1. SauerlandKurier
  2. HSK
  3. Schmallenberg

Schlafender Riese e.V. aus Schmallenberg wird aufgelöst 

Erstellt:

Von: Marco Twente

Kommentare

Der Verein Schlafender Riese bot in 19 Jahren mehr als 1.000 Kindern ein großes Bewegungsprogramm. Hier die Aktion mit dem größten Schwungtuch der Welt aus dem Jahr 2009.
Der Verein Schlafender Riese bot in 19 Jahren mehr als 1.000 Kindern ein großes Bewegungsprogramm. Hier die Aktion mit dem größten Schwungtuch der Welt aus dem Jahr 2009. © Privat

19 Jahre stand der Verein Schlafender Riese e.V. in Schmallenberg für die Förderung von Wahrnehmung und Bewegung von Kindern. Jetzt teilte der Vorstand die Auflösung des Vereins zu Beginn des Jahres 2023 mit. Grund sei der Mangel an Kursleitern und eine fehlende Nachfolge für den scheidenden Vorstand.

Schmallenberg – „Der Verein war auch ein Kind von mir, das tut mir schon leid“, erklärt Michael Schäfer-Pieper, der seit der Gründung das Amt des Ersten Vorsitzenden bekleidet. Er habe – gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen – bereits vor zwei Jahren den Rückzug aus persönlichen Gründen angekündigt, in dieser Zeit hätte sich jedoch niemand für die Vorstandspositionen gefunden.

Ebenso schwer wiegt der Mangel an ehrenamtlichen Kursleitern. „Die Nachfrage nach unseren Angeboten ist nach wie vor hoch, aber wir haben einfach keine Leute. Die Kursleiterinnen machen das alles ehrenamtlich“, so der Vorsitzende. Von den Kurszeiten her sei das jedoch mit Familie und Beruf schwer zu vereinbaren. Von ehemals sechs bis acht Kursleitern sind gerade einmal drei übriggeblieben. Demzufolge sei es dem Verein nicht mehr möglich, der hohen Nachfrage gerecht zu werden.

„Nach langen Überlegungen und Beratungen und schweren Herzens teilen wir mit, dass wir unsere Angebote nicht aufrechterhalten können und den Verein zu Beginn des Jahres 2023 auflösen werden. Es wird also leider keine weiteren Angebote geben“, teilte der Verein jetzt mit.

Hohe Nachfrage, fehlende Kursleiter

Michael Schäfer-Pieper und seine Mitstreiter blicken schon jetzt mit Wehmut zurück: Es hat uns riesigen Spaß gemacht; es waren sehr schöne und erlebnisreiche 19 Jahre mit vielen Abenteuerreisen in Bewegungslandschaften in den Turnhallen und in der Natur, in denen wir mit über 1000 Schmallenberger Kindern getobt und gespielt haben. Sehr gerne denken wir auch an die Aktion mit dem größten Schwungtuch der Welt und an die vielen Psychomotorik-Fortbildungen mit engagierten Schmallenberger Erziehern und Erzieherinnen und auch Lehrkräften sowie weiteren an der Sache Interessierten zurück.“

Über knapp 12 Jahre hinweg seien permanent 150 bis 170 Kinder in zeitweise bis zu 15 Kursen an vier Standorten aktiv gewesen, so Schäfer-Pieper.

Der Gründungsgedanke des Vereins sei gewesen, den Kindern Spaß und Freude an der Bewegung zu vermitteln, sie ohne Druck zu fördern und motorische Grundfähigkeiten weiterzuentwickeln. „Wir wollten einfach etwas zum Toben anbieten, um nicht nur die Bewegung, sondern zum Beispiel auch die Sprache oder soziale Kompetenz zu fördern, so Schäfer-Pieper.

Immerhin habe diese Grundidee der Bewegungsförderung in den vergangenen Jahren immer mehr in die Kindergärten Einzug gehalten, freut sich der Vorsitzende. Mit emotionalen Worten verabschiedet er sich gemeinsam mit seinem Team von den Kindern und richtet dabei noch einen Appell an sie: „Macht es gut und tobt bitte weiter, wann immer es geht!“

Auch interessant

Kommentare