"Er hat seine Heimat nie vergessen"

Bürgermeister Bernhard Halbe (l.) und Alfons Brüggemann, Vorsitzender des Bezirksausschusses Schmallenberg, bei der Enthüllung der Gedenktafel. Foto: Marco Twente

Seine Arbeiten waren in der ganzen Welt zu sehen. Carl Siebert lebte jahrzehntelang in Paris und wirkte dort als selbstständiger Maler, Graveur und Skulpteur. "Dennoch hat er seine Heimat nie vergessen", sagte Bürgermeister Bernhard Halbe bei der Enthüllung der Erinnerungstafel für den Schmallenberger Künstler, der am vergangenen Dienstag 91 Jahre alt geworden wäre.

"Carl Siebert war ein erzählender, philosophierender und geschichtsbewusster Künstler. Denker und Maler wie er sind ein wichtiger Teil unserer Kultur", heißt es auf der Erinnerungstafel an Sieberts Geburtshaus in der Oststraße 7. Die Tafel beschreibt seinen Lebensweg. Carl Siebert ist im Jahr 1922 in Schmallenberg zur Welt gekommen und aufgewachsen. Nach seinem Studium (Grafik, Illustration und Wandmalerei) in Wuppertal und einer erfolgreichen Zeit als Artdirektor in Hamburg zog es ihn nach Paris.

Mit dem sensiblen Blick eines Künstlers

"Mit dem sensiblen und vorausschauenden Blick des Künstlers hat sich Siebert immer wieder mit Themen auseinandergesetzt, die den Alltag des sogenannten ‘modernen Menschen’ begleiten: Technische Revolution, Automobilisierung, eine Welt in der Ordnung und Chaos nebeneinander existieren", so Bürgermeister Halbe. Auf der Gedenktafel heißt es: "Siebert hat mit großer Aufmerksamkeit die schnelle Entwicklung der industriellen Gesellschaft verfolgt, mit den Sinnen eines Künstlers ihren Zustand analysiert und die in ihr innewohnenden Zerstörungskräfte erahnt." So zeige seine Bilderwelt aus vordergründig freundlichen Farben und angedeuteter geometrischer Ordnung dennoch in vielen Beispielen ein nicht mehr beherrschbares Chaos, in der Industrieschrott, Maschinenmenschen, oder unendliche Schlangen von Automobilen miteinander verwoben sind.

Bei zahlreichen Anlässen besuchte Carl Siebert seine Heimatstadt und hinterließ seine Handschrift, unter anderem mit einer Skulptur auf dem Schützenplatz und mit einem großformatigen Relief auf dem Friedhof.

"Ich danke den Familien Siebert und Brüggemann, dass sie es möglich gemacht haben, diese Gedenktafel an Carl Sieberts Geburtshaus anbringen zu können", so Halbe. "Ich hoffe, dass viele Menschen hier verweilen, den Text lesen und sich mit der darin enthaltenen Botschaft auseinandersetzen." Carl Siebert verstarb am 4. Januar 2012 kurz vor seinem 90. Geburtstag. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Schmallenberger Friedhof.

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