Die Schließung droht

Kirchenmeister Klaus Gronwald machte darauf Aufmerksam, dass es für die Kirchengemeinde Dorlar-Eslohe 'fünf vor zwölf' geschlagen hat. Foto: Frank Altenhoff

Mehr als 80 Interessierte aus alles Gemeindeteilen waren der Einladung am Sonntagmorgen nach Eslohe gefolgt um zusammen nach Lösungen für den Erhalt der evangelischen Kirchengemeinde Dorlar-Eslohe zu suchen. Pastor Jürgen Rademacher brachte die prekäre Situation mit nur wenigen Worten gleich auf den Punkt.

Die Zahl der Gemeindeglieder sinkt. Kirchen, wie in Reiste und Wenholthausen sind sanierungsbedürftig und durch den Rückgang von Kirchensteuereinnahmen fehlen die finanziellen Mittel. Kirchenmeister Klaus Gronwald präsentierte dazu die aktuellen Zahlen und machte darauf Aufmerksam, dass es für die Kirchengemeinde Dorlar-Eslohe "fünf vor zwölf" geschlagen hat.

Die Prognose für die nächsten Jahre zeigt einen Rückgang von derzeit 1175 auf rund 1050 Gemeindeglieder. Also ein Rückgang von etwa zehn Prozent. Dies bedeutet nicht nur weniger Kirchensteuereinnahmen sondern zusätzlich fehlen 120.000 Euro an Ausgleichsrücklagen der Landeskirche für strukturschwache Kirchenkreise.

Unterm Strich fehlt Geld für die Sanierung- und Erhaltung der Gotteshäuser der Kirchengemeinde. Ein weiteres Problem sind die Kriterien der Landeskirche. Eine ganze Pfarrstelle wird mit 3000 Gemeindeglieder gerechnet, somit würde Dorlar-Eslohe mit rund 1050 Gemeindeglieder weit unter die 50 Prozent fallen, was eine Neubesetzung der Pfarrstelle in der Kirchengemeinde in der Zukunft fast unmöglich erscheinen lässt. Die Kirchengemeinde Dorlar-Eslohe ist derzeit dem Kirchenkreis Wittgenstein eingegliedert. Dieser ist einer der kleinsten Kirchenkreise der Landeskirche und durch den Rückgang der Gemeindegliederzahlen ebenfalls in seiner Existenz bedroht.

Radikale Strukturveränderung

Die Folge könnte eine Auflösung des eigenen Kirchenkreises sein, und somit die Aufteilung in die nächst größere Einheit, dem KK Siegen, was wiederum für den Kirchengemeinde Dorlar-Eslohe eine Angliederung an den Kirchenkreis Arnsberg bedeuten könnte. "Wir müssen jetzt die Initiative ergreifen und das Heft selbst in die Hand nehmen, Einfluss zu nehmen auf die nicht aufzuhaltenden Entwicklungen, ehe wir den Entscheidungen von oben tatenlos zusehen müssen", fügte Pastor Rademacher den Ausführungen von Klaus Gronwald hinzu.

Ein radikaler Sparkurs muss nun gefahren werden, um wenigstens einen Standort und die Pfarrstelle in der Gemeinde zu erhalten. Durch die fehlenden Einnahmen droht die Schließung der sanierungsbedürftigen Gotteshäuser in Wenholthausen und Reiste. Dem Kirchengebäude in Dorlar, welches derzeit unter der Leitung des Martinswerk in Dorlar steht, soll eine neue Nutzung zugeführt werden. Dafür soll das Angebot in Eslohe zentralisiert werden. Die derzeitigen Einnahmen sollen dann für Sanierungsarbeiten der St. Johanniskirche in Eslohe genutzt werden.

Die finanziellen Mittel für die Pfarrstelle Dorlar-Eslohe werden in Zukunft wahrscheinlich zu 50 Prozent durch die Landeskirche getragen. Die andere Hälfte sollen durch die Erteilung des Religionsunterrichts von Pfarrer Rademacher an den drei Esloher Schulen Refinanziert werden. "Diesen Schritt, Kirchen eventuell schließen, verkaufen oder sogar abreißen zu müssen, trifft uns alle wie ein Pfeil in Herz, doch wir dürfen nicht tatenlos zusehen und abwarten. Wir wollen als Kirchengemeinde weiter existieren und deshalb müssen wir schmerzliche Veränderungen in Kauf nehmen" so Pastor Rademache.

Er bat darum, Ideen und Anregungen , bis Samstag, 7. Mai, schriftlich im Pfarrbüro der Evangelischen Petri-Kirchengemeinde einzureichen. Ein endgültiger Beschluss wird Ende Juni erwartet.

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