„Wir wollen in den Stadtrat“

"Die Partei" gründet Ortsverband in Schmallenberg

„Die Partei“ hat einen neuen Ortsverband in Schmallenberg.

Schmallenberg - Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative – kurz: „Die PARTEI“ – wurde im Jahr 2004 von den Redakteuren des Satire-Magazins Titanic gegründet. Jetzt hat die Satirepartei auch in Schmallenberg einen Ortsverband.

Bierpreisbremse, Milf-Geld statt Cougar-Rente oder Artenschutz für die Grünen – mit diesen und ähnlichen Forderungen thematisiert und kommentiert „Die Partei“ seit Jahren auf sarkastische Weise aktuelle politische Entwicklungen.

Durchaus ernst ist es den Mitgliedern des neuen Ortsverbandes Schmallenberg mit ihrer Zielsetzung im Hinblick auf die Kommunalwahl 2020. „Wir wollen mindestens ein bis zwei Sitze im Stadtrat“, erklärt René Rinke, „Partei“-Mitglied aus Schmallenberg. Des Weiteren gebe es Überlegungen, ein bis zwei Kandidaten für die Bürgermeisterwahl zu stellen, ergänzt Michael Heinrichs, der bei der Gründungsversammlung zum Ersten Vorsitzenden gewählt wurde.

Der Gleidorfer war es auch, der die Idee hatte, den Ortsverband Schmallenberg ins Leben zu rufen. Als Mitglied der Partei hatte er den Landesverband in Düsseldorf angeschrieben und gefragt, ob ein informelles Treffen aller Mitglieder aus der Region in Schmallenberg organisiert werden könne. Aus einem ersten Treffen Ende November wurde Ende Dezember ein zweites. „Die Resonanz war erschreckend gut“, so Rinke. Getreu ihrem eigenen Anspruch „einzige Turbopartei“ Deutschlands zu sein, erfolgte bereits am 31. Januar die Gründung des neuen Ortsverbandes mit insgesamt 15 Mitgliedern.

In den nächsten Monaten geht es für Michael Heinrichs und Co. um die Vorbereitung zur Kommunalwahl, denn „wenn wir schon mitspielen, dann richtig“, betont der zweite Vorsitzende, Michel Maschke. Neben Bürgermeisterkandidaten wolle man auch Kandidaten für alle 19 Wahlkreise bestimmen. „Für uns ist das auch absolutes Neuland, und es macht viel Spaß“, so Rinke.

Ein konkretes Programm soll bis etwa Ende April folgen. Darin dürften sich wohl auch die bereits festgelegten kommunalpolitischen Punkte wie Bau der Gleiertalsperre oder der Wisent-Streichel-Jagd-Zoo wiederfinden. Die diesen Punkten innewohnende Ironie diene vor allem dazu, Missstände aufzuzeigen und „das alte verkrustete System“ wachzurütteln. Aber natürlich wolle man nicht nur wachrütteln, sondern tatsächlich vor Ort etwas bewirken.

Stammtisch zum Kennenlernen am 28. Februar

Ein Ziel sei unter anderem, „junge Menschen in der Region zu halten, zurückzuholen oder – im Hinblick auf den Fachkräftemangel – neuen Leuten einen Anreiz zu bieten, nach Schmallenberg zu ziehen. „Auch ‘Die Partei’ kann hierbei ein Anreiz sein und gerade jungen Leuten zeigen: hier bewegt sich etwas“, so Heinrichs. Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Stärkung des Einzelhandels vor Ort.

Bei der Europawahl 2019 erreichte „Die Partei“ übrigens 2,4 Prozent der Stimmen, also zwei Sitze im Europäischen Parlament, die durch die Parteivorsitzenden Martin Sonneborn und Nico Semsrott besetzt sind. „Bei der Europawahl haben wir in Schmallenberg rund 1,8 Prozent erzielt – sogar ohne Ortsverband“, blickt Rinke zurück und erhofft sich durch dessen Gründung noch mehr Zuwachs: „Wir sind offen für alle“.

„Damit die Schmallenberger ‘Die Partei’ besser kennenlernen können, werden die regelmäßig am letzten Freitag im Monat stattfindenden Stammtische in verschiedenen Schmallenberger Ortsteilen durchgeführt“, erklärt Michael Heinrichs.

Der nächste Stammtisch geht am 28. Februar im Treff in Schmallenberg „über die Bühne“. „Interessierte können sich gerne unter info@die-partei-schmallenberg.de melden“, so der Vorsitzende.

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