"Stopp heißt Stopp"

Im Notfall richtig zu reagieren, lernen die Kinder im Familienzentrum Ahornweg.

Wie verhalte ich mich in Gefahrensituationen? Was mache ich, wenn mich ein Fremder auf der Straße anspricht? Wie setze ich meinen Standpunkt selbstbewusst durch? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigen sich derzeit 14 Kinder im Familienzentrum Ahornweg in Schmallenberg. Unter dem Motto "Stopp heißt Stopp" bietet das Familienzentrum unter der Leitung des Karatelehrers Marcus Nöker aus Oedingen das erste Mal einen Selbstbehautungskurs für Vorschulkinder und Kinder des ersten Schuljahres an.

Ein Kind befindet sich auf dem Weg zur Schule und wird von einem fremden Mann angesprochen. "Ein Paradebeispiel", weiß Marcus Nöker, der den Kindern in seinem Kurs einen spielerischen Einblick in Konflikt- oder Gefahrensituationen geben möchte. Dabei spiele das Bauchgefühl, der Einsatz der Sinne des Körpers eine wichtige Rolle. "Es geht nicht darum, einen Erwachsenen über die Schulter zu werfen", so Nöker. Vielmehr sollen die Kinder lernen, Situationen einzuschätzen, zu lösen und ihren eigenen Standpunkt selbstbewusst durchzusetzen.

Der Einsatz der Stimme, ein deutliches "Stopp", ein Schrei oder die Inanspruchnahme von Hilfe anderer Erwachsener könne einen Angreifer bereits einschüchtern. Zudem sollten die Kinder nicht jedem vertrauen, stets genau hinhören und sich keinesfalls in Greifweite von Fremden aufhalten, von denen sie auf der Straße angesprochen werden. Auch die Behauptung des eigenen Standpunktes in Konfliktsituationen mit Gleichaltrigen ist ein wichtiges Thema des Kurses, der in vier Einheiten jeweils samstags stattfindet. Seit fünf Jahren bietet Nöker diese Selbstbehauptungskurse an und er weiß, "das ist ein sehr komplexes und sensibles Thema, mit dem wir sehr vorsichtig und kindgerecht umgehen müssen."

Spaß steht im Vordergrund

Daher stehen der Spaß und das Erfolgserlebnis auch im Vordergrund. In Rollenspielen lernen die Teilnehmer im Alter von fünf bis sechs Jahren, mit solchen Gefahren- und Konfliktsituationen umzugehen. "Wer trotzdem ängstlich ist, kann natürlich erstmal zugucken", warnt der 43-Jährige vor Methoden, die den Kindern Angst machen und die das Gegenteil der Ziele Prävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung bewirken können. Alle 14 Teilnehmer seien jedenfalls mit großen Engagement dabei, berichten sowohl Nöker als auch Ingrid Decker-Lutter, Leiterin des Familienzentrums Ahornweg. "Das Thema ist sehr wichtig und deshalb wollen wir diesen Kurs weiter für die Kinder in unserer Einrichtung anbieten", so Ingrid Decker-Lutter. Am kommenden Samstag werden die Teilnehmer die letzte Einheit absolvieren, um in Zukunft richtig zu reagieren und im Ernstfall auch mal sagen zu können: "Stopp heißt stopp."

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