„Global denken – lokal handeln

Schüler des Städtischen Gymnasiums Schmallenberg setzen sich für Umweltschutz ein   

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Die Klassen 9 und der Jahrgang EF (10) des Städtischen Gymnasiums beteiligten sich am dritten Tag ihres Klimaschutzprojekts tatkräftig an der „Baumpflanzaktion“ im Schmallenberger Stadtwald.

Schmallenberg - Nicht nur freitags gegen den Klimawandel zu demonstrieren, sondern Verantwortung zu übernehmen und für die Umwelt aktiv zu werden – das haben sich zahlreiche Schüler des Städtischen Gymnasiums nun auf die Fahne statt auf Plakate geschrieben. Um stolze 2000 Bäume reicher ist der heimische Stadtwald in Schmallenberg dadurch geworden.

Unter dem Motto „Waldschutz ist Klimaschutz“ wurde auf der Schmallenberger Höhe in den vergangenen Wochen gebohrt, gegraben und gepflanzt, was das Zeug hält. Drei Tage, jeweils 30 Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10 sowie rund 2000 neue Bäume lautet die Bilanz eines Klimaschutzprojekts mit Symbolkraft: Angestoßen von der „Fridays for Future“-Bewegung wollen die jungen Menschen nicht nur gegen etwas demonstrieren, sondern selber aktiv werden und ein Zeichen setzen, beschreibt Schülerin Nastasia Weinfurtner die Intention hinter dem Projekt.

„Wir haben vor dem Projekt bereits Klimawandelvorträge gehalten und die ganze Schule darüber informiert, was mit der Erde in den nächsten Jahren passieren wird, wenn wir weiter untätig bleiben. Daraufhin ist die Idee entstanden, Bäume zum Schutz des Klimas zu pflanzen“, erzählt Amy Hochstein aus der Schülervertretung, die der Umwelt zuliebe bereits auf Fleischkonsum verzichtet. Mit ihrem Tatendrang steckten sie auch zahlreiche andere Schüler an, erinnert sich Schulleiterin Elke Winekenstädde: „Es war den Schülern wichtig, ganz viele weitere Schüler zu motivieren. Da die Teilnahme an den Demonstrationen während der Unterrichtszeit vom Schulministerium als ‘Schulschwänzen’ eingestuft worden ist, haben sie ihren Fokus darauf gelegt, nicht zu demonstrieren, sondern zu überlegen, wie sie sich vor Ort für den Bereich ‘Klimaschutz’ konkret einsetzen können. Die ‘Baumpflanzaktionen’ führten wir jeweils im Umfang von sechs Unterrichtsstunden durch.“

„Global denken – lokal handeln“ wurde so zum Leitspruch der Aktion. Die Schüler riefen eine Petition ins Leben, bei der rund 350 Unterschriften für die Pflanzaktion zusammenkamen. „Erst war geplant, symbolisch nur einen Baum zu pflanzen – das war uns jedoch viel zu wenig. Mit den Unterschriften im Gepäck sind wir schließlich zu Frau Winekenstädde gegangen, um unser Anliegen vorzutragen“, berichtet Nastasia Weinfurtner, die neben positiver Resonanz seitens der Schulleitung auch die Zusage des Stadtförsters Siegfried Hunker erhielt, der daraufhin die Leitung des Projekts übernahm. „Besonders hervorzuheben ist neben dem Beitrag für den Klimaschutz auch der pädagogische Gehalt der Aktion. Hier greifen viele Hände ineinander, das Teambuilding wird ernorm gefördert“, stellt Hunker rückblickend fest. Gepflanzt wurden Mischbestände von der Traubeneiche über die Weißtanne bis hin zur Douglasie. Bei diesen Arten handele es sich um klimaresistente Pflanzen, die auch längeren Trockenperioden standhalten, weiß Waldbauer und -besitzer Elmar Gilsbach aus Oberkirchen. Aus einem Kilogramm Saatgut erhielte man stolze 70.000 bis 120.000 Bäume. Diese zieht er nach seiner bewährten Methode in kleinen Containern bis auf eine bestimmte Wuchshöhe vor (SauerlandKurier berichtete) und bringt sie anschließend auf kurzem Transportweg direkt an Ort und Stelle – so auch in den Schmallenberger Stadtwald.

Stadt fördert Projekt

Bäume zu pflanzen, die sich an das zukünftige Klima anpassen zu können – mit ihrer nachhaltigen Aktion wollen die Schüler nun den Klimaschutzpreis abräumen, den innogy, RWE und Allianz ausgeschrieben haben. „Vom dem Gewinn wollen wir weitere Projekte starten. Es ist wichtig, dass wir jetzt etwas tun“, ist sich Madeleine Köß-Hebbecker, ebenfalls in der Schülervertretung aktiv, sicher.

3000 Euro wurden von der Stadt für die „Materialkosten“ bereitgestellt – durch die Arbeitsleistung und das Engagement der Schüler, die mit vereinten Kräften sage und schreibe 2000 Bäume in die Erde gesetzt haben, entstanden jedoch keine weiteren Kosten.

Ein „Klimaschutzprojekt“ in dieser Form in Eigenregie der Schüler durchzuführen, entspricht auch dem Leitbild des Städtischen Gymnasiums Schmallenberg „Bildung durch Verantwortlichkeit für mich, den Anderen, die Gemeinschaft, die Umwelt, die Gesellschaft, die Welt“ und ist somit nachhaltig im Schulprogramm verankert. Mit der Aktion wollen die Schüler Verantwortung übernehmen und weitere Bürger dafür sensibilisieren, sich für den Klimaschutz vor Ort einzusetzen – denn jeder noch so kleine Beitrag kann große Veränderung bewirken.

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