Vorbereitung einer neuen Solidarischen Landwirtschaft läuft auf Hochtouren

SoLaWi e.V. im Leissetal steht in Startlöchern

Die Vorbereitungen auf dem Acker bei Heiminghausen laufen bereits.
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Die Vorbereitungen auf dem Acker bei Heiminghausen laufen bereits.

Das Feld ist sprichwörtlich „bestellt“. Unter dem Namen „Gemüsegruppe Leissetal“ wird in diesem Jahr in Heiminghausen eine neue Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) ins Leben gerufen. „Die Planung und Vorbereitungen laufen derzeit auf Hochtouren“, berichtet der Initiator, Jens Greve. 

Schmallenberg/Heiminghausen – Mit großem Elan wurde bereits der Acker am Ortsausgang von Heiminghausen in Richtung Bad Fredeburg für den Anbau hergerichtet und erste Beete angelegt. Viele verschiedene Gemüsearten sollen dort ab dieser Saison angebaut, geerntet und verteilt werden.

„Neu ist, dass diese Landwirtschaft als Verein (e.V.) nach dem Modell einer CSA – Consumer-supported-Agriculture (Konsumenten gestützte Landwirtschaft) – geführt wird. Das bedeutet, die ‘Verbraucher’ werden Vereinsmitglieder und bilden einen eigenen, entscheidenden Teil der landwirtschaftlichen Produktion“, erklärt Greve den SoLaWi e.V. im Leissetal und ergänzt: „Den Anbauplan haben wir schon mit dem zum Teil gesponserten Saat- und Pflanzgut und dem direkten Zuruf unserer Konsumenten begonnen“.

Der gebürtige Sauerländer bedauert, dass die Idee und Kultur „frisches Obst und Gemüse wie aus Omas Garten“ immer mehr in Vergessenheit gerät. In einer Gesellschaft, geprägt durch Vollbeschäftigung mit Beruf, Freizeitgestaltung, Kind und Kegel, in Kombination mit der Grundversorgung von Handelskonzernen gerate der Luxus wirklich frischer, regionaler Lebensmittel zunehmend aus dem Blick. „Fehlende Strukturen notwendiger generationsübergreifender Verantwortung, in der jeder seinen Teil zum Gemeinwohl leistete, sind ein weiterer Grund für den Rückgang der lokalen Selbstversorger-Mentalität“, begründet Greve seine bereits im Jahr 2017 gestartete Initiative (wir berichteten).

Genau hier greift das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft. Ein Bauernhof oder eine Gärtnerei versorgt eine Gruppe von Menschen in der unmittelbaren Umgebung mit Lebensmitteln. Der Produzent stellt sein Know-How und seine Dienstleistung zu Verfügung. Im Gegenzug stellt die Gruppe die nötigen Mittel für die Lebensmittelerzeugung und die Existenzsicherung des Produzenten. Alle Beteiligten teilen sich die Verantwortung, das Risiko, die Kosten und die Ernte. „Zur Deckung der laufenden Kosten, wie zum Beispiel Personalkosten, Miete/Pacht rechnen wir derzeit bei 60 Mindestanteilen mit einem Richtpreis von zirka 80 Euro pro Monat. Ab Mai soll es mit ersten Ernteanteilen losgehen“, gibt Greve einen Einblick in die Planungen.

Nach langer Suche ist auch ein Landwirt gefunden worden, der für die Vereinsmitglieder ab diesem Frühjahr Gemüse anbauen wird. Sebastian Wolf ist ein Landwirt ohne (elterlichen) Hof, der auf Greven-Hof im Leißetal seine neue Existenz aufbauen will. Nach einer Lehre zum staatlich geprüften Landwirt absolvierte er ein Studium der ökologischen Agrarwirtschaft. Mit langjähriger Berufserfahrung möchte er anderen die „grüne Vielfalt“ einer neuen Landwirtschaft auch in propagierten „Ungunstlagen“ nahe bringen. Nach dem Prinzip „offener Hof“ und „Landwirtschaft zum Anfassen“ sollen die Mitglieder und jeder Interessierte am Hof- und Anbaugeschehen teilhaben können.

„Die eigentlichen Verbraucher bilden als unmittelbare Konsumenten das Rückgrat dieses neuen, aber vielerorts bereits erprobten, agrarökologischen Konzeptes. 

Initiator Jens Greve

Jedem unterstützenden Vereinsmitglied steht dann zukünftig ein wöchentlicher Ernteanteil mit frischen, vielfältigen, regionalen und saisonalen Erzeugnissen zu Verfügung. „Die eigentlichen Verbraucher bilden als unmittelbare Konsumenten das Rückgrat dieses neuen, aber vielerorts bereits erprobten, agrarökologischen Konzeptes. Im Hinblick auf die Gestaltung zukünftiger Ernährungssouveränität und einem erforderlichen Richtungswechsel in der globalen, unübersehbaren Entwicklung der Nahrungsmittelerzeugung“ freuen sich die Initiatoren um Greve über Zulauf weiterer Mitglieder.

„Der innovative Wandel kann nur existieren, wenn sich genug Mitstreiter finden. Unsere Zielmarke ist Ende März, mit der Gründung des Vereins, genügend Mitglieder zu haben, um dann im Mai mit den ersten Erträgen und Lieferungen über die Vorfinanzierung durch Konsumentenbeiträge beginnen zu können“, so die Strategie.

Neben den derzeitigen Vorbereitungen auf dem Feld stehen organisatorische Tätigkeiten, wie der Abschluss der Vereinssatzung und das Aufstellen des endgültigen Wirtschaftsplanes für die erste Saison an. Die Vereinsgründung sei auf dem Weg und soll in den nächsten Tagen erfolgen. Interessierte können sich gerne melden. „Egal wie, wir sind mitten in diesem Prozess und gehen es gemeinsam an“, so die Initiatoren.

Auf www.gemuesegruppe-leissetal.de erfahren Interessierte alles über die neue Solidarische Landwirtschaft im Leißetal – oder den direkten Kontakt über kontakt@gemuesegruppe-leissetal.de.

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