65 und noch lange keine Gedanken an Ruhestand

Im Tonstudio wird Tom Astor auch an seinem Geburtstag sitzen. Hier mischt er zur Zeit seine neue CD ab. Foto: SK

Tom Astor hat heute Geburtstag - Tonstudio als zweites Zuhause

Schmallenberg. (SK)

Fast vier Millionen verkaufte Platten und CDs tragen sein Konterfei, mehr als 700 Musiktitel hat er geschrieben. "Ich weiß nicht, wie viele Platten ich gemacht habe", lächelt Wilhelm Thomas Bräutigam. In seiner Heimatstadt Schmallenberg ist er unter diesem Namen bekannt, Millionen von Country-Musik-Fans in aller Welt kennen den Sauerländer unter seinem Künstlernamen Tom Astor.Heute feiert der bekannteste Schmallenberger seinen 65. Geburtstag. Obwohl - "Feiern" ist zu viel gesagt. "Ich habe noch bis Nachmittags im Studio Termine", sagt der Sänger und Entertainer. Am Abend sei dann vielleicht noch Zeit für ein Bierchen mit seinem Bruder. Denn an Ruhestand denkt Tom Astor überhaupt noch nicht.

In seinem Tonstudio an der Bahnhofstraße "mischt" der Musiker derzeit seinen neuen Silberling ab. "Das wird eine Doppel-CD", sagt er. 14 neue Titel und 14 zum Teil komplett neu produzierte "Memories" der vergangenen Jahre. Spätestens im Frühsommer soll "Alles klar - Kein Problem" auf den Markt kommen.

Den Gedanken an eine Art "Vorruhestand" schiebt Tom Astor weit von sich. "Ich werde das weiter machen, so lange ich kann", sagt das Geburtstagskind kategorisch.

In den 80ern waren es vor allem Trucker, die seine Musik hörten und auf deren Open-Air-Festen mit zum Teil 70.000 Besuchern Tom Astor Stammgast war. Heute ist das Publikum des 65-Jährigen bunt gemischt. Dass aus Wilhelm Bräutigam aber Tom Astor wurde, ist wohl nicht nur der Liebe zur Musik zu verdanken, sondern auch dem Zufall. Sein Vater, in dessen Fußstapfen er treten sollte, sah in der Musik nur "eine brotlose Kunst". Und so lernte der junge Tom Astor erst mal Hotelkaufmann. Musik war ein Hobby, nach Feierabend wurde mit Freunden im Keller gespielt.

60 bis 70 Mal

auf der Bühne

Und vielleicht wäre auch alles ein Hobby geblieben, wenn Wilhelm Bräutigam nicht eines Tages im Jahr 1963 vor ein paar Bekannten aus Köln eine Gesangsprobe abgelegt hätte. "Du musst mal auftreten", hatten die ihn gelöchert.

Heute ist er noch 60 bis 70 Mal im Jahr auf der Bühne. Und immer wieder in Nashville, wo er seine Scheiben mit Studio-Musikern einspielt. Und weil er auch in den USA als Tom Astor einen Namen hat, lockte er sogar Johnny Cash, John Denver, Willie Nelson und alle anderen Country-Größen ins Studio. "Für meine CD-Duette. Das war mein größter musikalischer Höhepunkt." Auch wenn heute im Hause Astor statt der großen Party nur ein Feierabend-Umtrunk nach der Studio-Arbeit geplant ist, eine richtige Fete wird es vermutlich im Mai geben. Dann nämlich jährt sich der denkwürdige Auftritt im Kölner Weindorf zum 45. Mal.

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