Rund 60 Interessierte zu Gast

Infoabend „Arbeitsmarktzugang für Asylsuchende“ in Schmallenberg

Christian Busch von der Arge erklärte den „Integration Point“. Foto: Jörg Leske
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Christian Busch von der Arge erklärte den „Integration Point“.

Schmallenberg. Die Kooperationsveranstaltung der Stadt Schmallenberg und „Schmallenberg Unternehmen Zukunft e.V.“ (SUZ) war die zweite große Veranstaltung in Flüchtlingsangelegenheiten in der Stadthalle. Bürgermeister Bernhard Halbe, Sozialamtsleiter Ulrich Hesse und Carmen Oberstadt als Ansprechpartnerin in Flüchtlingsangelegenheiten begrüßten am Dienstag die rund 60 Gäste aus den Unternehmen und die Vertreter rund um Wirtschaft, Ausbildung und Beruf.

Ziel war die Information, Beratung und der Austausch zum Thema „Arbeitsmarktzugang für Asylsuchende“. „Wenn wir Köln, Hamburg und München nicht wollen, dann müssen wir sagen: Wir wollen Schmallenberg!“, leitete Carmen Oberstadt zu den rechtlichen Rahmenbedingungen über.

Christian Busch, Geschäftsstellenleiter der Arbeitsagentur in Schmallenberg, stellte den „Integration Point“ vor. Hier gehen mehrsprachige Mitarbeiter auf Flüchtlinge zu, um die beruflichen Möglichkeiten zu klären. In den ersten drei Monaten nach der Meldung des Asylgesuchs besteht ein Arbeitsverbot. Ab dem dritten bis zum 15. Monat ist eine Arbeitsaufnahme nach einer Vorrangprüfung möglich. Ab dem 16. Monat ist lediglich noch eine Genehmigung der Agentur für Arbeit erforderlich und nach 48 Monaten ist die Arbeitsaufnahme generell möglich, auch Zeitarbeit. Hürden gebe es bei Praktika, da hier die Genehmigung der Ausländerbehörde, sowie die Einhaltung der Vorrangprüfung und des Mindestlohnes nötig ist, wenn das Praktikum länger als drei Monate dauert. Ausnahmen bei der Prüfung, ob ein deutscher Mitbürger für den Job in Frage kommt, gibt es jedoch bei Berufen die auf einer „Positivliste“ aufgeführt sind.

Hohe Bereitschaft der Unternehmen

In der von Annabel Butschan (Wirtschaftsförderung der Stadt Schmallenberg) geleiteten Fragerunde wurde ergänzt, dass durch die geringe Arbeitslosenquote in Schmallenberg die Vorrangprüfung sehr wohlwollend für Asylsuchende ausfällt. Carmen Oberstadt erklärte, dass einer der wichtigsten Schritte zur Integration die Arbeit sei. Bis jetzt konnten bereits 20 neue Mitbürger in Arbeit gebracht werden, 22 werden vom „Team Impuls“ betreut und werden auf dem Weg in das Arbeitsleben unterstützt. Romana Quickstern vom Team der Gesellschaft für berufliche Integrationsmaßnahmen und Beschäftigungsförderung, berichtete von hoher Bereitschaft und Interesse der Schmallenberger Unternehmen, Arbeits- und Ausbildungsplätze zu stellen. Marc Brüggemann vom Sozialwerk St. Georg gab seine positiven Erfahrungen über die Zusammenarbeit mit jungen Flüchtlingen wie zum Beispiel Arbeitsehrgeiz, Pünktlichkeit und sehr gute Englischkenntnisse weiter und empfahl den Unternehmen eigene Erfahrungen zu sammeln.

Eine gute Möglichkeit böten da Hospitationen. Diese seien für Asylbegehrende ohne Genehmigung möglich, da sie lediglich zu Informationszwecken zu Gast in einem Unternehmen sind und sich nicht produktiv einbringen. Sie verschaffen sich lediglich einen Überblick über die Arbeitsabläufe.

Aus dem Publikum wurde die Sprachbarriere angesprochen. Ulrich Hesse erklärte dazu: „Wir haben zahlreiche Angebote an Sprachkursen. Man kann jedoch nicht warten bis die Bewerber perfekt deutsch sprechen.“ Carmen Oberstadt ergänzte: „Mancher ist erstaunt, wie gut bei einigen schon die Sprachkenntnisse sind.“

Inzwischen sind Agentur für Arbeit, Jobcenter, Sozialamt, SUZ, Sozialwerk St. Georg, Team Impuls und die Kammern sehr gut vernetzt und helfen Firmen und Arbeitssuchende zusammen zu finden.

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