Schutzmasken als starkes Zeichen

In Medebach, Schmallenberg und Winterberg wird Solidarität gelebt

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Viele Engagierte wie die Medebacherin Maria Müller (hier mit Heinrich Nolte) nähen derzeit Schutzmasken.

Medebach/Winterberg/Schmallenberg – Neben zahlreichen Einschränkungen der persönlichen Freiheit und daraus resultierenden erheblichen wirtschaftlichen Problemen für Gewerbetreibende beweist die Corona-Pandemie allerdings auch, dass die Gesellschaft enger zusammengerückt ist und das Wort „Solidarität“ wieder an Bedeutung gewonnen hat und vielerorts gelebt wird. Das zeigt sich etwa beim Nähen und Spenden von Schutzmasken. Exemplarisch für die unzähligen Initiativen und Aktionen im gesamten Sauerland stehen dafür folgende Beispiele aus den Stadtgebieten Medebach, Winterberg und Schmallenberg.

Medebach

Ein Beispiel ist Maria Müller, die im März ihr Nagelstudio in der Österstraße auf staatliche Anordnung schließen musste und sich dachte: „Langeweile ist nicht so mein Ding und weil mir die Handarbeit liegt, nähe ich für Verwandte und Freunde einfach ein paar Stoffmasken.“ Schnell war ihr klar, dass sie daraus noch mehr machen kann und verständigte sich mit dem Vorsitzenden der Bürgerhilfe Medebach, Heinrich Nolte.

Als ehemaliger Bürgermeister von Medebach ist Nolte das „Netzwerken“ gewohnt; begeistert von Müllers Idee trug er umgehend 120 Vorbestellungen für Masken zusammen, die meisten aus dem Umfeld der Bürgerhilfe. Diese Masken durften dann im Ladenlokal abgeholt werden. Bemerkenswert dabei: Statt damit Kasse zu machen, wurde ein Spendenkarton aufgestellt, in den jeder unaufgefordert eine Geldspende für den Verein einwerfen konnte. Darüber freut sich auch Heinrich Nolte, für den die Aktion aus zweierlei Gründen ganz besonders wertvoll ist: „Zum einen konnten wir Menschen mit Masken versorgen, die noch keine hatten, zum anderen wurden über 520 Euro für die Bürgerhilfe erzielt.“

Schmallenberg

Über 2000 selbstgenähte Altagsmasken hergestellt und kostenlos verteilt hat wiederum die Initiative von Meinolf Saßmannshausen. Der ehemaligen Leiter der Feuerwehr der Stadt Schmallenberg hat gemeinsam mit seinen Kameraden aus der Grafschafter Ehrenabteilung eine Nähaktion ins Leben gerufen und den größten Teil kostenlos an Heime und Pflegeeinrichtungen verteilt, fast 500 an die Freiwillige Feuerwehr und bei verschiedenen Arztpraxen konnten sich Patienten die Masken gegen eine Spende für das Kinderhospiez oder das Lächelwerk kostenlos mitnehmen. 

„Ich möchte mich auf diesem Wege bei allen bedanken die diese Aktion unterstützt haben. So geht Solidarität, nicht reden sondern machen“, so Saßmannshausen.. Zur Zeit sind noch ein paar Masken vorrätig, wer noch welche benötigt kann sich bei Meinolf Saßmannshausen Tel. 02972-6604 melden.

Aue-Wingeshausen

Auch die Patchwork-Gruppe des Dorfvereins Aue-Wingeshausen hat zahlreiche Schutzmasken hergestellt. „Unsere Damen haben kräftig genäht und bisher rund 600 Masken gefertigt“, freut sich Helmut Keßler, 1. Vorsitzender des Dorfvereins Aue-Wingeshausen. Die Masken wurden mit Hilfe der Sparkasse Wittgenstein in Umlauf gebracht, wo die Patchwork-Gruppe einen Mitnahme-Tisch aufgebaut hatte. Insgesamt kamen stattliche 1000 Euro an Spenden zusammen. Dieser Betrag wurde bereits in vier gleichen Teilen – je 250 Euro – an die Jugendfeuerwehr Aue-Wingeshausen, die beiden Kindergärten der Arbeiterwohlfahrt und die Grundschule überwiesen.

Winterberg

Lars Hiob wiederum ist es zu verdanken, dass der Winterberger Warenkorb mit Masken ausgestattet werden konnte. Er hatte sich am Facebook-Aufruf der Firma SI Werbeform aus Niedersfeld beteiligt, die 50 Einweg Mund- & Nasenmasken im Spender an denjenigen zu verschenken hatten, der den überzeugendsten Empfänger für diese Masken nennen konnte.

Viele Beiträge mit sehr sinnvollen Verwendungszwecken sind daraufhin bei der Firma eingegangen, letztendlich entscheid man sich aber für den Vorschlag von Lars Hiob entschieden. Sein Argument, dass beim Winterberger Warenkorb Menschen davon profitieren, die sich oder gar die ganze Familie nicht mit eigenen Mitteln mit den vorgeschriebenen Masken ausrüsten können, überzeugte am Meisten. Der Gewinner selbst wollte auch noch fünf wiedeverwendbare Stoffmasken beisteuern und als er im Geschäft in Winterberg davon erzählte, packte Carolin Sommer von Byzille nochmal zehn Stoffmasken oben drauf. Auch Sebastian Schmidt vom Grünen Apfel aus Siedlinghausen ergänzte die Spende um eine weitere Box mit 50 Masken.

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