verblieb jedoch im Besitz der Maritim-Gesellschaft. Diese hatte bereits 1996 einen Bebauungsplan für das Gelände eingereicht, um dort Mehrfamilienhäuser zu bauen. Jetzt ist das Gelände an einen Investor verkauft worden, der die damaligen Pläne aufgegriffen, und im Dezember letzten Jahres einen Bauantrag gestellt hat. Die im Januar durchgeführte planungsrechtliche Prüfung seitens der Stadt Schmallenberg ergab, „dass der Bau der Wohnhäuser zulässig ist und das Vorhaben der Gestaltungssatzung von Grafschaft entspricht“, so Klaus Schüßler. Und weiter: „Somit hat der Investor einen Anspruch darauf, dass sein Bauantrag genehmigt wird.“

Wir wollten den Investor mit am Tisch haben, zwingen können wir ihn aber nicht.

Bürgermeister Burkhard König

Doch das wollen die Anwohner der Straßen „An der Almert“, „Im Rübenkamp“ und „In der Basmecke“ nicht einfach hinnehmen. Ihre, oft sehr emotional vorgetragenen Fragen, drehten sich um die Klientel, die in die Häuser einzieht, zusätzliche Immissionen, und ob sich die Häuser ins Dorfbild einfügen. Weitere Einwände waren das Verdrängen von Amphibien und Weinbergschnecken, die sich in der Parkplatzböschung aufhalten, Probleme bei der Infrastruktur, die Höhe der Häuser, die 14 Meter betragen soll. Unmut gab es auch darüber, dass der Investor nicht anwesend war, um sich den Fragen der Anwohner zu stellen. Klaus Schüßler räumte ein, dass es zu dem Investor aus Verl bisher keinen Kontakt gegeben habe, sondern nur zu dem Planer.

„Wir wollten den Investor mit am Tisch haben, zwingen können wir ihn aber nicht“, äußerte Burkhard König. Gleichzeitig versprach er den Anwesenden „ihre Fragen mitzunehmen. Ob sie für das Genehmigungsverfahren relevant sind, ist eine andere Sache.“ Zudem betonte der Bürgermeister mehrmals, dass die Stadt Schmallenberg „den Bauantrag nur auf Rechtmäßigkeit zu prüfen hat. Wenn das gegeben ist, hat der Investor ein Recht zu bauen.“ Und Klaus Schüßler fügte hinzu, dass der Bauantrag zu 90 Prozent den Planungen von 1996 entspreche. Damals seien die politischen Gremien in Grafschaft über das Vorhaben informiert worden.

Wie geht es jetzt weiter? Zunächst tagt am 16. März der Bezirksausschuss in einer öffentlichen Sitzung zu diesem Thema. Ob dann konkretere Pläne vorgestellt werden können, die am Dienstag aus Gründen des Datenschutzes nicht präsentiert werden konnten, oder ob der Investor an der Sitzung teilnimmt, ist fraglich.

Bürgermeister Burkhard König bedankte sich bei den rund 40 Anwesenden „für die faire Diskussion. Ich weiß, dass sie im hohen Maße betroffen sind.“

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