Mythos Wald begreifen

Den "Mythos Wald" greift die neuste Wanderausstellung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) auf. In acht westfälischen Museen zeigt die Ausstellung 80 Exponate rund um den "Mythos Wald". Zu sehen ist sie auch vom 15. November bis 10. Januar im Schieferbergbau- und Heimatmuseum Holthausen.

Die Ausstellung gliedert sich in fünf Bereiche, die für die wechselhafte Kulturgeschichte stehen und ausgewählte künstlerische und triviale Vermittlungsformen des "Mythos Wald zeigen: Dabei steht die "Waldeinsamkeit", für die Entdeckung des Waldes in der Kunst und Literatur im frühen 19. Jahrhundert. Der "Mythos Wald" taucht auch in der Musik auf. So brachte Carl Maria von Weber in der Oper "Der Freischütz" in den frühen 1820er Jahren den Wald auf die Bühne.

Eine Hörstation mit einer kleinen Bühneninstallation vermittelt in der Ausstellung einen Eindruck davon.

Der "Märchenwald" ist der sagenhaft-magische Schauplatz vieler Erzählungen und popularisierte den Wald als mythische Welt.

Vor allem die Grimmschen Märchen lösten eine Bilderflut mit märchenhaften Waldszenen aus: "Rotkäppchen" im Wald erstrahlte auf Porzellantellern, und "Hänsel und Gretel" brachten als Papiertheater den Wald in die bürgerlichen Wohnstuben. Der "Gemütswald" machte den "Mythos Wald" zu einer gelebten Fiktion: Gestresste Stadtbewohner gingen in den Wald, um in der vermeintlich urwüchsigen Idylle Geist und Körper zu erholen.

Ein weiterer Ausstellungsschwerpunkt stellt den "Deutschen Wald" in den Mittelpunkt: Im "Deutschen Urwald" besiegten die Germanen die Römer, Fritz Lang bannte in seiner Verfilmung der Nibelungensage der frühen 1920er Jahre den "deutschen Wald" (1936) auf Zelluloid.

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