Einjähriger Aufenthalt

Die Bad Fredeburgerinnen Marian (l.) und Fiona (r.) Frevel freuen sich über ihre Gastschwester aus Belgien. Nora Bertolomé (m.) bleibt ein Schulhalbjahr in Schmallenberg und besucht ab kommenden Montag das hiesige Gymnasium. Foto: Kerstin Thielemeier

Mit YFU (Youth for understanding) in der Welt zu Hause und in Schmallenberg daheim. In den vergangenen vier Wochen war dies für zehn Austauschschüler aus Russland, Estland, Finnland und Belgien der Fall. Für die ausländischen Jugendlichen startete der einjährige Deutschland-Aufenthalt in Schmallenberg.

Das Kennenlernen der deutschen Kultur und den hiesigen Schulalltag, steht ab Montag für die "Wahldeutschen" auf dem Programm. Am vergangenen Montag saßen die motivierten, fremden Schüler im Schmallenberger Rathaus und bekamen im Rahmen der Orientierungs- und Sprachkurse "Verwaltungs- und kommunalpolitischer Einblicke" der besonderen Art.

Ratsmitglied Günter Schauerte und der Leiter des Bürgermeisterbüros Josef Hiltscher leisteten ganze Arbeit. "Wir erklären die Abläufe in der Verwaltung und zeigen die Beteiligung an der Politik auf", freuen sich die Beamten über das internationale Interesse. Auch wenn die "Amtssprache" Englisch ist, machen doch alle enorme Fortschritte in der deutschen Sprache.

"Bin echt happy"

"Ich bin echt happy, dass ich das geschafft habe", berichtet die Schmallenbergerin Sarah Rinke zu recht stolz. Sie hatte Anfang des Jahres zehn Gastfamilien gesucht und gefunden, um diesen zehn Jugendlichen, im Alter von 15 bis 18 Jahren, ein temporäres Heim zu bieten. Selbst hat sie das Schuljahr 2006/2007 in Lettland verbracht. Begeistert von dieser Idee des Schülerautausches hat sie es geschafft, dass zum ersten Mal (seit Bestehen der 50-jährigen Organisation YFU) der Deutschlandstart in Schmallenberg liegt.

Während neun der Austauschschüler, nach diesem vierwöchigen Schmallenberger Vorbereitungskurs bereits heute auf dem Weg in ihre unterschiedlichsten "Schulstädte" sind, bleibt eine Schülerin hier. Die 18-jährige Nora Bertolomé aus Belgien nimmt ab Montag im Gymnasium in Schmallenberg am ganz normalen Schulunterricht teil. "Wir haben echt Spaß. Die ganze Familie spricht englisch. Wir denken schon in englisch. Echt irre", begeistern sich die Gastgeschwister Marian und Fiona Frevel aus Bad Fredeburg mit Mutter Christiane, die noch nicht an die Zeit denken wollen, wenn Nora wieder fahren muss. "Die meisten Jugendlichen gehen nach diesem Auslandsjahr in ihrer Heimat weiter zur Schule. So, wie ich es auch mache", erklärt die ebenfalls 18 Jahre alte Sarah Rinke. Ab Frühjahr 2009 will sie wieder anfangen neue Gastfamilien in Schmallenberg, für neue internationale Austauschschüler, zu finden. Doch beim Abschiedsfest am vergangenen Mittwoch war eines klar, viele der aktuellen Gasteltern wollen dieses ganz private Englisch-Programm wiederholen.

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