Leinefelder Textilwerke insolvent – Gespräch geführt

Falke weist Vorwürfe zurück

Olaf Spiekermann, Insolvenzverwalter der Leinefelder Textilwerke, war zu Gesprächen in Schmallenberg.

Das Ende einer Spinnerei im thüringischen Leinefelde sorgt auch in Schmallenberg für Aufregung.

Die Falke-Gruppe hatte die Leinefelder Textilwerke 1997 von der Treuhand übernommen. „Wir haben es zwölf Jahre lang versucht“, sagt Falke-Mitgesellschafter Paul Falke. Dann aber hätten sich die Sauerländer von „der Spinne“ trennen müssen. „Wir haben das Unternehmen an einen Fachmann aus der Branche übergeben, auch in der Hoffnung, dass er es schafft, das Unternehmen profitabel zu betreiben.“ Doch das scheint nicht gelungen, obwohl Falke weiterhin 40 Prozent der Jahresproduktion aus Leinefelde orderte.

Nun aber ist der Betrieb in Thüringen insolvent. Falke hatte sich schon seit geraumer Zeit nach weiteren Lieferanten umgesehen und nun die Aufträge an die LTW auf etwa ein Drittel zurückgefahren. Das kam in Thüringen als „Todesstoß“ an. Doch dagegen wehrt sich Paul Falke. Man habe angekündigt, dass man die Aufträge reduzieren will. „Schließlich müssen wir im Interesse unserer Firma und im Interesse der Sicherheit unserer Beschäftigten dafür sorgen, dass wir zuverlässig beliefert werden“, sagt Paul Falke.

Doch das Schicksal der ehemaligen Falke-Tochter lässt die Schmallenberger Unternehmer-Familie offenbar nicht kalt: Am Mittwoch hatten sich der Eichsfelder Landrat Werner Henning und Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann auf den Weg nach Schmallenberg gemacht. „Wir wurden sehr freundlich empfangen und sehen zumindest einen Hoffnungsschimmer“, sagten beide nach dem Gespräch in der Falke-Chefetage. „Es kann nicht in unserem Interesse sein, dass die Leinefelder von der Bildfläche verschwinden“, sagt Paul Falke.

Nun wird in Thüringen weiterverhandelt und auch die Gewerkschaft IG Metall hofft auf Wohlwollen und vor allem Aufträge aus Schmallenberg. Denn eigentlich hatten die 186 Mitarbeiter aus Leinefelde geplant, am Freitag nach Schmallenberg zu kommen. Nun aber – so der 2. Bevollmächtigte Alexander Scharff – wolle man erst einmal abwarten, ob es doch noch eine Alternative zur Schließung Ende Dezember gibt. „Wir sehen in Falke nicht den Buhmann“, sagte er. Sollte Falke sich aber nicht an den Rettungsplänen für die Leinefelder „Spinne“ beteiligen, wollen die Textilwerker aus Thüringen ihren Protest-Ausflug ins Sauerland später starten.

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