Ein „Dreh- und Angelpunkt

Schmallenberger Holz- und Informationszentrum wird Haus für Kultur und Begegnung

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Freude auf Veränderungen im Holz- und Informationszentrum (v.l.): Klaus Kaiser (Parlamentarischer Staatssekretär), Dr. Sandra Salomo (Leiterin Kulturbüro Stadt Schmallenberg, Tourismusdirektor Hubertus Schmidt, Petra Brockmann (Gebäudemanagement Stadt Schmallenberg) und Bürgermeister Bernhard Halbe.

Schmallenberg - Digitalisierung als Schwerpunkt, eine Schnittstelle, wo Kulturveranstaltungen stattfinden, die auf Einheimische als auch Urlauber gleichermaßen eine Faszination ausüben. Das Schmallenberger Holz- und Informationszentrum hat es mit seinem Konzept bei dem Förderprogramm „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“ des Landes Nordrhein-Westfalen unter die 17 auserwählten Preisträger geschafft.

„Das Konzept geht auf den amerikanischen Soziologen Ray Oldenburg zurück. Der erste Ort ist das Zuhause, der zweite der Arbeitsplatz und der dritte ist der Ort des Zusammenkommens. Hier trifft man sich, hier kommt man zusammen“, so der parlamentarische Staatssekretär Klaus Kaiser. „So ein Ort ist wichtig, da sich die gesellschaftlichen Strukturen verändern. Es gibt in vielen kleinen Ortschaften keine Kneipe mehr, keine Kirche oder Bibliothek. Ziel ist es daher an einem Bildungsort mehrere Akteure zu bündeln.“ Das Phänomen gemeinschaftlich genutzter öffentlicher Orte außerhalb der eigenen vier Wände und der Arbeitsplätze gibt es schon seit Jahrhunderten. 

Die Bedeutung des Third Place wurde im kulturellen als auch wirtschaftlichen Sektor entdeckt, da gemeinsame Treffen in entspannter Atmosphäre dazu beitragen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Das Förderprogramm „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“ unterstützt laut Kaiser daher die Entwicklung und Umsetzung neuer Konzepte für die kulturelle Infrastruktur in ländlichen Regionen. Offene, flexible Ansätze, die Vernetzung von kulturellen Angeboten durch ehren- und hauptamtliche Akteure und Vereine sowie durch das Beratungsangebot für die Projektträger sollen dazu beitragen, den „dritten Raum“ zum regionalen Ankerpunkt für kulturelle Vielfalt werden zu lassen. „Dritte Orte“ sichern somit die kulturelle Infrastruktur im ländlichen Regionen, leisten einen Beitrag zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und tragen zur Identität mit der Heimat bei. 

"Der ‘dritte Ort’ soll kein Konsumtempel werden"

„Der ländliche Raum ist unterschiedlich zur Stadt. Die Breiten- als auch Spitzenkultur muss gleichberechtigt gestärkt werden. Der ‘dritte Ort’ soll kein Konsumtempel werden, sondern alle sollen mitmachen können. Dadurch soll Schmallenbergs Kultur vorangetrieben werden“, so der parlamentarische Staatssekretär.

Dotiert mit 50.000 Euro in der ersten Förderphase hat das Programm insgesamt eine Laufzeit von 2019 bis 2023, fördert kulturelle Einrichtungen in kommunaler oder freier Trägerschaft. In der zweiten Phase wird das Programm „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“ mit 10 Millionen Euro unterstützt. „Neben dem ‘dritten Raum’ werden im Holz- und Informationszentrum auch städtebauliche Maßnahmen durchgeführt. Die Halle wird abgeteilt, die Büros erweitert und der Eingangsbereich wird verändert. Er soll direkt beim Betreten eine Wohlfühlatmosphäre ausstrahlen. Es wird hier viel passieren“, ergänzte Schmallenbergs Bürgermeister Bernhard Halbe. Auch Tourismusdirektor Hubertus Schmidt lobte das Konzept: „Authentische, gute Ideen werden hier eingebracht, gebündelt und weiterentwickelt. Das Holz- und Informationszentrum wird so zum Dreh- und Angelpunkt für Einwohner und Gäste.“ Eine gute Symbiose, die das Vereinsleben stärkt, Nutzungen bündelt und in der zweiten Förderphase Kreativität, gute konzeptionelle Ideen mit entsprechendem Know-How einfordert.

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