„Schule ohne Rassismus“

Städtisches Gymnasium Schmallenberg wird ausgezeichnet

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Das Städtische Gymnasium Schmallenberg hat die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ erhalten.

Schmallenberg - Das Städtische Gymnasium Schmallenberg trägt ab sofort den Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ (SOR-SMC) . In einer Feierstunde am Mittwoch übergab Andreas Hofmann (Kommunales Integrationszentrum HSK) die Urkunde an die Schülervertretung (SV), die das Projekt an ihrer Schule initiiert hatte. Als Paten für „SOR-SMC“ konnte die SV Tom Astor gewinnen.

„Vielfalt, Respekt und Toleranz“ und jeden Menschen so zu akzeptieren, wie er ist – das seien wesentliche Ziele des Projektes, erklärte Schülersprecher Darian Lobe. Das Städtische Gymnasium Schmallenberg habe die Voraussetzungen für die Anerkennung als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erfüllt. Das bedeutet, Schüler, Lehrer, Sekretärinnen und Hausmeister haben sich mit ihrer Unterschrift verpflichtet, sich gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule aktiv einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekttage zum Thema durchzuführen.

„Ich freue mich, dass sich alle gemeinsam auf den Weg gemacht haben, um ein deutliches und nachhaltiges Zeichen gegen Diskriminierung zu setzen“, lobte Thomas Kasselmann von der Bezirksregierung Arnsberg. Es sei richtig und wichtig, Erscheinungsformen von Rassismus entgegenzutreten und sich sich bei Konflikten einzumischen. Dazu gehöre Mut. Gut 90 Prozent der Schüler, Lehrer haben das Programm unterschrieben, das Anfang des Schuljahres von der SV vorgestellt worden war. Es sei der Grundstein dafür gelegt worden, dass Diskriminierung am Schmallenberger Gymnasium und dessen Umfeld kein Thema mehr ist – für eine weltoffene, tolerante Gesellschaft. Damit sei das Gymnasium Teil eines Schulnetzwerkes in ganz Deutschland. Es umfasst 20 Schulen im HSK, 850 in NRW und mehr als 3.000 deutschlandweit.

Der Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage” sei aber kein Preis, sondern eine Verpflichtung für Gegenwart und Zukunft. Daher weiß Kasselmann: „Sie haben sich viel vorgenommen.“

Tom Astor als Projekt-Paten gewonnen

Unterstützung erhalten die Schüler dabei von ihrem Projekt-Paten Tom Astor. „Als mich Darian Lobe gefragt hat, brauchte ich keine Bedenkzeit,“ so der Countrysänger. „Ich wünsche allen viel Mut und dass wir die Menschen überzeugen, dass dies der einzig richtige Weg ist“, so Tom Astor. „Ich freue mich für unser Gymnasium, dass die SV Tom Astor als Paten gewinnen konnte, der dieses Projekt zur Stärkung der demokratischen Kultur sowie für ein soziales, solidarisches und friedliches Miteinander unterstützt“, so Schulleiterin Dr. Elke Winekenstädde.

Das Projekt soll den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bieten, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten, indem sie sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden. Ziel des Projektes sei es, den Alltag an Schulen so zu verändern, dass dieser von einem Klima der gegenseitigen Achtung und der Anerkennung individueller Eigenheiten geprägt ist, gepaart mit der gemeinsamen Suche nach verbindenden Werten.

Am Städtischen Gymnasium Schmallenberg gelingt dies bereits sehr erfolgreich. Beispiele seien „Wandern für die andern“, die „Nepal-AG“, die Aktion „Stolpersteine“ oder auch die „Gedenkstättenfahrt“. Die Auszeichnung sei die perfekte Möglichkeit, noch weitere Projekte zu entwickeln, so Lobe.

Burkhard König, Beigeordneter der Stadt Schmallenberg, freute sich indes, dass die Initiative zur Teilnahme an dem vom Bund geförderten Projekt von den Schülern ausging, dass diese ein Zeichen für Menschlichkeit, Toleranz, Respekt und Würde setzen und damit dem Leitbild der Schule folgen, das als verbindliche Basis der Erziehung ein wertschätzendes Menschenbild und die Würde eines jeden Menschen als nicht verhandelbar festschreibt. „Es ist völlig egal, welcher Hautfarbe, Sprache, Religion, Staatsangehörigkeit, nationaler oder ethinscher Herkunft der andere ist. Vielfalt ist wichtig, für unsere offene, demokratische Gesellschaft. Die Stadt Schmallenberg ist daher sehr stolz darauf, dass Sie sich diesen Idealen stellen und zu dem Weg des Einmischens bekennen“, so König.

Beeindruckendes Engagement

„Ich finde es sehr beeindruckend“, freute sich auch Andreas Hofmann von der Bezirksregierung Arnsberg über das Engagement. Gerade in der heutigen Zeit seien diskriminierende und rassistische Parolen wieder gesellschaftsfähig geworden. „Es werden Mauern gebaut. Aber ihr habt euch dazu entschieden, Mauern einzureißen“, so Hofmann. Es brauche Mut, sich gegen Vorurteile und Diskriminierung zu stellen. Nichtsdestotrotz müsse man sich die Auszeichnung jedes Jahr neu erarbeiten.

Das weiß auch die Schulleiterin: „Der Titel ist kein Preis und keine Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit, sondern eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und Zukunft. Eine Schule, die den Titel trägt, ist ein Teil des Netzwerkes, das sagt: Wir übernehmen Verantwortung für das Klima an unserer Schule und unserem Umfeld“.

Ein Gedanke, der sich auch im Leitbild der Schule „Bildung durch Verantwortlichkeit, für mich, den anderen, die Gemeinschaft, die Umwelt, die Gesellschaft, die Welt“ wiederfinde. „Fachliche Bildung erreichen und erweitern wir durch die gemeinsame Werthaltung der Verantwortlichkeit, die von der Schulgemeinschaft getrageh wird“, sagte Elke Winekenstädde. „Das Projekt ist ein langfristiges Engagement, das heißt, die Teilnahme ist eine Herausforderung, doch die Anstrengung – denke ich – lohnt sich.“

Weitere Infos zum Projekt: www.m.schule-ohne-rassismus.org

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