Stürmisches Konzert

Die Sauerländer Bläsertage mit Otto M. Schwarz waren ein voller Erfolg. Foto: Erika Biskoping

Nicht nur in ganz Europa, weltweit wird "Kyrill" von Otto M. Schwarz von namhaften Orchestern aufgeführt. Es ist das Bestreben des österreichischen Komponisten, neue Ideen in die Blasmusikliteratur einfließen zu lassen. Der Komponist liebt es, Bilder in Musik umzusetzen. Dem SauerlandKurier sagte er bei den Sauerländer Bläsertagen in Bad Fredeburg: "Ihr (die Sauerländer) könnt auf eure Musiker stolz sein. Sie sind sehr wissbegierig und saugen alles auf."

Es habe Freude gemacht, mit diesem Orchester ein zweites Mal zu arbeiten. Mit guten Erinnerungen fährt der Komponist in seine Heimat Österreich zurück. Etwas Schöneres könne man an einem Sonntagmorgen nicht erleben. Der Konzertraum der Akademie in Bad Fredeburg beim Abschlusskonzert der 13. Veranstaltung "Sauerländer Bläsertage" war bis auf den letzten Sitz- und Stehplatz besetzt.

Dem Team um den Kreisdirigenten Ernst-Willi Schulte war es gelungen, erneut den österreichischen Komponisten und Dirigent Otto M. Schwarz als Dozenten zu gewinnen. Spannende Werke des Komponisten brachten die 103 Musikerinnen und Musiker des Workshops zu Gehör. Den Besuchern wurde damit ein unvergessenes Erlebnis geboten.

Die Aufführung des Stückes "Kyrill" unter dem Dirigat des Komponisten war der absolute Höhepunkt des Konzertes, hierauf hatten die Besucher gewartet.

Die Spannung stieg und die Gänsehaut kam beim Aufkommen des leisen Windes bis hin zum gewaltigen Sturm, der die Bäume umknickte wie Streichhölzer. Das Musikstück ist ein wahres Dokument und kann nicht in Vergessenheit geraten.

Gespür für schwierige Themen

Kyrill war ein europäisches Ereignis, aber in kaum einer Region war das Ausmaß der Schäden so groß wie im Sauerland. Viele Menschen können sich gut an den 18. Januar 2007 erinnern. Die jahrzehntelangen Mühen vieler Waldbauern wurden binnen Stunden vernichtet. Viele Menschen standen vor den Trümmern ihrer Existenz.

Otto M. Schwarz hatte "Kyrill" in Österreich erlebt, aber erst bei einem Workshop in Bad Fredeburg ist ihm die Bedeutung dieses Orkans für unsere Heimat - Sauerland - bewusst geworden. Es entstand die Idee, dieses Jahrhundert- Ereignis musikalisch umzusetzen.

Otto M. Schwarz hat schon früher sein Gespür für schwierige Themen bewiesen. Die zehn Minuten lange Komposition bringt das Spannungsverhältnis der Natur zum Ausdruck, dem der Mensch ausgesetzt ist. Die zerstörerische Kraft der Naturgewalt hat "Kyrill" schmerzhaft erfahren lassen. Aber zugleich ist diese Kraft, die Böses schafft, der Ausgangspunkt für Neues. Das bringt die Komposition von Otto M. Schwarz kraftvoll zum Ausdruck.

Die Welturaufführung der sinfonischen Komposition "Kyrill" durch ein Projektorchester des VMB HSK, unter der Leitung des Landesmusikdirektor Ernst-Willi Schulte, fand am 28. März 2009 in den Briloner Werkhallen der Holzfirma Egger statt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare