„Im Notfall muss alles sitzen“

Feuerwehr Bad Fredeburg übt Brandeinsatz in der Klinik

Die Feuerwehr rückt zur Übung an der Fachklinik Bad Fredeburg an.

Bad Fredeburg – Es wird laut in der Johannesbad Fachklinik Fredeburg. Die Alarmanlage meldet schrill „Feuer“. Sofort wird es sichtbar lebendig auf den Gängen und in der Eingangshalle. Patienten fragen irritiert an der Rezeption nach. Manche suchen nervös den Weg nach draußen. Alle rätseln, was denn passiert sei. Dichter Qualm dringt aus dem dritten Obergeschoss. Drei Patienten schreien auf einem Balkon verzweifelt um Hilfe.

Nur fünf Minuten später ist der Löschzug Bad Fredeburg vor Ort und hat innerhalb von 60 Sekunden bereits den Überblick über die Situation. Der erste Feuerwehrwagen gibt „Wasser marsch“, während die Kollegen im Gebäude den Brandherd inspizieren. Der zweite Wagen fährt die Drehleiter aus, um die Patienten zu retten. Gebannt schauen die rund 200 evakuierten Patienten von der Straße aus zu. Nach 19 Minuten sind die drei Männer vom Balkon gerettet. Der Brand unter Kontrolle. Alle atmen auf. Und dürfen allmählich die Klinik wieder betreten. Martin Bremerich, stellvertretender Verwaltungsleiter, ist der Mann vor Ort, der alles regelt. Er beruhigt die Patienten, gibt Feuerwehr und Klinikmanagement Auskunft und sorgt dafür, dass alle wohl geordnet aus dem Gebäude gehen und nicht in Panik verfallen. 

Er es selbst war es, der mit dem Leiter des Löschzugs, Ralf Fischer, den vorbereiteten Probealarm ausgelöst hat. Bremerich weiß, dass es mitunter sehr schwierig sei, eine Klinikrettung vorzunehmen. Denn schließlich reagieren Patienten besonders aufgeregt, wenn sie durch lange Gänge laufen müssen. Bei starker Rauchbildung verliere man zudem schnell die Orientierung. Auch sei nicht jeder mobil und auf besondere Hilfe Dritter angewiesen. All das sei in Notfallplänen detailliert mit Raumskizzen und Raumnummern im Vorfeld skizziert, damit auch die Feuerwehr sich sofort vor Ort orientieren kann. Daher seien Probealarme ein wichtiges Training für alle. 

Martin Bremerich, stellvertretender Verwaltungsleiter, sagt: „Im Notfall muss alles sitzen. Denn es kann auch mal um Leben und Tod gehen“.Ralf Fischer, Leiter des Löschzuges Bad Fredeburg, ergänzt: „Probealarme gehören regelmäßig zum Alltag der Feuerwehr. Sie vermitteln auch uns die notwendige Sicherheit, im Brandfall schnell, adäquat und orientiert vor Ort handeln zu können“. 

Elmar Knoche, Klinikleiter der Johannesbad Kliniken Bad Fredeburg, zeigt sich zufrieden mit der Übung in der Klinik. „Wir sind beruhigt, wenn wir Probealarme reibungslos durchführen können und wissen, dass alles im Ernstfall funktionieren wird. Gleichzeitig sind wir dankbar, rechtzeitig zu erkennen, wo nachgebessert werden muss. Es ist toll zu sehen, wie vor Ort Hand in Hand gearbeitet wird. Großer Dank auch an Ralf Fischer und seine Kollegen, der den Löschzug Bad Fredeburg führt“.

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