„Jeder ging anders mit der Krise um“

Wie sich das Einkaufsverhalten während der Corona-Zeit verändert hat

Susann Henke stellte Hermann-Josef Hoffe (l.) und Marcus Schulte-Glade die Ergebnisse ihrer Bachelorarbeit vor.
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Susann Henke stellte Hermann-Josef Hoffe (l.) und Marcus Schulte-Glade die Ergebnisse ihrer Bachelorarbeit vor.

Hat sich das Kaufverhalten durch die Corona-Krise im Schmallenberger Einzelhandel verändert? In ihrer Bachelorarbeit im Studiengang Wirtschaft hat Studentin Susann Henke aus Olsberg genau diese Problematik in der Kultur- und Einkaufsstadt Schmallenberg untersucht.

Schmallenberg - Mit dem Ergebnis ihrer wissenschaftlichen Arbeit gibt die Studentin der Fachhochschule Südwestfalen/Standort Meschede eine Handlungsempfehlung an die Stadt. Das Fazit aus ihrer Analyse zeigt, dass in Zukunft die Online-Sichtbarkeit, die individuelle Kundenansprache sowie die Fokussierung auf das Erlebnis am Point of Sale als Erfolgsfaktor zunehmen werde. Besonders deutlich geht aus ihrer Bachelorarbeit hervor, dass der Einzelhandel durch die persönliche Beratung und den sozialen Kontakt einen Mehrwert aufweist, den das Internet in dieser Form nicht bieten könne.

Insgesamt hat die junge Frau in zehn unterschiedlichen Geschäften ihr Interview durchgeführt. Ein breit gefächerter Mix aus Mode, Optik, Reisen, Cafés, Elektro, Schuhen oder auch Dekorationen wurde dabei berücksichtigt.

Gesundheit geht vor

„Es war spannend, wie der Einzelne das Einkaufsverhalten während Corona wahrgenommen hat. Jeder ging anders mit der Krise und ihren Hindernissen um. Alle waren sich aber einig, dass die Gesundheit vorgeht. Niemand beklagte sich, weil das Thema so ernst ist“, so Susann Henke, die nach erfolgreich bestandener Bachelorarbeit nun den Masterstudiengang an der Fernuniversität Dortmund anstrebt.

Während der Optiker die ganze Zeit geöffnet haben durfte und die Gesundheitsbranche boomte, mussten Modegeschäfte, Reisebüros oder auch Cafés während der Zeit des Lockdowns schließen und sich danach etwas Neues einfallen lassen. Ein telefonischer Support, das digitale Schaufenster, ein Lieferservice, die Präsentation in den sozialen Netzwerken u.vm. haben so zwar über die Krise hinweggeholfen, jedoch mit der klaren Erkenntnis, dass gerade die sozialen Kontakte und die persönliche Beratung vor Ort für den Kunden von großer Bedeutung sind.

„Vor Ort kaufen ist immer noch das Thema"

„Vor Ort kaufen ist immer noch das Thema. Wir müssen in Schmallenberg die Stärken herausfiltern. Serviceanregungen wie beispielsweise ein Café mit einem angeschlossenen Blumenhandel sind die Zukunft. Die Wunderwaffe für Schmallenberg ist der Mix aus Kultur- und Einkaufsstadt sowie die sozialen Kontakte“, ist sich Marcus Schulte-Glade, Erster Vorsitzender der Werbegemeinschaft Schmallenberg, sicher.

Auch Hermann-Josef Hoffe sieht sich durch das Ergebnis der Bachelorarbeit bestärkt. Das Experteninterview habe deutlich gezeigt, dass etwas Gutes herauskomme, wenn gefragt wird. Mit der Handlungsempfehlung könne die Stadt Schmallenberg Altes und Neues vereinen und so neue Wege in der Zukunft gehen. Das Vertrauen vor Ort sei in Corona-Zeiten gestärkt worden, es bestehe die berechtigte Hoffnung, dass Kunden den Weg zurück ins Reisebüro finden würden, statt im Internet ihren Urlaub zu buchen.

Die parallel laufende Online-Befragung der Fachhochschule Südwestfalen zusammen mit der LEADER-Region „4 Mitten im Sauerland“ läuft noch bis zum 4. Oktober zum Thema Einkaufsverhalten in Schmallenberg, Eslohe, Meschede und Bestwig. Der Link zur Umfrage lautet: https://ww2.unipark.de/uc/FH_SWF_Einkaufsverhalten/

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