Akteure ziehen Bilanz

Rückblick auf einen besonderen „Spirituellen Sommer“

Ein besonderer Hingucker war das Papierschiff von Frank Bölter auf dem Hennesee.
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Ein besonderer Hingucker war das Papierschiff von Frank Bölter auf dem Hennesee.

Schmallenberg/Hochsauerland – Ein besonderer „Spiritueller Sommer“ ist am Wochenende zu Ende gegangen: Zum neunten Mal hatte das „Netzwerk Wege zum Leben. In Südwestfalen“ zu dieser Reihe eingeladen, diesmal unter dem Leitthema „Wasser“ und mit einem an die Corona-Zeiten angepassten Konzept. In reduzierter Form und mit Verspätung, „aber in dem Bewusstsein, dass ein solches Angebot gerade in diesen Zeiten besonders wichtig ist“.

Zahlreiche fest eingeplante Veranstaltungen mussten schweren Herzens abgesagt werden. Auch das 100-seitige Programmheft ist nicht erschienen, da im April noch nicht klar war, ob und in welcher Form Angebote mit vielen Menschen stattfinden können. Mitten in den Vorbereitungen galt es, ein neues Konzept zu entwickeln, das sowohl den Corona-Bedingungen entsprach, als auch den Vorgaben der Regionalen Kulturpolitik, mit der das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW das Projekt fördert.

Als im Juni klar wurde, dass Veranstaltungen in der Natur und Angebote in ausreichend großen Räumen mit Sicherheitsvorkehrungen stattfinden können, entschieden sich die Initiatoren dafür, das Programm neu auszuschreiben. Zu ihrer großen Freude kamen südwestfalenweit fast 100 Veranstaltungen zusammen. Neben den Präsenz-Veranstaltungen gab es digitale Angebote wie Online-Meditationen, die jeden Mittwoch von einer Meditationsschule oder einem Kloster in der Region gestaltet wurden. Sie werden weiter auf der Website zur Verfügung stehen. „Für uns war es ein wichtiger Schritt in Richtung Digitalität, den wir ohne Corona noch nicht gemacht hätten“, so Projektleiterin Susanne Falk. 

Eine weitere positive Erfahrung war, dass keiner der Sponsoren seine Unterstützung zurückzog. „Viele Menschen und Institutionen haben sich sehr gefreut, dass wir nicht aufgegeben haben“ so Michael Kloppenburg, der das Dekanat Hochsauerland-Mitte im „Netzwerk Wege zum Leben.“ vertritt. 

Bedrohung durch den Klimawandel

Auch die Bezirksregierung, die für die Förderung verantwortlich ist, setzte alles daran, dass der Spirituelle Sommer 2020 stattfinden konnte. Diese Wertschätzung drückte sich im Besuch der Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen aus, die zur Eröffnung deutlich machte, wie wichtig das Engagement des Netzwerks und seiner Akteure für ein lebendige Kulturlandschaft sei. „Wir sind sehr froh, unseren Gästen auch diesem Jahr, in dem der Urlaub im Inland eine so große Rolle spielt, ein Angebot wie den Spirituellen Sommer machen zu können“, so Thorsten Schulte, der den Schmallenberger Sauerland Tourismus in der Lenkungsgruppe vertritt.

Der gesamtgesellschaftliche Kontext, in dem der Spirituelle Sommer stattfand, war nicht nur von der Pandemie gekennzeichnet, sondern von einem weiteren trockenen Jahr und der Erkenntnis, dass der Klimawandel die Welt unmittelbar bedrohe. „Mit dem Leitthema Wasser hat sich die Veranstaltungsreihe bereits 2019 auf diese Fragen eingestellt, die auch auf der spirituellen Ebene Antworten erfordern“, betont Elisabeth Grube, Vertreterin des Ev. Kirchenkreises Wittgenstein im Lenkungsteam. Dr. Klaus Lanz (Institut International Water Affairs) und Philipp Günther (Misereor) nahmen in Vorträgen zur Frage zur Verantwortung für einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser Stellung. Auch sie sind demnächst unter wege-zum-leben.com nachzuhören.

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