„Polnische Wirtschaft“ oder Gute Lügen leben länger

Theaterverein Westfeld feiert gelungene Premiere

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Die Darsteller des Theatervereins Westfeld feierten eine gelungene Premiere ihres neuen Stückes.

Westfeld - Der Theaterverein „bühnenreif?!“ Westfeld hat sich in diesem Jahr den Dreiakter „Polnische Wirtschaft“ oder Gute Lügen leben länger von Autor Bernd Gombold ausgesucht. Die Zuschauer in der ausverkauften Westfelder Schützenhalle befanden sich im Wohnzimmer der Familie Müller, oder besser gesagt, im Ersatzteillager der Autowerkstatt Müller.

Bei den Müllers ist es wie im richtigen Leben auch, am Ende des Geldes ist noch viel Monat übrig. Dem kleinen Familienbetrieb drohen turbulente Zeiten in vielfältiger Art und Weise, die der Theaterbesucher mit Lachsalven und viel Applaus belohnte. Regie, Maske und Garderobe haben sehr auf Detailtreue und Authentizität der Schauspieler und beim Bühnenbild geachtet.

Der gutmütige Manfred Müller (Uli Didam) und seine Frau Monika (Eva Föster) betreiben eine kleine Autowerkstatt, doch das Wasser steht ihnen bis zum Hals. Der Betrieb schreibt rote Zahlen, die Bank droht den Geldhahn zuzudrehen, die Behörden verlangen Auflagen und die Gemeinde kündigt an, ausstehende Forderungen zwangsweise einzutreiben. Kein Wunder, dass die Müllers verzweifelt sind. Da helfen auch die zwar gutgemeinten, aber nicht immer legalen Tipps ihres polnischen Schwarzarbeiters Kasimir (Lars Wünsche) nichts, der mit der deutschen Bürokratie im Clinch steht und sie auszutricksen versucht, wo es nur geht.
 Dies bekommt auch Heinrich Haargenau (Franjo Köß), der äußerst dienstbeflissene Beamte des Arbeitsamtes zu spüren, der immer wieder vergebens nach dem Schwarzarbeiter fahndet und dabei jedes mal auf Granit beißt. Die gutmütigen Müllers dulden auch noch zu allem Überfluss den Mieter Matthias (Henry Mause) in ihrem Haus, der sich selbst zwar für einen genialen Erfinder hält, aber keine Miete zahlt und bei den Müllers wie die „Made im Speck“ lebt. Seine „Erfindungen“ sind lediglich Spinnereien, die weder funktionieren noch Ertrag bringen. Als der korrupte Bankdirektor, Dr. Peter Profitlich (Stefan Sibert) dem kleinen Werkstattbesitzer gerade finanziell den „Garaus“ machen will, kommt eine neue verrückte „Erfindung“ von Matthias gerade zur rechten Zeit, um das Blatt zu wenden. Ein simpler, umgebauter Staubsauger wird dem Bankdirektor als die geniale Erfindung des Werkstattbesitzers Manfred Müller präsentiert, die angeblich aus Autoabgasen wieder Kraftstoff herstellen kann. Der technisch nicht sehr bewanderte Bankdirektor geht diesem Schwindel auf den Leim und will mit diesem Wunder der Technik gleich die Automobilbranche auf den Kopf stellen.

Der Schwarzarbeiter Kasimir gibt sich in dieser verzwickten Situation als Direktor eines polnischen Automobilherstellers aus, der großes Interesse an der Erfindung zeigt. Dadurch verleitet er den Bankdirektor auch noch zu höchst spekulativen und riskanten Aktiengeschäften. Als auch noch Kasimirs eigenwillige Tanten Stanislava (Ulla Schauerte) und Olga (Christel Sander) aus Polen auftauchen, um ihrem Neffen das Erbe zu übergeben, ist die Verwechslung und Verwirrung perfekt. 

In weiteren Rollen: Paula von der Post (Daria Keite), Bürgermeisterin Sabine Kleinschmidt-Großhans (Steffi Lucks), im Souffleurkasten: Marita Guntermann-Babilon, Frisuren und Make-up: Christiane Schütte und Sonja Wünsche, Regie: Ulla Schauerte und Christel Sander. 

Theater in Westfeld

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