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Stadt Schmallenberg sucht private Wohnungen für Geflüchtete

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Von: Marco Twente

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Eine Wohnanlage in Holzmodulbauweise entsteht derzeit in Fleckenberg. Hier können 40 Geflüchtete untergebracht werden.
Eine Wohnanlage in Holzmodulbauweise entsteht derzeit in Fleckenberg. Hier können 40 Geflüchtete untergebracht werden. © Marco Twente

Die Stadt Schmallenberg sucht weiter nach Wohnraum für Geflüchtete. Neben der Erweiterung der städtischen Unterkünfte appelliert die Stadt an alle Bürger, die Wohnungen zur Verfügung stellen können, sich im Rathaus zu melden. 

Schmallenberg - „Ziel ist, dass Leute aus den Unterkünften in private Wohnungen umziehen können. Die Mietverträge schließen sie dann selber“, erklärt Anke Sibert, Pressesprecherin der Stadt Schmallenberg. Dies sei einerseits ein Vorteil im Hinblick auf die Integration der Geflüchteten, andererseits würden die Unterkünfte dadurch wieder frei.

Denn obwohl der Rat der Stadt den Bau weiterer städtischer Unterkünfte beschlossen hat, sei schon jetzt abzusehen, dass auch diese Maßnahmen nicht ausreichen werden und weiterer Wohnraum benötigt werde. Hierbei sei vor allem privater Wohnraum gefragt: „Immer dann, wenn es gelingt, dass Geflüchtete privaten Wohnraum anmieten, ist das ein Stück wertvolle Integration“, sagt Carmen Oberstadt vom Sozialamt in einer Pressemitteilung der Stadt.

Laut Verwaltung leben derzeit insgesamt aktuell mehr als 600 Flüchtlinge aus unterschiedlichen Nationen im Schmallenberger Stadtgebiet, knapp die Hälfte sei in städtischen Unterkünften untergebracht. Nach einem festgelegten Verteilschlüssel kommen durchschnittlich 30 bis 40 weitere Geflüchtete pro Monat dazu.

Die Verwaltung geht derzeit davon aus, dass die Zuweisungsquoten auch in den nächsten Monaten auf einem hohen Niveau bleiben – was bedeute, dass die Unterbringungskapazitäten in Schmallenberg schnell erschöpft sein werden. „Anders als noch bei der Flüchtlingskrise 2015 ist derzeit nicht damit zu rechnen, dass der Zustrom abrupt endet. Es reicht also nicht mehr, kurzfristig zu planen. Wir müssen die Unterbringung von Flüchtlingen langfristig sicherstellen“, betont der Beigeordnete Andreas Plett.

Aktuell entstehe in Fleckenberg eine Wohnanlage in Holzmodulbauweise mit 40 Plätzen (wir berichteten). Diese werde wohl in Kürze fertiggestellt sein.

Eine ähnliche Anlage sei laut Verwaltung in Grafschaft geplant. Darüber hinaus solle die bestehende Wohncontaineranlage am Standort Breite Wiese in Schmallenberg um 46 Plätze erweitert werden. In Westfeld werde zudem nach Fertigstellung des neuen Kindergartens das alte Kindergartengebäude zu Wohneinheiten für insgesamt 25 Personen umgebaut, teilt die Verwaltung mit.

Turnhalle als Notunterkunft

Zudem werde die Valentin-Turnhalle in Schmallenberg seit etwa einem Jahr als Notunterkunft mit 40 Plätzen vorgehalten. Angesichts der aktuellen Zahlen sei dies auch weiterhin notwendig. „Aktuell planen wir, vorübergehend Geflüchtete in der Turnhalle unterzubringen, bis die erweiterten Kapazitäten in den Unterkünften zur Verfügung stehen. Falls uns sehr viele Geflüchete auf einmal zugewiesen werden, können wir auch eine dauerhafte Belegung oder gar die in Inanspruchnahme einer zweiten Turnhalle nicht ausschließen“, erklärt Plett.

Kontakt: Wer privaten Wohnraum anbieten möchte oder eine Beratung wünscht, kann sich mit Carmen Oberstadt oder Rudolf Schramm vom Sozialamt in Verbindung setzen. Das Team des Sozialamtes der Stadt Schmallenberg wird den Ablauf von der unverbindlichen Wohnungsbesichtigung bis hin zum Abschluss eines Mietvertrags begleiten.

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