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Dokumentarfilm von Flüchtlingen in Schmallenberg feiert Premiere

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Mit Kamera und Stativ waren die Flüchtlinge im Schmallenberger Sauerland unterwegs.

Schmallenberg. Mit Bild- und Tontechnik ausgestattet, zogen in den vergangenen Wochen zehn Flüchtlinge durch das Schmallenberger Sauerland, um die Kultur ihrer neuen Heimat für sich zu entdecken (wir berichteten). Unter professioneller Anleitung von Kameramann Roman Schauerte ist dabei der Dokumentarfilm „in between“ entstanden, der am Samstag, 4. Februar, um 18 Uhr im Lenneatelier in Schmallenberg Premiere feiert.

Insgesamt zehn Flüchtlinge aus Nigeria, Guinea, Irak, Syrien und Pakistan haben an dem Dreh mitgewirkt. „Die meisten von ihnen hatten zum ersten Mal eine Kamera in der Hand“, schmunzelt Roman Schauerte, der „seine Jungs“ zunächst in Bild- und Tontechnik schulen und danach die „Verantwortung auch mal abgeben“ musste.

Ein Ziel des Projektes der Jugendkunstschule kunsthaus alte mühle war es, über die Filmarbeit eine Annäherung der Kulturen zu erreichen. „Ich wollte einen Film für Geflüchtete und für Leute von hier machen. Film hat etwas mit Kommunikation zu tun. Das trägt auch zur Integration bei“, erklärt Schauerte. So waren die „Filmemacher“ unter anderem zu Gast beim Winterschützenfest in Oberhenneborn, im Museum Holthausen auf dem Weihnachtsmarkt in Schmallenberg, oder sie begleiteten einen Flüchtling zu dessen Arbeitsstelle. Bei rund 12 Treffen seit November sammelte das Drehteam Eindrücke für den Film. Die einzelnen Drehorte bilden somit auch die Kapitel des Werkes, in dem die Flüchtlinge aus ihrem eigenen Blickwinkel auf die Kultur im Schmallenberger Sauerland schauen. „Durch den Perspektivwechsel entsteht hoffentlich Verständnis“, so der Kameramann, dem es neben den filmischen Aspekten vor allen darum ging, das gegenseitige Kennenlernen zu ermöglichen, Berührungsängste abzubauen und den Geflüchteten eine Perspektive in ihrer neuen Heimat zu geben – zum Beispiel durch Arbeit.

„Schmallenberg ist ein gutes Beispiel“

„Solche Projekte sind uns immer willkommen und ich möchte jeden ermutigen, mit Ideen an uns heranzutreten“, sagt Carmen Oberstadt, Koordinatorin für Flüchtlingsangelegenheiten der Stadt Schmallenberg. Gemeinsam mit Dr. Andrea Brockmann vom Kulturbüro der Stadt und Beate Herrmann, Leiterin der Jugendkunstschule, unterstützt sie das Filmprojekt, das von der Landesarbeitsgemeinschaft kulturpädagogischer Dienste und der Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit mit 4300 Euro gefördert wird.

Ein Beispiel gelungener Integration sei Alaa Mazloom. Der Iraker arbeitet auf Vermittlung von Schauerte in einem Ingenieurbüro in Schmallenberg. „Ich habe schnell Deutsch gelernt“, berichtet Mazloom und macht den anderen Mut. Schmallenberg sei bei den Integrationsbemühungen ein gutes Beispiel für ganz Deutschland. „Aber es gibt noch viele andere Flüchtlinge, die auf der Suche nach Arbeit sind, so Schauerte. Auch hier solle der Film, ebenso wie abgedrehte Bewerbungsvideos helfen. Auch Mazloom wirkte an dem Dokumentarfilm mit, der am 4. Februar Premiere feiert. „Ich fände es schön, wenn viele Leute kommen würden“, so Schauerte.

Info: Einlass ist um 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Vor dem Film werden Beate Herrmann, Dr. Andrea Brockmann und Roman Schauerte einen Blick auf die Entstehungsgeschichte des Filmes werfen.

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