Bildung überwindet Grenzen

Praktikantinnen aus Ägypten schnuppern in die Sauerländer Wirtschaft

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Verschiedene Kulturen im Zeichen von Frieden, Toleranz und Bildung vereint: (vorne v.l.) Sarah Hesham mit Schwester Borromäa und Nourine Walid, (hinten v.l.) Verwaltungsleiter Frank Schauff, Elisabeth Schneider (Firma Falke), Heinz-Dieter Neumann und Andrea Geueke (Sparkasse).

Grafschaft - Der Freundeskreis der Borromäerinnen Kloster Grafschaft leistet laut Vorsitzendem Heinz-Dieter Neumann auch in diesem Jahr wieder einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung: Im Dienste der barmherzigen Schwestern vom heiligen Borromäus ermöglichen sie den Zugang zu Bildung über die Landesgrenzen hinaus. Derzeit absolvieren zwei Mädchen der Deutschen Schule der Borromäerinnen in Alexandria ein Praktikum in Schmallenberger Betrieben und berichten im Gespräch mit dem SauerlandKurier von ihren Eindrücken.

Auch wenn völlig verschiedene Kulturen aufeinandertreffen, verbindet sie eines: Das Recht auf Bildung eines jeden Menschen. Nicht jeder hingegen habe uneingeschränkten Zugang zur Bildung, die aus Sicht Neumanns auch im Zuge von Praxiserfahrungen so essentiell für die Persönlichkeitsentwicklung und das gesamte Leben sei. 

Die barmherzigen Schwestern vom heiligen Borromäus sehen es als ihre Berufung, Menschen zu helfen, Hoffnung zu spenden und eben auch den Zugang zur Bildung zu ermöglichen. Diesen erhalten viele Kinder und Jugendliche in den Kindergärten und Schulen der Kongregation. Die Deutschen Schulen der Borromäerinnen in Alexandria und Kairo, an denen die Schwestern auch eigens unterrichten, sind Säulen der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands in Ägypten. 

Idee entstand vor sechs Jahren

Vor rund sechs Jahren entstand innerhalb des Freundeskreises der Borromäerinnen die Idee, Schülerinnen der Deutschen Mädchenschule in Alexandria für erste Praxiserfahrungen nach Deutschland zu holen. Von insgesamt 100 verpflichtenden Praktikumstagen in englisch-, deutsch- oder arabischsprachigen Ländern sind zwei der Mädchen nun für vier Wochen in Schmallenberg im Einsatz. 

„Ihr Besuch ist ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung und ermöglicht es, dass Menschen aus verschiedenen Kulturen aufeinander zugehen. Ein Praktikum dient der Orientierung und zeigt, wie es in anderen Kulturen abläuft. So können junge Menschen ihre Wünsche mit der Realität abgleichen“, ist sich Heinz-Dieter Neumann sicher. Er wertschätzt auch die Zusage der Betriebe, in denen die Mädchen Jahr für Jahr willkommen sind.

Sarah Hesham aus Alexandria durchläuft derzeit die Firma Falke in Schmallenberg. Von der Produktentwicklung über Vertrieb und Marketing bis hin zum Bereich „International Sales“ lernt sie das Unternehmen und auch sich selbst ein Stück weit mehr kennen – denn ein solches Praktikum könne durchaus persönlichkeitsbildend sein, meint Heinz-Dieter Neumann. „Hier in Schmallenberg ist es ganz anders als in Ägypten, viel ruhiger. Ich überlege und hoffe aber, in Deutschland einmal studieren zu können“, erzählt das 16-jährige Mädchen mit Blick in die Zukunft. 

"Freue mich, dass ich nicht woanders bin"

Die 17-jährige Nourine Walid absolviert ihr Praktikum in der Stadtsparkasse Schmallenberg. Im Gegensatz zu ihrer Freundin Sarah bevorzugt sie die Kleinstadtidylle und genießt die Ruhe der Natur, um Zeit für sich zu haben. „Ich freue mich sehr, dass ich in Schmallenberg bin und nicht woanders. Die Menschen sind sehr herzlich. Auf der Arbeit haben alle viel Vertrauen in mich und geben mir Verantwortung“, berichtet Nourine mit einem Lächeln auf den Lippen von den ersten Tagen. Ihr Berufswunsch ist es, in die Politik gehen oder BWL studieren zu können – Der Grundstein durch ihren Besuch der Deutsche Schule, an der man das Abitur und die Fachhochschulreife ablegen kann, ist dafür bereits gelegt. 

Das Engagement der barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl Borromäus, die sich laut des Freundeskreises der Borromäerinnen auch um die Pflege alter und chronisch kranker Menschen sowie die medizinische Versorgung Kranker in Ägypten und Israel kümmern, mache deutlich, dass Toleranz und ein friedvolles Miteinander über alle Grenzen hinweg möglich sei. Gleichwohl die Hingabe der Schwestern auch von Einheimischen vielfältige Unterstützung erfahre, reiche es bei weitem nicht, um allen Herausforderungen gerecht zu werden. Daher wurde 2011 der Freundeskreis der Borromäerinnen Kloster Grafschaft mit heute 260 Mitgliedern gegründet, um humanitäre und caritative Projekte sowie den Bildungsauftrag der Kongregation zu fördern. 

Um dies stetig realisieren und Notleidenden helfen zu können, benötige der Verein noch viele weitere Freunde und Förderer. Mit einem Mitgliedschaftsbeitrag von 50 Euro im Jahr könne man bereits Großes bewirken und dazu beitragen, dass noch vielen weiteren Menschen geholfen werden kann.

Infos und Kontakt 

Interessierte sind eingeladen, sich für weitere Informationen unter freundeskreis@borromeo.de oder auf der Homepage des Freundeskreises über die zahlreichen Projekte zu informieren, die die Welt zu einem besseren Ort machen.

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