Rätsel und Abenteuer

Kapelle in Sögtrop verwandelt sich in Live-Escape-Room 

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Die Kapelle St. Blasius verwandelt sich in einen Live-Escape-Room. Hier zeigt Sögtrops ältester Einwohner Josef Hoppe ein Wrackteil aus dem Zweiten Weltkrieg. 

Sögtrop. Wer kommt einem alten Gelöbnis der Sögtroper aus dem April 1946 auf die Spur? Hat es dieses Versprechen überhaupt gegeben oder wollte jemand verhindern, dass es eingehalten wird? Die Kapelle St. Blasius in Sögtrop verwandelt sich im Sommer in einen Ort voller Geheimnisse, Rätsel und Action. Das Dekanat Hochsauerland-Mitte bietet vom 1. bis 24. Juli gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft Sögtrop einen professionell eingerichteten Live-Escape-Room in der Kapelle an.

„Neben einer authentischen Spielgeschichte warten im Live-Escape-Room Spannung und Abenteuer“, verspricht Christopher König, Dekanatsreferent für Jugend und Familie, als einer der Initiatoren des Projektes und ergänzt: „Die Kapelle in Sögtrop ist ein Ort mit ganz viel Historie“. In Verbindung dieser Historie mit ein bisschen Fiktion ergibt sich folgende Spielgeschichte: „Im April 1946 wollen einige Sögtroper ihr Versprechen halten und aus Dankbarkeit, dass ihr Dorf im Zweiten Weltkrieg verschont wurde, ein großes Hochamt feiern. Doch – hat es dieses Gelöbnis überhaupt gegeben? Und wer könnte ein Interesse daran haben, wenn dieser Moment der Geschichte Sögtrops für immer in den Mantel des Schweigens gehüllt wird?“

Alle Interessierten, Einheimischen und auch Urlauber sind dazu eingeladen, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen und in das Glaubensleben der Bewohner Sögtrops einzutauchen. Ziel der jeweiligen, in der Kapelle eingesperrten Gruppen sei es, in 60 Minuten zu versuchen, das Rätsel um das verschwundene Schriftstück in der St.-Blasius-Kapelle zu lösen.

„Sögtrop war die richtige Wahl“

Die Dorfgemeinschaft übernimmt die Spielleitung. „Von den rund 110 Einwohnern lassen sich 24 zu Spielleitern ausbilden. Das zeigt uns, Sögtrop war genau die richtige Wahl für das in der Region einmalige Projekt“, sagt König und verrät: „Als Mitarbeiter des Erzbistums Paderborn möchte ich Menschen einladen, die (hier historische) Glaubensgeschichte nachzuspüren und anregen nachzudenken und ins Gespräch zu kommen: Aus welchen Beweggründen haben die Menschen früher ein Versprechen vor Gott abgelegt? Würde man das heute noch genau so tun? Welche Relevanz hatte Glaube früher und was war den Menschen hilfreich daran? Was macht mein Glaube heute mit mir noch?“

Die Idee sei im Paderborner Dom schon einmal umgesetzt worden – unter Regie eines professionellen Teams und einer Religionspädagogin. Jetzt soll das Spiel auch im ländlichen Raum durchgeführt werden. Durch die Beteiligung der Sögtroper am Reister Kapellenweg und persönlichen Kontakt sei das Dekanat auf den kleinen Ort aufmerksam geworden. „Hier ist die Dorfgemeinschaft hoch motiviert“, lobt König und freut sich auf die Probespiele am 25. Mai, wenn die 24 Spielleiter ausgebildet und alles noch einmal durchgegangen wird.

75 mögliche Spieltermine

Zuvor wird ein professionelles Team die Kapelle in einen Escape-Room verwandeln. Hierzu wird die Kapelle unter anderem ganz im Stile des Jahres 1946 hergerichtet. Per Kameras wird das Geschehen von den Spielleitern überwacht. „Es ist eine intensive Vorbereitung, die Kapelle für den Zeitraum 1. bis 24. Juli so spannend umzubauen. Es entsteht ein richtiger Live-Escape-Room“, sagt der Dekanatsreferent und freut sich auf viele Teilnehmer, die dem Geheimnis um das Sögtroper Gelöbnis auf die Spur kommen.

Anmeldungen für insgesamt 75 mögliche Spieltermine sind im Dekanatsbüro (Tel. 02 91/99 16 60) möglich. Das Büro ist montags, dienstags und donnerstags durchgehend von 8 bis 16 Uhr, mittwochs und freitags von 8 bis 12 Uhr besetzt. Die Kosten betragen 10 Euro pro Person für Erwachsene, 5 Euro pro Person für Jugendliche (14-18 Jahre) und 25 Euro für Familien und Schulklassen. Der Live-Escape-Room ist für Jugendliche und Erwachsene ab 14 Jahren, Kinder ab 12 Jahren in Begleitung ihrer Eltern. Jede Gruppe sollte 4 bis 6 Personen umfassen. Das Projekt wird zu 100 Prozent aus Kirchensteuermitteln finanziert. Weitere Infos gibt es auf der Homepage des Projekts.

Das sind Escape-Games

Die ersten Live-Escape-Games sind 2007 in Japan entstanden. Kleine Personengruppen werden beim Live-Escape-Game gemeinsam in einem Raum oder einer kleinen Anzahl Räume eingesperrt und müssen ihr Gefängnis innerhalb einer vorgegebenen Zeit (zumeist 60 Minuten) mithilfe der darin versteckten Hinweise und Gegenstände wieder verlassen. Es gibt auch Anbieter, bei denen die Gruppen nicht eingesperrt werden, sondern eine Hauptaufgabe mithilfe von vielen aufeinander aufbauenden Rätseln innerhalb der vorgegebenen Zeit lösen müssen. Dabei werden sie über Kameras von einer das Geschehen beaufsichtigenden Person beobachtet, die über ein Funkgerät oder mit Bildern auf einem Monitor im Raum eingreift, wenn etwas Falsches gemacht wird oder die Gruppe nicht vorwärtskommt. (Quelle: Wikipedia)

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