„Wir lassen nicht mehr locker“

„Bürgerinitiative gegen Verkehrslärm im Lenne- und Sorpetal“ übergibt 750 Unterschriften gegen Verkehrslärm

750 Unterschriften gegen Verkehrslärm übergab die „Bürgerinitiative gegen Verkehrslärm im Lenne- und Sorpetal“ jetzt an Landrat Dr. Karl Schneider.
+
750 Unterschriften gegen Verkehrslärm übergab die „Bürgerinitiative gegen Verkehrslärm im Lenne- und Sorpetal“ jetzt an Landrat Dr. Karl Schneider.

Es tut sich was im Oberen Schmallenberger Sauerland – und zwar massiv. Die „Bürgerinitiative gegen Verkehrslärm im Lenne- und Sorpetal“ hat am Donnerstagnachmittag insgesamt 750 Unterschriften an Landrat Dr. Karl Schneider übergeben, um vehement gegen den stetig zunehmenden Verkehrslärm durch Pkw, Lkw, Schwerlasttransporte als auch Motorradfahrer anzugehen. 

Oberkirchen – „Das Thema ist seit zehn Jahren ein Dauerbrenner, daher ist es wichtig über das Problem zu sprechen und eine Lösung zu finden“, so Initiator Hubertus Dohle.

Ziel sei es, parteiübergreifend mit der Politik und Straßen NRW eine Lösung für Anwohner, Gastronomen und Urlauber gleichermaßen zu finden und den Verkehr mitsamt Lärm zu minimieren, umzuleiten oder sogar ganz abzuschaffen.

Bedingt durch die Umleitung für den Schwerlastverkehr sei die Lage derzeit besonders an den Engstellen in Gleidorf, Winkhausen, Oberkirchen, Inderlenne, Lengenbeck, Nordenau als auch Westfeld-Ohlenbach extrem besorgniserregend und mehr als grenzwertig. Sollte es auf der zu schmalen Straße zu Unfällen durch Lkw kommen, sei die Straße gesperrt und durch das enge Nadelöhr selbst für den Rettungsdienst und Notarzt nicht mehr befahrbar.

Der ohrenbetäubende Lärm durch Motorradtrupps, beschädigte Bürgersteige als auch fehlende Fußgängerbegrenzungen seien neben sauberer Luft und einem geringeren CO2-Ausstoß weitere wichtige Aspekte, um das Ansinnen mit Druck voranzutreiben und so für mehr Sicherheit und Nachhaltigkeit zu sorgen.

Für die Anwohner eine „Katastrophe“

Das „Land der tausend Kurven“ sei zwar für Motorradfahrer eine Herausforderung mit Spaßfaktor, für die Anwohner allerdings eine viel zu laute Katastrophe.

„Über 3.000 Maschinen wurden an einem Tag auf der Strecke gezählt. Auf dem Nürburgring wird Eintritt genommen. Hier bei uns sind es einfach zu viele Motorradfahrer geworden“, ergänzte Dohle. „Was jetzt in der Woche hier durchfährt, war sonst am Wochenende unterwegs.“

Das Verhältnis passe nicht mehr. Lärmschutz, Tempo 50 an den Wochenenden und Feiertagen für alle Fahrzeuge, Motorradblitzanlagen in den Büschen und Messgeräte entlang der Straßen als auch eine Taskforce könnten laut den Verantwortlichen der Bürgerinitiative für Erleichterung sorgen.

Der ambitionierte Wunsch der Beteiligten lautete daher an Landrat Dr. Karl Schneider: „Schaffen Sie ein Sauerländer Modell!“

Viele Motorradfahrer würden schließlich in Kolonnen kommen; bei 30 Prozent von ihnen sei es einfach das Ansinnen, richtig Gas zu geben. Da müsse dringend etwas getan werden im Naherholungs- und Wandergebiet. Das Tiroler Modell mit direkter Stilllegung und einem Bußgeld in Höhe von 220 Euro sei eine Möglichkeit, „Krachkisten“ zu verhindern, sind sich die Anwohner aus dem Oberen Schmallenberger Sauerland einig. Gestraffte Grenzwerte auf EU-Ebene, härtere Strafen für Zuschnellfahrer sowie ein neues, beruhigtes Verkehrskonzept lauten daher die Forderungen der „Bürgerinitiative gegen Verkehrslärm im Lenne- und Sorpetal“.

„Wir hatten schonmal die Initiative in Bezug auf Motorradfahrer ergriffen. Dafür muss der Bund jedoch Gesetze erlassen. Das Verständnis ist da, darum denken wir über einen entsprechenden Arbeitskreis nach“, so Landrat Dr. Karl Schneider.

Einig sind sich alle Beteiligten aus der Bürgerinitiative: „Wir lassen nicht mehr locker. Wir müssen zusammen mit Straßen NRW und der Politik an einen Tisch, um eine Lösung für die Problematik in allen Ortschaften zu finden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare