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In Schmallenberg ist die Welt zuhause

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Von: Marco Twente

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Ulrich Möckel (l.) und Nezaket Ekici freuen sich auf die Kunstperformance am kommenden Donnerstag in der Kernstadt Schmallenberg. Foto: Marco Twente
Ulrich Möckel (l.) und Nezaket Ekici freuen sich auf die Kunstperformance am kommenden Donnerstag in der Kernstadt Schmallenberg. © Marco Twente

Schmallenberg. In Schmallenberg ist die ganze Welt zuhause. Das sagt Performance-Künstlerin Nezaket Ekici. In einer Recherche über die Stadt hat sie herausgefunden, dass in den 83 Ortsteilen Zugewanderte aus 83 Nationen leben. „Eine faszinierende Zahl. Gemessen an der Proportion zur Einwohnerzahl kann Schmallenberg mit den Großstädten mithalten“, so die Künstlerin. Mit einer Kunst-Performance unter dem Titel „83 Nationen – Schmallenberg“ will sie die vielen Nationalitäten in Schmallenberg sichtbar werden lassen.

Die Künstlerin arbeitet mit dem Körper, ihre Performance ist politisch und herausfordernd. „Das ist auch für mich ein Experiment, ich bin selber gespannt, was passiert“, sagt Dr. Andrea Brockmann vom Kulturbüro Schmallenberg, die auf die Künstlerin aufmerksam geworden war. Bei einem gemeinsamen Treffen im Vorfeld wurde die Idee zur Performance konkret.

Im Zuge ihrer Recherchen habe sie durch den Schmallenberger Almanach erfahren, dass unter den gut 25.000 Einwohnern auch rund 2.000 Zugewanderte aus 83 Nationen leben. Bei ihrem Besuch in dem idyllischen Ort sei ihr das jedoch nicht direkt aufgefallen. „Deshalb möchte ich die Statistik visuell und mit dem Körper repräsentieren“, so Ekici. Dies soll anhand von weißen Flaggen geschehen. Die Künstlerin wird bei der Performance ein weißes Kleid und insgesamt 83 weiße Flaggen, an Holzstäben montiert, in einer Tasche auf dem Rücken tragen. Die Fahnen werden von ihr bei einem Rundgang durch die Stadt an markanten Punkten in West- und Oststraße sowie den Querstraßen in Holzplattformen angebracht.

83 Ortsteile – 83 Nationalitäten

Die Flaggen sind dabei bewusst weiß gehalten als Zeichen des Friedens. Die 83 Nationalitäten aus der Statistik werden handschriftlich auf Holzbrettern festgehalten. Die Performance solle den Menschen zeigen, wie international Schmallenberg ist und gleichzeitig die Bereicherung der kulturellen Einflüsse demonstrieren. Dabei möchte Nezaket Ekici möglichst viele Menschen aus Schmallenberg und den Ortsteilen involvieren. Der Gang soll von Einwohnern begleitet werden, die aus verschiedenen Kulturen stammen. Geplant ist, das Anbringen der Fahnen durch das Summen einer Hymne zu begleiten. Wer sich hieran beteiligen möchte, kann sich im Kulturbüro der Stadt Schmallenberg melden (Tel. 0 29 72/9 80-2 32). Ein Kernteam um den Künstler Ulrich Möckel unterstützt Nezaket Ekici.

Die Performance findet im Rahmen des nordrhein-westfälischen Kunstprojekts „Stadtbesetzung“ am Donnerstag, 28. September, in Schmallenberg statt. Los geht es um 14.30 Uhr es auf dem Schützenplatz. Das Verteilen der Flaggen auf dem Parcours dauert bis etwa 18 Uhr. Die Performance wird vom Fernsehsender ARTE begleitet.

Nach der Teilnahme an der „Stadtbesetzung I“ mit den Lichtzeichnungen im Jahr 2015 ist die Stadt Schmallenberg als Mitglied des Kultursekretariats NRW damit erneut beim Projekt „Stadtbesetzung“ dabei.

Die Performance „83 Nationen – Schmallenberg“ sei mutig, „aber diesen Schritt möchte ich gerne gehen“, freut sich Dr. Andrea Brockmann.

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