Gipfeltreffen am Ländereck

Der älteste Teilnehmer Anton Vollmer beim ?Stutzäsen' am Vierländereck. Foto: Antje Sonneborn

Bei strahlend blauem Himmel fand am vergangenen Samstag in der altbewährten Tradition der Bödefelder Schnadegang statt. Eingeladen hatte der Bezirksausschuss alle Einwohner von Bödefeld, Ortsvertreter angrenzender Gemeinden und interessierte Gäste die 12 km lange Strecke mit einem Höhenunterschied von etwa 200 Metern gemeinsam zu bestreiten.

Das Ereignis startete am Samstagmorgen mit einem Platzkonzert an der Bödefelder Kirche, bevor sich der Trupp der Schnadegänger in Richtung Walbecke auf den Weg machte. Angeführt wurden die Grenzgänger vom Leiter der Stadtforstverwaltung, Siegfried Hunker, der den Teilnehmern Spannendes zu Flora und Fauna der Wegstrecke zu erzählen wusste.

Immer entlang an der ursprünglichen Grenze ging es durch den Landgasthof Wüllner, dessen Theke zum Teil zu Winterberg und zum anderen Teil zu Schmallenberg gehört. "Das Urige an diesem Schnadezug ist, dass die Grenze direkt durch einen Gasthof führt und dort auch begangen werden kann", sagt Manfred Ochsenfeld, Vorsitzender des Bezirksausschusses. Früher sei man noch durch das Fenster der Herrentoilette geklettert, aber heutzutage würde man den bequemeren Weg durch den Keller des Landgasthofes bevorzugen, erzählt er weiter. Nach einem kleinen Umtrunk an der ?Grenztheke' machten sich die Teilnehmer an den Aufstieg zum Grenzstein.

Am Leiserstein, dem so genannten Vierländereck, einer geografischen Rarität, hier treffen nämlich die Grenzen der Städte Schmallenberg, Olsberg und Winterberg sowie die der Gemeinde Bestwig aufeinander, wurde eine kurze Rast eingelegt, welche die Anwesenden nutzten, um einander zu begrüßen und die Ortsvertreter zu "stutzäsen", um diese, beziehungsweise deren Allerwerteste, an die Wahrung der Grenzen zu erinnern. Auch der älteste Teilnehmer Anton Vollmer mit seinen 88 Jahren fand seinen Weg auf den Grenzstein.

Als die "Gestutzästen" durch ein "Heilwässerchen" nach der Prozedur wieder zu Kräften gekommen waren, führte der Weg die Wanderer nach Valme, wo sie zur Mittagsrast mit Musik und Verpflegung begrüßt wurden.

Danach marschierte man zum Soel und der Gröchtmecke, wo auch die Grenznachbarn aus Westernbödefeld zu den Schnadegängern stießen.

Der letzte Teil der Strecke führte die Wanderer zurück nach Bödefeld, dort lud die Freiwillige Feuerwehr am Feuerwehrgerätehaus mit Musik der Musikkapelle Bödefeld und Verpflegung zum gemütlichen Ausklang des Tages ein.

Nach einer Unterbrechung der Schnadegänge im Jahre 1733 finden seit 1756 wieder regelmäßig die Grenzabläufe in Bödefeld statt.

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