Kulturelles Miteinander

Erstes „Multi-Kulti-Café“ in Schmallenberg ein Erfolg

Das „Multi-Kulti-Café“ brachte Einheimische und Asylsuchende zusammen. Fotos: Katja Scheunemann
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Das „Multi-Kulti-Café“ brachte Einheimische und Asylsuchende zusammen.

Schmallenberg. Zum ersten Mal fand am vergangenen Samstag das „Multi-Kulti-Café“ in Schmallenberg im Alexanderhaus statt. Bei einem gemütlichen Kaffeetrinken von Asylbewerbern und Schmallenbergern sollten Kontakte geknüpft und einander kennengelernt werden. Organisiert wurde das Café von der Caritas Schmallenberg, die sich nicht nur um die Erstversorgung der neuen Bürger kümmert, sondern auch eine Integration in die Schmallenberger Gemeinschaft ermöglichen und fördern möchte.

Die Idee zu solch einem Treffen entstand schon im November, jedoch war eine Umsetzung durch die Feiertage im Dezember und die eigentliche Arbeit bei der Caritas in so kurzer Zeit nicht möglich. Einen umso größeren Erfolg kann das erste Treffen im Januar verzeichnen.

Ab Eintreffen der Gäste entstand eine fröhliche Atmosphäre, es wurden Spiele gespielt, viel geredet und gelacht. Ein üppiges Kuchen-Buffet wurde bereitgestellt, das von den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern gestiftet wurde. Auch Bäckerei Dommes steuerte zwei Kuchenplatten bei. Das Café möchte erzielen, dass die Bevölkerung ihre Scheu verliert und die Asylbewerber Kontakte aufnehmen können. „Wenn man die Leute erst einmal kennenlernt, merkt man sofort, dass es sehr liebe Menschen sind, die froh sind für jede Unterstützung, so die Erste Vorsitzende der Caritas-Konferenz Schmallenberg, Ursula Heyer. Ihr und all den anderen Caritas-Mitarbeitern und freiwilligen Helfern liegt es besonders am Herzen, dass jegliche Vorurteile oder Berührungsängste überwunden werden.

Auch sei eine verstärkte Förderung der Sprachkurse notwendig, die zurzeit unter anderem in Schmallenberg und Fredeburg an den Schulen stattfinden. Viele pensionierte Lehrer und Freiwillige geben in unterschiedlichen Leistungsstufen Deutschkurse, die bei den Neubürgern sehr gut ankommen. „Die Nachfrage an Kursplätzen ist sehr hoch, viele Asylbewerber lernen fleißig und können sogar schon zum zweiten Buch in den Deutschkursen übergehen“, betonte Anne Brüggemann. Die Menschen wollten nicht nur lernen, sie wollten auch etwas von der Hilfe zurückgeben, die sie von so vielen Schmallenbergern erhalten.

Café in Zukunft monatlich

Im Second-Hand-Laden „Die Schatztruhe“ in der Weststraße 7 in Schmallenberg haben einige Asylbewerber ihre Hilfe beim Falten und Ordnen der Sachen angeboten. Der Laden ist ein weiteres Projekt der Caritas-Konferenz Schmallenberg und ist für Jedermann, nicht nur für Bedürftige.

Im Gespräch mit einer Neubürgerin wird deutlich, wie sehr die Asylbewerber die ihnen angebotene Hilfe schätzen. Die gebürtige Marokkanerin Rahaoui Charhazad ist mir ihren drei Kindern im Alter von zwei, dreizehn und fünfzehn Jahren ihrem Mann von Syrien aus nach Schmallenberg gefolgt. Vor drei Monaten sind sie angekommen und leben zurzeit in der Turnhalle der Valentin-Schule. Besonders für ihre Kinder sei es die richtige Entscheidung gewesen, den Problemen in Syrien zu entfliehen und in Deutschland Zuflucht zu suchen. Die Kinder genießen ihre Zeit im Kindergarten und in der Schule. Die Familie nimmt ebenfalls an den Sprachkursen teil und ist für die fürsorgliche Aufnahme sehr dankbar. So gehe es vielen Asylbewerbern, die gerne ein Teil der Schmallenberger Gemeinschaft werden wollen.

Durch die sehr gute Resonanz soll das „Multi-Kulti-Café“ ab jetzt immer um den 20. eines Monats stattfinden. Alle Bürger sind eingeladen, sich dort mit den Neubürgern zu unterhalten und auszutauschen.

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