Wiedereröffnung nach Renovierung am kommenden Samstag

Neuer Glanz in Lenner Kirche

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Architekt Günter Müller erläutert Stefan Wiese und Helmut Göbel die Renovierungsarbeiten.

Lenne - Stolze 800 Jahre – so alt wird die katholische Pfarrkirche St. Vincentius Lenne im kommenden Jahr. Passend zu diesem großen Jubiläum wurde das Gotteshaus in den vergangenen Monaten renoviert. Am 25. Januar um 18.30 Uhr wird die Kirche mit der Patronatsmessfeier zu Ehren des Heiligen Vincentius wiedereröffnet.

Beschädigter Putz, Holzwurmbefall an der Orgelbühne, feuchter Holzboden unter den Sitzbänken oder verblasste Farben der romanischen Kirchenmalerei prägten das Erscheinungsbild des Gebäudes. Kerzenrauch und Staub hatten der weißen Wandfarbe arg zugesetzt, und auch Kanzel, Tabernakel und Hochaltäre waren renovierungsbedürftig.

„So möchten wir die Kirche im Jubiläumsjahr nicht präsentieren“, hatten sich Stefan Wiese und seine Kollegen aus dem Vorstand der Kirchengemeinde St. Vincentius gedacht. Immerhin hatte die letzte Renovierung bereits mehr als 30 Jahre zurückgelegen. Nachdem der Gedanke über Jahre gereift war, sei ein Antrag beim Generalvikariat gestellt worden.

„Da es sich um eine historisch wertvolle Kirche handelt, wird die Renovierung vom Bund gefördert“, erklärt der zuständige Architekt Günter J. Müller aus Winterberg. So erhielt die Kirchengemeinde 60.000 Euro Zuschuss von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Darüber hinaus übernahm Paderborn 160.000 Euro, und 30.000 Euro steuerte die Kirchengemeinde selbst zu den Gesamtkosten in Höhe von 250.000 Euro bei.

Die Kirche bestehe aus einem romanischen, einem gotischen und einem barocken Teil, so Müller. Ein Fokus der Renovierung lag auf der Säuberung und Retuschierung der Malereien und des Anstrichs. Die Malereien seien 1962 freigelegt worden und „sind sehr gut erhalten“, so Müller. Hauptsächlich sei daher gesäubert worden. Allerdings hatte sich an einigen Stellen an der Decke die Putzschale gelöst und musste in Kleinstarbeit mit Kalkhydrat hinterspritzt und damit gefestigt werden. „Dadurch haben sich die Arbeiten um vier Wochen verzögert“, sagt der Architekt. Von einer Spezialfirma abgebaut und gereinigt wurden auch die Altäre und Figuren in der Kirche.

Unterhalb der Wände war Feuchtigkeit in den Boden gezogen. Daher wurden kleine Ausdünstungszonen geschaffen und mit Harz verklebtem Granulat ausgefüllt. „So kann die Feuchtigkeit in Zukunft ausdünsten“, erklärt Müller. Zugleich wurden die Podeste der Bänke erneuert, da auch hier die Feuchtigkeit Schaden angerichtet hatte. Die Kirchenbänke wurden abgeschliffen und neu gestrichen. Außerdem wurden neue LED-Lampen angebracht. „LED-Licht greift die Farben nicht so an“, erklärt der Architekt.

Neue Strahler beleuchten in Zukunft den Hochaltar. Das durch die 1962 angebaute Sakristei zugebaute Fenster ist durch eine Beleuchtung wieder sichtbar gemacht worden. Die Elektrik und die sicherheitstechnischen Aspekte wurden dem heutigen Standard angepasst. Eine Treppe ersetzt nun die einfache Leiter zum Dachboden. Auf dem Dachboden wurde aus Sicherheitsgründen ein Laufsteg installiert. Darüber hinaus wurde die Orgel gereinigt und neu gestimmt, so dass die frisch renovierte Kirche passend zum Patronatsfest und zum großen Jubiläum 2021 in neuem Glanz erstrahlt.

Info Am 28. Januar findet um 19 Uhr die Gelobemesse des Schützenvereins zu Ehren des Heiligen Vincentius statt. Am 16. Februar um 16 Uhr wird ein Kammerkonzert mit Organist Ulrich Schauerte in der Kirche veranstaltet.

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