Waldbegang mit Stadtförster

Die Grünen aus Schmallenberg verlegen Sitzung in Bödefelder Wald

Die Grünen aus Schmallenberg verlegten ihre Sitzung in den Wald.

Schmallenberg – Die Ratsfraktion der Grünen hatte ihre Sitzung kurzfristig in den Bödefelder Wald verlegt. Weil deren Sitzungen grundsätzlich öffentlich sind, gab es wieder mehrere Besucher, die sich vor Ort informieren wollten. Darunter die Grüne-Landratskandidatin für den Hochsauerlandkreis, Anna Baulmann und der Grüne-Bürgermeisterkandidat für Schmallenberg, Jörg Rostek.

Unter fachlicher Leitung der Stadtförster Siegfried Hunker und Christian Böker wurden Ursachen und die gegenwärtigen und künftigen Auswirkungen des Borkenkäferbefalls erläutert. Markierte Fichten – „Brot der Forstwirtschaft“ – ließen erkennen, dass diese jetzt großflächig gefällt werden und somit hektarweise Kahlflächen entstehen. „Der Klimawandel fordert auch im Sauerland seinen Preis“, meinte Franz-Josef Hellermann, Mitglied der Grünen-Fraktion und Forstwirtschaftsmeister. Auf die Frage, wie die Wälder hier künftig aussehen werden, antwortete Stadtförster Hunker: „Das kann heute noch nicht gesagt werden.“ 

Er habe zwar verschiedene, vielleicht klimaresistentere Baumarten unter Beobachtung. Auf Dauer würden jedoch vermutlich heimische Arten, die sich den hiesigen Bedingungen anpassen, den Wald der Zukunft prägen. Welche Arten sich durchsetzen, bliebe abzuwarten. 

„Ich setze auf Naturverjüngung“, erläuterte Hunker weiter. Diese sich aus heimischen Samen entwickelnden Bäume hätten nach seiner Einschätzung das Potential, sich den Veränderungen in relativ kurzer Zeit anzupassen. Diese jungen Bäume seien jedoch erheblich bedroht durch das Wild. „Auf Flächen mit hohem Wildbestand hat Naturverjüngung kaum eine Chance“, erklärte Stadtförster Hunker und zeigte viele Wildschäden in den betreffenden Gebieten. Die Frage von Rostek, wie dem beizukommen sei, beantwortete Hunker: „Durch Reduzierung des viel zu hohen Wildbestands.“ 

Rostek folgerte: „Also muss künftig bei der Verpachtung der Jagdgebiete darauf geachtet werden, dass die betreffenden Jäger auch genug jagen, um das ökologische Gleichgewicht wieder herzustellen.“ Abschließend wurde eine Fläche besichtigt, bei der das Verhältnis von Wald und Wild im Einklang steht. 14 verschiedene Baumarten haben sich dort überwiegend aus Naturverjüngung entwickelt. „Auf diese Weise könnte tatsächlich der Wald der Zukunft entstehen“, resümierte Jürgen Meyer, Fraktionsvorsitzender.

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